Elke am 22. Mai 2013

Toskana mit dem Wohnmobil, Tag 5 (Florenz-Certaldo)

Jetzt aber raus aus Florenz, so schön es war, aber Erholung war das noch nicht. Entsprechend nervös war das Rauskommen und Einfädeln Richtung St. Gimignano, das wir uns als grobes nächstes Ziel gesetzt hatten. Irgendwie sind wir dann doch im Chianti gelandet, wo wir eigentlich gar nicht hin wollten … aber immerhin lag ein Supermarkt auf dem Weg, wo wir uns für die nächsten Tage mit Frischgemüse und Wein eindeckten. Großartig: Salsa a la Nonna, feiner Brotbelag, perfekt mit einem frischen Ciabatta (eigentlich heißt das Brot hier einfach nur Brot).

Einer von vielen Panoramablicken

Ein erster von vielen Panoramablicken

Überhaupt, Brot. Im Supermarkt überzeugte es uns nicht, und Bäckereien verstecken sich in den Dörfern erfolgreich vor uns. Wo kaufen Italiener ihr täglich Brot? Wir vermissen unsere Ehrenfelder Bäckerin … aber in Greve werden wir dann endlich fündig. Greve ist nach übereinstimmender Ansicht der Reiseführer der „Hauptort des Chianti“ und hat einen netten historischen Marktplatz mit Bogengängen. Diese sind voll mit Souvenirläden und Feinkost, das beste hier – außer dem Wein – ist der Wildschweinschinken. Ich widerstehe als Vegetarierin auch dem netten T-Shirt mit dem Wildschweinmotiv. Wir fragen uns mal wieder, ob es die ganzen Wildschweine für den Touristenschinken wirklich gibt oder ob es nicht demnächst einen neuen Fleischskandal gibt: Hausschwein im Wildschweinschinken gefunden!

Noch Panoamablick.

Noch ein Panoramablick.

Es zieht uns weiter entlang der „Via di Chianti“ (oder so), wir sind hungrig und suchen einen schönen Platz mit Aussicht zum Mittagessen. Leider gelingt es noch nicht ganz, wir müssen vorher auf einem schnöden Parkplatz pausieren und unsere knurrenden Mägen beruhigen. Aber dann! kommt endlich die „richtige“ Toskana, ein schöner Panoramablick nach dem anderen, und die schmalen kurvigen Straßen Richtung Certaldo, die man laut Womo-Führer nur „mit viel Zuversicht“ mit dem Wohnmobil erschließt. Aber Pösslchen wird langsam mutig, und die Strecke ist genau richtig, um uns so langsam auf Toskana einzustimmen.

Es gibt sie noch, die verlassenen Dörfer …

Es gibt sie noch, die verlassenen Dörfer …

Blicke schweifen lassen.

Blicke schweifen lassen.

Pösslchen läßt auch schweifen

Pösslchen läßt auch schweifen

Durchaus auch verlassene Dörfer, beinahe verfallen, auch das gibt es noch. Und an einer einsamen Kapelle, an der wir kurz anhalten wollen, begegen wir – einem Bruder unseres Pösslchens, einem weißen Roady Vario, der ebenfalls kurze Rast hier eingelegt hatte. Die beiden grinsten sich kurz an, und weiter ging die Fahrt.

Pössl-Treffen bei Semifonte

Pössl-Treffen bei Semifonte

Wir entschieden uns recht früh, den Tag in Certaldo ausklingen zu lassen, zu viel Unsicherheit mit den Stellplätzen in San Gimignano, und wir wollten nicht schon wieder auf einen Campingplatz. Certaldo, die Stadt mit der Zwiebelmarmelade als Spezialiät … wir stehen auf einem offiziellen Platz, der nicht viel mehr als ein Parkplatz mit Ver- und Entsorgung ist, dafür aber kostenlos. Eine Seilbahn führt nach Certaldo alto, die mittelalterliche Ober- oder Festungsstadt, die trotz ihres Museumscharakters überhaupt nicht überlaufen oder übermäßig touristisch ist. Vorsaison, oder doch noch ein letzter Geheimtipp? Hier ist immerhin der Dichter Boccacchio vor genau 700 Jahren vielleicht geboren und ganz sicher gestorben, und sein Haus zeigt die Pantoffeln des Dichters in einer Vitrine.

Seilbahn in Semifonte

Seilbahn in Certaldo

Blick vom Turm im Casa die Boccachio

Blick vom Turm im Casa die Boccachio

Die Pantoffeln von Boccacchio

Die Pantoffeln von Boccacchio

Eins von beiden ist aus dem 15 Jahrhundert.

Eins von beiden ist aus dem 15 Jahrhundert.

Wir genießen den Ausblick und schauen im Abendlicht bis San Gimignano herüber, bis wir die vorletzte Seilbahn nach unten nehmen und eine seltsam-skurille Pizzeria namens „Delfin di Tarek“ aufsuchen, die mit ihren roten Stoffservietten auf fein eingedeckten Tischen fast sowjetisch wirkt. Die Pizza war jedoch preiswert und lecker.

Womo-Wein des Abends: Vernacchia di San Gimignano.

Unser Stellplatz in Certaldo

Unser Stellplatz in Certaldo

Roter Mohn vor blauem Himmel

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Toskana mit dem Wohnmobil, Tag 4 (Florenz)

Wir haben uns für heute etwas Individuelleres ausgesucht, nach der täglichen Bustour zum San Marco zieht es uns zunächst in die Bibliotheka Laurentiana, eine von Michelangelo entworfene Bibliothek der Medici, die sich an die Kirche San Lorenzo anschließt. Klang nach hundert Metern alter geschnitzter Bücherregale, uralten Folianten und einem spannenden „Book Porn“-Fotomotiv (auf deutsch: Sabbern für Bibliophile, einmal eine schöne alte Bibliothek fotografieren). Geschnitzte Bücherregale gab’s zwar, wenn sie auch anders als erwartet aussahen, aber die Bücher waren alle weg. Dafür gab es eine schöne Ausstellung alter persisch-arabischer Handschriften, die die hiesigen gelehrten Reisenden schon um 1500 kopiert haben. Kluge Reisende … (Und was  Michelangelo angeht: hier ist es wirklich nichts Besonderes, wenn irgendwas von Michelangelo entworfen ist, das lernen wir auch noch.)

Bibliotheka Laurenziana Medici. Die Kirchenbänke sind eigentlich Bücherregale.

Bibliotheka Laurenziana Medici. Die Kirchenbänke sind eigentlich Bücherregale.


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Toskana mit dem Wohnmobil, Tag 3 (Florenz)

(nicht wundern, warum die Beiträge so zeitverzögert kommen, wir teilen uns hier oben in Fiesole wohl eine Funkzelle mit Tausend Fiesolanern …)

Die zweite Nacht erst – und wir schlafen wie eine Ladung Carrara-Marmor. Ein ruhiger Morgen, bis der Nachbar aus Polen seinen Hymer-Motor anschmeißt und aus unerfindlichen Gründen im Stand 10 Minuten laufen läßt, bis er losfährt. Dann ist er weg und wir setzen Pösslchen auf seinen Platz mit der perfekten Aussicht auf die Abendsonne. Denn wir haben uns entschieden, lieber die Busfahrten nach Florenz in Kauf zu nehmen, als heute schon wieder umzuziehen und den zwar zentralen, aber wohl auch lauten und vollen Campingplatz in Florenz aufzusuchen. Man muß ja nicht alles so machen, wie es im Womo-Führer steht …

In Sichtweite von San Marco, ganz schön mächtig.

In Sichtweite von San Marco, ganz schön mächtig.

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Toskana mit dem Wohnmobil, Tag 2 (Gottardo – Fiesole)

Wassermassen von oben und von unten am Pösslchen

Wassermassen von oben und von unten am Pösslchen

Wasser von oben trommelte die ganze Nacht auf Pösslchen, und wir hatten Sorge, ob wir uns wieder einmal mit dem Trekker rausziehen lassen müßten wie im Januar in Utrecht. Aber so ein alpiner Grasboden hat doch eine ganz andere Robustheit als diese holländischen Wiesen unter dem Meeresspiegel … Pösslchen und der Rasen zuckten nicht einmal beim Rausfahren. Nach einem ordentlichen Frühstück ging’s weiter Richtung Bellinzona, Chiasso und Milano. Den ganzen Beitrag lesen »

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Elke am 19. Mai 2013

Toskana mit dem Wohnmobil, Tag 1 (Köln-Gottardo)

Jetzt geht’s loos! T minus 0, drei Wochen Toskana mit dem Pösslchen liegen vor uns!  Man mag es ja kaum glauben, aber wir beide waren – anders als der gefühlte Rest der Welt – noch nie in der Toskana und auch kaum überhaupt in Italien (außer damals, mit dem VW-Bus). Ich hoffe also, dieser Reisebericht wird nicht zu langweilig für den Rest der Welt …

Erster Blick auf die Alpen – immer wieder überraschend.

Erster Blick auf die Alpen – immer wieder überraschend.

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Elke am 11. Mai 2013

T minus 7, nächsten Samstag geht es los Richtung Toskana. Bis dahin steht noch ein Werkstatt-Termin bei Reisemobile Berens an, um unser Hauptrelais für die Pumpe auszutauschen, so daß wir das Wasser wieder an den richtigen Stellen im  im Womo haben. Aber vorher mußten wir erst einmal unsere neuesten Wünsche und Ideen umsetzen und haben deshalb einen Bastel- und Putztag in der Halle eingelegt. Jetzt ist Pösslchen fast reisefertig!

Radio-Hauptstecker

Sauber dokumentierter Stecker hinter dem Radio – hier hat Ray sich reingehackt, um eine zusätzliche Steckdose fürs Tablet-Navi einzubauen.

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Biber Happe – diesen netten Namen dürfen Womofahrer sich merken. Der FDP-Vertreter in der Kölner Bezirksvertretung Nippes hat es „eingefädelt“, dass Wohnmobilfahrer nun von der Zoobrücke oder Mühlheimer Brücke in Köln auch den nahegelegenen Reisemobilhafen in Riehl legal erreichen können. Nach der letzten Ausdehnung der Umweltzone Anfang 2013 durften Reisemobile ohne gelbe oder grüne Umweltplakette die letzten Meter bis zum Stellplatz nicht mehr befahren. Dies wurde jetzt durch eine offizielle Ausnahmeregelung geändert, wie der Kölner Stadtanzeiger schreibt (Übrigens als Aufmacher für den Innenstadt-Lokalteil!). Bewegen darf man die Fahrzeuge dann natürlich nicht in der Innenstadt, aber wer will seine Dickschiffe schon durch die Kölner City quälen? Den ganzen Beitrag lesen »

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Der erste Termin liegt schon einige Wochen zurück, der nächste folgt nächste Woche.

wir sind uns einig: die Hauptroute ist eine Whisky-Route

wir sind uns einig: die Hauptroute ist eine Whisky-Route

Eine Männer-Tour der besonderen Art: einer von uns will seinen 55.sten mit guten Freunden in einer Distille im tiefsten Schottland verbringen  – ich sag  jetzt mal nicht wer das ist.

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Elke am 1. April 2013

Eine himmlische Ruhe begleitet unsere Nacht in der Champagne Richardot in Loches-sur-Ource, wo wir kostenlos und autark ganz solo stehen durften. Es gab auch keinerlei gefühlte Verpflichtung, uns mit Champagnerkisten vollzuladen. Ostersonntagmorgen jedenfalls öffnete sich das nächtlich geschlossene Tor wie von Zauberhand, Menschen sah man nicht. Nur die zwei Esel, mit denen wir uns noch anfreundeten und die unseren Ostergruß von heute morgen begleiteten.

Sind die süüüüß

Sind die süüüüß

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Elke am 31. März 2013
Pösslchen wünscht Frohe Ostern!

… dann ist Östern!

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