Marokko-Reise 2009

Gastbeitrag von Heinrich Orfgen

So. 22.03. Camargue (F)

Ja ich bin wieder einmal unterwegs, aber anders als es geplant war. Leider fahre ich alleine nach Algeciras, Spanien. Dort treffe ich mich mit einer Perestroika-Gruppe, um sie nach und durch Marokko zu führen. Meine Frau Marlis wollte diese Reise gerne machen, doch da kam der Hund dazwischen. Wir haben seit Ende Januar unsere „Sheela“, die wir aus dem Tierheim geholt haben und die entspechend geimpft sein sollte. Da eine Impfung sich nicht nachvollziehen ließ und die Wiedereinreise in die EG ein Risiko sein könnte bin ich nun wieder solo unterwegs.

Marlis hatte mir tatkräftig beim Packen des Wohnmobils geholfen, so dass am Donnerstag nur noch Kleinigkeiten ins Womo mussten und am Abend bin ich dann nach Hausbay gestartet. Freitags alle organisatorischen und administrativen Dinge erledigt, noch offene Fragen geklärt und dann am späten Nachmittag weiter gefahren. Habe es bis kurz vor die französische Grenze geschafft.

Von der französischen Grenze ging es dann über Metz nach Lyon. Es war eine ruhige Fahrt mit Sonnenschein, aber sehr windig. Ich war schon kurz nach 15.00h auf dem Campingplatz „Indigo“ , der auch leicht zu finden war. Nach der Anmeldung an der Rezeption bin ich noch schnell zum Einkaufszentrum auf der anderen Seite der Autobahn gefahren, denn ich musste tanken. Und es machte Freude denn der Diesel kostete nur 91 Cent. Habe mich dann auf dem Platz häuslich nieder gelassen. Hatte dabei aber das Gefühl, dass mit meiner Kupplung etwas nicht in Ordnung ist. Es roch sehr stark nach verbranntem Kunststoff. Ein ähnliches Problem hatten wir schon auf unserer Schnuppertour.

Abends bin ich dann noch einkaufen gewesen, wollte auch im Supermarkt noch essen doch dann habe ich es vorgezogen im Wohmo zu essen, Camembert und französische Dauerwurst mit Vin Rouge. Draußen war es sehr ungemütlich, obwohl die Sonne schien, aber ein starker und sehr kalter Wind wehte.

Heute bin ich dann ein Stück weiter das Rhonetal runter gefahren wieder bei eisigem Wind aber von achtern, das war spritsparend. Mit der Kupplung ging es gut. In der Nacht hatte ich mir doch Sorgen gemacht und mir schon ausgemalt, wie ich eine FIAT-Werkstatt finde. Da ich anfangs nur Autobahn fuhr, habe ich mir gedacht ich sollte durch die Berge der Adèche fahren, um die Kupplung zu testen und habe das auch getan. Es ist eine wunderschöne Landschaft, es ging bergauf und bergab. Unser Schwälbchen hat das kommentarlos geschafft und mir ist ein Stein vom Herzen gefallen.

Leider habe ich die Fahrt nicht so genießen können wie das nötig gewesen wäre. Mir ist im Rhonetal nur aufgefallen, dass die Obstbäume zum Teil in voller Blüte stehen, vor allem die Mandelbäume strahlten in ihrem tollen rot. Auch die anderen Bäume blühten oder hatten gerade ihre Knospen gesteckt. In den Weinfeldern blühte es am Boden entweder sehr gelb oder weiß.

Oben in den Bergen des Departments Ardèche war es hingegen noch relativ kahl. Hier viel mir aber an den Häusern eine Rankpflanze auf, die intensiv lila blühte. Natürlich steckten auch hier an den Kirschbäumen die Knospen ihre Spitzen hervor. In der Ferne sah man die schneebedeckten Berge des Massive Central.

Anders in der Camargue. Hier sprießt überall das junge Grün. Wir stehen auf einem Ponyhof, der als Stellplatz ausgewiesen ist. Es ist zwar weit ab aber mitten in der Natur direkt am Canal du Rhone gelegen. Wenn ich von wir spreche meine ich Wilhelm und Margret mit denen ich mich per Telefon auf diesem Platz verabredet hatte.

Mo. 23.03. Peniscola (ESP)

Heute haben wir einen Gewaltritt bis südlich von Barcelona gemacht. Wir sind jetzt endlich in der Wärme. Hier laufen alle in kurzer Hose und T-Shirt herum. Wir haben ja auch lange genug gefroren. Es ist schon schöner, wenn das Auge unterschiedliche Farben aufnimmt und nicht nur das triste grau Die Pinien, Zypressen und Laubbäume in frischem grün, ebenso die Orangenplantagen. Die Orangen und Zitronen sind noch nicht alle geerntet und so gab es noch die entsprechend bunten Tupfer zwischen dem Grün. Die Gipfel der Pyrenäen waren noch Schneebedeckt und grüßten majestätisch zu uns rüber. Hier in Peniscola galt es natürlich sich im Fruchthof mit besonders frischem und preiswertem Obst und Gemüse einzudecken bevor es weiter geht.

Fr. 27.03. Tafila (ESP)

Wir habe den Treffpunkt erreicht und ich stehe mit Blick auf den Atlantik. Hinter einer niedrigen Mauer ist ein etwa 150m breiter Streifen Salzwiese, dann kommt der Fluß Rio de la Jara und dahinter beginnt der Sandstrand, durchzogen von einigen Strandseeen. Vom Campingplatz geht ein Weg in Richtung Strand, der allerdings hinter der kleinen Steinbrücke über den Fluß endet. Dann kann man herrlich barfuß an der Wasserkante laufen. Das Wasser des Atlantiks ist glasklar und schimmert grün. In der Ferne grüßen schon die Hügel Afrikas herüber. Am Weg zum Strand steht ein geschnitzte Wegweiser Afrika 15km. Hier ist auch die Einfahrt zum Mittelmeer, also die Straße von Gibraltar. Ein reger Schiffsverkehr in beiden Richtungen ist zu beobachten. Der „Affenfelsen“ überragt die umliegenden Hügel und ist so sehr gut von hier zu sehen.

Auf der Fahrt von Peniscola nach hier haben wir noch 2x übernachtet. Die letzte Etappe auf der Küstenstraße, die sich an der Küste des Mittelmeeres entlang schlängelt war zwar wunderschön, wenn man nur nah genug an der Küste war. Ansonsten besteht die Landschaft bis weit in die Hügel hinein nur aus Plastik. Quadratkilometer um Quadratkilometer nur Plastik. Selbst um so Luxusbadeorte wie Marbella sah die Landschaft so aus. Wie man hier Urlaub machen kann, verstehe ich nicht. Wir haben hier ein tolles Wetter und laufen nur mit kurzer Hose und T-Shirt herum. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist angesagt.

Von der Gruppe sind schon 14 Fahrzeuge hier, es fehlen also nur noch drei. Ein Ehepaar treffen wir erst in Marokko, da sie mit der Fähre von Frankreich nach Tanger fahren. Heute habe ich die Tickets für die Fähre besorgt. Wir werden am Montag, dem 30.03. Europa verlassen.

Während ich hier sitze und schreibe zieht eine Gruppe Rinder weidend über die Salzwiese, begleitet von Ibissen. Um jeder Kuh bewegt sich mindestens ein Ibiss. Bei manchen auch zwei und drei. Ein schönes Bild.

An der Küste
An der Küste

Damit bin ich mit meinen Vorbemerkungen zur Marokkoreise zu Ende. Von der weiteren Reise werde ich dann wie gehabt berichten.

Fr.10.04 Ali’s Nomad Camp (Marokko)

Heute Morgen sind wir um 9.00Uhr mit 7 Jeeps in die Wüste gestartet. Es ging zu erst zum See der Flamingos. ja Ihr lest richtig. Es gibt einen See nicht weit von hier, der normalerweise nur im Frühjahr vorhanden ist. Es ist in diesem Jahr ein großer See, weil es in den letzten Wochen unverhältnismäßig viel Regen in Marokko gegeben hat. Im See sind mehrere Kolonien von Flamingos. Unser Guide erklärt uns, dass die Flamingos weiterziehen, wenn der See austrocknet. Spätestens nach 2-3 Tagen, wenn wieder Wasser da ist sind auch die Flamingos wieder da. Man weiß nicht wie sie das herausfinden.

Weiter ging es in die Steinwüste. Hier waren die Steine und Felsplatten übersät mit Fossilien. Tintenfische, Schnecken, Muscheln: es ist unverkennbar, dass hier vor Millionen Jahren alles unter Wasser stand. Mittags haben wir eine Teepause bei einer Nomadenfamilie im Zelt gemacht und zum Schluss eine Grube besichtigt. Wir haben aber leider nicht herausbekommen, welches Gestein aus der Erde geholt wurde. Es soll zur Herstellung von Filtern gebraucht werden. Filter die Öl von Wasser trennen.

Interessant war aber auch mehr, wie das Gestein abgebaut wurde. Die Löcher in der Größe von 1 x 2m waren bis zu 200m tief. Ein Mann wird mit der Lastenwinde hinabgelassen und er füllt anschließend den Lastenkorb mit dem Gestein, der dann an die Oberfläche geholt wird. Die Löcher werden alle 20 m in die Tiefe getrieben und dann mit einander verbunden. Oben wird das Gestein dann noch einmal mal Vorschlaghämmern zerkleinert und dann mit Lkws abtransportiert. Eine Arbeit wie bei uns im Mittelalter.

Nach 110km Jeep Tour waren wir wieder an unseren Womos. Abends sind wir dann noch auf eine Düne gestiegen, um den Sonnenuntergang anzusehen. Doch das war nichts, es war viel zu diesig. Der Wind hatte mehr als gewöhnlich aufgebrist und er wirbelte Staub auf. Auch der Sternenhimmel ist nicht so schön wie gestern.

Sa.11.04. Zagora

Wir sind von Ali’s Nomad Camp mit einem Zwischenstopp in der Oase Alnif hierher gefahren. Zagora die legendäre Oase im Draa-Tal ist einer der wichtigsten Handelsplätze in der nördlichen Sahara. Von hier benötigten die Karawanen 52 Tage bis nach Timbuktu, im heutigen Mali. Dort war der größte Handelsplatz der südlichen Sahara und vor allem der größte Sklavenmarkt.

Marokko - Faerbereien-small

Hier in Zagora lebt man aber nicht in der Geschichte sondern hier ist heute der größte Vermarktungsplatz von Datteln, die hier im fruchtbaren Draa-Tal im Überfluss wachsen. Wenn man aus der Wüste in dieses Flusstal kommt meint man in einer anderen Welt zu sein. Alles grünt. Die Dörfer und kleinen Städte sauber in Blumenschmuck. Eine Kasbah prächtiger als die andere. Aber vom Fluss sind es nur wenige hundert Meter, dann ist schon wieder Wüste.

So. 12.04. Zagora

Heute Morgen haben wir den berühmten Sonntagsmarkt von Zagora besucht. Wir stehen auf der anderen Seite des Flusses, also „op de scheel Sick“ wie man in Köln sagt. Ich bin mit der Gruppe über den Fluss und dann durch kleine Gässchen zum Souk gegangen und dahinter war der Markt unter freie Himmel. Hier kann man alles kaufen von der Stecknadel bis zum Kamel. Es ist natürlich für uns Europäer alles etwas gewöhnungsbedürftig, für erfahrene Perestroikafahrer, von denen auch einige dabei sind natürlich nicht. Viel Staub und sehr „exotische“ Gerüche, wenn man nicht gerade neben einem Gewürzstand steht.

Wir mussten den Weg auch wieder zu Fuß zurück gehen, da die Taxifahrer in ganz Marokko streiken, sie liegen mit ihrer Regierung im Streit. Irgendeine neue Vorschrift wollen sie nicht erfüllen. Da der Weg nicht so weit ist, war das kein Problem. Nur es konnte nicht soviel eingekauft werden, wie mancher wollte.

Nachmittags sind wir dann zu der alten jüdischen Stadt gegangen. Bis in die 1960er Jahre haben hier noch Juden gelebt, die aber peu à peu nach Israel oder Kanada ausgewandert sind. Eine Synagoge ist noch einmal jährlich in Betrieb, denn dann kommen noch viele Juden hierher zurück um ein religiöses Fest zu feiern.

Die Hälfte der Mitreisenden hat es aber vorgezogen auf dem Campingplatz zu bleiben, sie waren doch etwas müde vom morgendlichen Besuch des Sonntagsmarktes. Wir stehen aber auch auf einem besonders schönen Platz unter schattenspendenden Palmen.

Mi.15.04. Sidi Ifni

Wir haben gestern wieder den Atlantik erreicht. Von Zagora sind wir in zwei langen Etappen (jeweils mehr als 350km) nach hier gefahren. Es ging wieder zurück durch das schöne grüne Draa-Tal bis wir nach Westen in die Wüste abbiegen mussten. Die Straße war teilweise einspurig, aber asphaltiert. Bei Gegenverkehr musste man dann mit den rechten Rädern auf den Randstreifen fahren natürlich auch wenn man überholt wurde. Doch das war kein Problem, da es kaum Gegenverkehr oder Überholer gibt.

Wir konnten wieder einmal die verschiedenen Gesichter der Wüste kennenlernen. Es ging durch Stein-, Geröll- und Sandwüste. Von letzterem jedoch nur ganz wenig. Es war an beiden Tagen sehr windig und so gab es Windhosen der verschiedensten Art und Größe zu sehen. Unser Übernachtungsstopp in Tata bot uns an einem Hotel in der Wüste einen großen Swimmingpool mit glasklarem Wasser, dass zwar mit 18° C relativ kalt war, aber von fast allen Teilnehmer zum relaxen genutzt wurde.

Der nächste Tag begann wieder mit Wüste. Später ging es in den Antiatlas. Hier ein völlig neues Bild. Hohe Berge aber ohne Bäume nur Fels und Geröll. Es haben sich Terrassen gebildet, die sich wie Bänder spiralförmig um die Berge nach oben winden. Unten an den Ausläufern der Berge und Hügel sieht es so aus, als ob die Bänder die Berge festhalten wollten. An den Flanken der Berge ziehen sich Pflanzen entlang die alle lila blühen. Die ganze Landschaft schimmert in dieser Farbe.

Nach dem Antiatlas hatte uns aber die Wüste wieder für 100km im Griff bis wir den südlichsten Punkt der Reise, die Stadt Guelmim erreicht hatten.

Von hier waren es dann noch etwa 50km bis hierher durch eine traumhaft schöne Mittelgebirgslandschaft. Eine Wohltat fürs Auge. Die Grundfarbe war grün. Die Hänge teilweise mit Bäumen bewachsen, Wiesen, dazwischen auch Getreidefelder, die dann schon gelblich schimmerten. In den Wiesen standen Blumen, die in allen Farben leuchteten. Große Kakteen, die in verschiedenen Farben blühten und teilweise schon rote Früchte trugen. Da die Straße aber sehr eng und kurvenreich war konnte man gar nicht alles erfassen, schade.

Dann der Campingplatz in Sidi Ifni. Er liegt direkt am Atlantik. Von meinem Womo sehe ich aufs Meer und wie die Wellen ans Ufer rollen. Der gestrige Sonnenuntergang war wunderschön. Ich wurde an die Sunsets in Florida über dem Golf von Mexiko erinnert. Nur hier wird nicht applaudiert.

Heute Vormittag war für mich „Groß Reinschiff“ angesagt. Durch die Wüstenfahrt lag doch reichlich Sand und Staub rum. Das Bett musste frisch bezogen werden und Dusche/Toilette hatten auch eine Grundreinigung nötig. Die Frauen hier auf dem Platz waren so nett uns die Wäsche zu waschen, ich brauchte sie nur abzuhängen und wieder in den Schrank zu packen. Das Bügeln habe ich mir erspart.
Nachmittags habe ich noch einen Spaziergang in die kleine Stadt gemacht. Sie ist hübsch und sauber.

Ein Internetcafè habe ich auch gefunden, so dass ich meine Post lesen konnte. Morgen will ich den ersten Bericht absenden.

Do. 16.04. Sidi Ifni

Gestern Abend hatten wir ein Perestroikaessen hier auf dem Platz. Es gab landestypisches, Tajine. Was nicht jedermanns Geschmack war. Die Frauen hatten sich den Tag über viel Mühe gegeben um es in einer kleinen Küche für 35 Personen zuzubereiten. Ich war überhaupt froh, dass sie es gemacht haben. Am Tag der Ankunft war ich unterwegs, um ein Restaurant ausfindig zu machen doch es ist keine Saison und viele Restaurants haben noch zu. Alle die geöffnet hatten, waren zu klein.

Der heutige Tag war noch zur freien Verfügung und ich habe ihn genutzt den Luftfilter auszuwechseln, Ölstand, Öl- und Kraftstoffilter zu kontrollieren. Anschließend war ich im Internetcafè und habe meinen ersten Bericht abgesetzt, der wohl auch angekommen ist, wie ich durch E-Mails erfahren habe.

So.19.04. Tafraoute

Was für ein Tag. Heute waren wir mit Jeeps unterwegs in der traumhaften Bergwelt des Antiatlas. Es war ein Erlebnis der besonderen Art. Wir sind auf schmalen Straßen und Pisten gefahren. Im Gebirge eine Farbenpracht, Hauptfarbe war ein sattes Gelb, ausgehend von Blumen, die wie Margeriten aussehen, aber keine sind und sich durch das ganze Gebirge ziehen. Dazwischen Getreidefelder von zartem Grün bis Strohgelb, unterbrochen von lilafarbene Blumen und natürlich Klatschmohn in seinem typischen rot und das alles in einer Bergwelt, wie ich sie noch nicht gesehen habe. Was man allerdings abhaken kann unter der Rubrik: Muss nicht sein, war ein Tal in dem ein belgischer „Künstler“ die Felsformationen in blau und pink angemalt hatte. Hier muss man sagen: Die Natur hat ein schöneres Farbenspektrum. Gott sei Dank arbeitet sie daran das richtige Aussehen wieder herzustellen.

Wir haben einen Canyon durchwandert, der zwar nicht die Ausmaße des Gran Canyon in Amerika hat, aber genau so reizvoll ist. Sagenhafte Steinformationen aus rotem Sandstein und am Fuße eine Oase, die sich durch die ganze Schlucht zieht. Es war einfach wohltuend unter den Palmen zu wandern.

Unsere Mittagspause haben wir bei einer Berberfamilie gemacht. Wir haben im Palmengarten gesessen, wer wollte traditionell, aber auch für die Teilnehmer mit Gelenkproblemen waren Tischen mit Stühlen aufgestellt. Es gab wieder Tajine eins der traditionellen Essen hier in Marokko, aber ganz hervorragend gewürzt, dazu frisches Fladenbrot. Der Nachtisch bestand aus frischen Orangen, soviel man wollte, Tee oder Kaffe.

Ich glaube es ist Zeit einmal zu erklären was ein Tajine ist: also es besteht aus Fleisch (Geflügel, Rind oder Hammel) verschiedene Sorten Gemüse und Kartoffeln. Alles wird vor gebraten bzw. vor gekocht und auf einem Tonteller schön angerichtet, darüber wird der passende Deckel, der wie ein Spitzhut aussieht gestülpt, das ganze noch einmal im Ofen heiß gemacht und dann serviert.

Außerhalb des Gartens schien die Sonne von einem wolkenlosen Himmel und es war mehr als warm. Kein Wunder das keiner Lust hatte wieder aufzustehen und weiter zu fahren. Doch irgendwann musste der Aufbruch sein. Es ging zurück wieder durch die herrliche Bergwelt des Antiatlasses. Alle waren erfüllt, einige berauscht von diesem schönen Tag.

Ich muss noch kurz nachholen, was wir vor Tafraoute gemacht haben. Wir haben vorgestern unseren schönen Stellplatz am Meer verlassen und sind nach Agadir gefahren. Die Strecke war anfangs sehr schön, als es an der Küste entlang ging. Später als wir die Hauptstraße (N1) erreicht hatten war es nichts besonderes mehr.

Wir standen ca. 30km nördlich von Agadir auf einem sehr schönen Campingplatz, der schon fast europäischen Standard hatte.

Nachmittags haben wir die Stadt besichtigt. Agadir ist eine moderne Stadt mit Fischerei- Handels- und Marinehafen. Die Altstadt existiert seit dem verheerenden Erdbeben 1963 nicht mehr. Bei diesem Beben war das Epizentrum direkt in der Altstadt. Hier ist nicht mehr gebaut worden und das Gelände gilt seit dem als Friedhof. Es sind fast 30.000 Menschen ums Leben gekommen.

Gestern sind wir dann von Agadir nach hier gefahren. Das war wieder eine Etappe voller Überraschungen fürs Auge. Doch bevor wir die Stadt verlassen haben, war noch Großeinkauf im Supermarkt „Majane“ angesagt. Hier gab es wieder alles was das Herz begehrte. Ich habe mir französische Paté gekauft und am Abend mit frischem Baguette gegessen, dazu Tomaten und natürlich Vin Rouge.

Am Aufstieg zu den Bergen ging es an Aganenbäumen vorbei. Doch nur an einer Stelle haben wir Ziegen in einem Baum gesehen. Unser Stadtführer in Agadir hatte uns schon gesagt, dass wir keine Ziegen in den Bäumen sehen werden, weil es hier sehr viel geregnet hat, wie schon seit Jahrzehnten nicht. Die Ziegen finden daher genug Futter am Boden und faul wie auch Ziegen sind, ersparen sie sich das Klettern.

Die Fahrt in den Antiatlas war phantastisch. Wir erlebten schon die oben geschilderte Blütenpracht. Es ging durch schmucke Dörfer mit herrlichen Häusern, die allerdings erst im Sommer bewohnt sind, wenn die Reichen der Hitze in der Tiefebene entfliehen.

Mo.20.04. Taroudant

Heute haben wir den Antiatlas verlassen. Die erste Hälfte noch mit sehr vielen Aha-Erlebnissen. Später nur noch kleine Hügel ohne wesentlichen Bewuchs – Aganenbäume natürlich. Auch hier nur an einem Baum Ziegen. Wir sind jetzt auf einer Höhe von unter 500m. Es ist heiß. Als wir in die Stadt kamen zeigte ein digitales Thermometer 39°C an. Jetzt um 17.30h habe ich im Womo, das im Schatten steht und in dem alle Fenster geöffnet sind noch 38°.

Do. 23.04. Marrakech

Wir sind 3 Tage weiter seit dem Ende des letzten Berichts. 3 Tage Marokko pur.
In Taroudant haben wir auf dem Parkplatz des sehr schönen Hotels, „Palais Salam“ direkt an der Stadtmauer gestanden. Es gab für Womos keine Infrastruktur, also kein Wasser und keinen Strom. Doch da wir ja alle für 3 Tage autark sein sollen, war das kein Problem. Ich hatte ja schon geschrieben, dass es sehr warm war. Eine angenehme Abkühlung hatten wir dann zum Diner. Um hier stehen zu dürfen war für die Gruppe ein Abendessen bestellt. Ich hatte mit dem Restaurantchef gesprochen und der hatte uns 5 Tische im Palmengarten reserviert und dort haben wir dann gegessen. Zwischen den Pflanzen war es angenehm kühl und wir konnten ein vorzügliches Buffet in angenehmer Atmosphäre genießen. Es war ein gelungener Abend.

Marrakech
Marrakech

Am nächsten Tag waren wir „On the road again“.
Zunächst ging es durch eine fruchtbare Ebene. An der rechten Seite die Berge des Antiatlas und von links herüber grüßten die schneebedeckten Berge des Hohen Atlas. Rechts und links der Straße riesige Orangenplantagen da zwischen kilometerweit Getreidefelder und Olivenplantagen.

Doch nach 50km begann der Aufstieg in den Hohen Atlas. Der Pass, eine einspurige Straße, schraubte sich auf 2.100m hoch in eine gigantische Bergwelt. Auch hier wieder an jeder Kehre ein neues Aha-Erlebnis. Man musste aber auch hoch konzentriert fahren, denn an der nächsten Kurve konnte schon ein entgegenkommender LKW auf uns lauern. Es gab aber genügend Plätze, an denen man eine Pause machen und das Panorama genießen konnte.
Die Fahrt runter war genau so schön aber nicht so steil. Es ging an einem Bach entlang, der sich nach und nach zu einem Fluss entwickelte und noch später zu einem See aufgestaut wurde. Es ging durch Berberdörfer, die nicht so ganz schön waren. Zwei Fahrzeuge wurden dort mit Steinen beworfen, ein unschönes Erlebnis. Schade!

Kurz vor Marrakech haben wir den Hohen Atlas verlassen und sind wieder in der Ebene gelandet mit den entsprechend hohen Temperaturen, tagsüber um 40°C.

Gestern war Stadtbesichtigung, die letzte der 4 Königsstädte stand auf dem Programm. Leider stand sie nicht unter einem guten Stern. Der für 9.00 Uhr bestellte Bus kam nicht. Erst nach mehreren Telefonaten mit dem Organisator trudelte er mit 20min. Verspätung ein. Der Stadtführer war auch nicht das was man sich unter einem Guten vorstellt. Er hat sein Programm lieblos abgespult, was bei der Gruppe natürlich nicht gut ankam.

Die Führung endete am Platz der Geköpften, der zentrale Platz der Stadt. Hier fühlt man sich in 1.001 Nacht versetzt. Gaukler, Schlangenbeschwörer, dressierte Affen (weniger schön), Kamele und Getränkeverkäufer in traditioneller Tracht. Zum Glück hatten wir nun mehrere Stunden Zeit die Stadt selbst zu erkunden.

Um 16.00 Uhr ging es dann zurück zum Platz und gut 3 Stunden Zeit uns zu erholen. Um 20.00 Uhr sollte es dann zu einer touristischen Attraktion gehen. Leider kam nur ein Minibus für 19 Personen. Ein zweiter hatte angeblich eine Panne. Die ersten 19 sind dann gefahren und nach einer knappen halben Stunde kam er zurück und hat den Rest geholt. Es wurde trotzdem ein schöner Abend bei „Chez Ali“. Hier war man dann wirklich in „Tausendundeiner Nacht“ angekommen. In der Wüste eine große Kasbah um eine Arena gebaut. Hufeisenförmig um die Arena waren große arabische Festzelte aufgestellt in denen wir an festlich gedeckten Tischen sitzen konnten. Zunächst gab es ein Essen: Eine Suppe, dann an jeden Tisch ein halbes gegrilltes Lamm, danach Couscous mit Huhn und Gemüse, weiter ein großer Teller mit in Fett gebackenem Blätterteig, darüber ein Zuckerguss der wiederum mit Mandelsplitter bestreut war. Wir konnten schlemmen wie im Schlaraffenland. Zum Schluss noch Orangen und Äpfel soviel man wollte.

Zwischendurch gab es Folklore. Nach dem Essen ging es zu den Tribünen und hier gab es dann etwas fürs Auge. Es gab Reiterspiele, Bauchtanz, ein fliegender Teppich zog übers Gelände und zum Abschluss noch ein Feuerwerk zur Musik von Carmina Burana. Ein gelungener Abend.

Um 0.30 Uhr lag ich im Bett und habe heute natürlich lange geschlafen und draußen gefrühstückt. Jetzt am Nachmittag haben wir wieder um 40°C. Ich habe mir einen freien Tag genommen. Viele sind noch einmal in die Stadt gefahren, sie ist auch zu schön. Ich denke von den Königsstädten ist sie die Schönste. Faszinierend ist für mich, dass man hier in der Hitze unter Palmen sitzt mit Ausblick auf schneebedeckte Berge.

Sa. 25.04. Essaouira

Wir sind gestern wieder an den Atlantik gekommen. Hier herrschen angenehme Temperaturen. In der Sonne um 30° C, dazu ein Seewind der für frische Luft sorgt. Einige waren schon unterwegs in die Stadt und ich habe einen Rundgang durchs „Lager“ gemacht und hier und da einen Schwatz gehalten. Später bin dann zu meinem Womo, um mir etwas zu kochen. Ich hatte morgens im Supermarché „Marjane“ frische Tomaten, Gurken und mageres Gehacktes vom Rind gekauft, um mir eine Pasta zu machen, frisch und nicht aus der Tube.

Während ich alles vorbereite kommt einer der Teilnehmer mit einem kleinen Rucksack auf dem Rücken und sagt mir, daß er sich von mir verabschieden will, er müsse noch heute aus familiären Gründen zurück nach Deutschland. Seine Frau würde das Auto weiter fahren und bei der Gruppe bleiben, ein befreundetes Ehepaar würde sie tatkräftig unterstützen.

Vormittags war ich auch im Ort, er ist sehr schön. Eine überschaubare Medina mit einem eben so überschaubaren Souk. Was ganz toll ist, man kann in Ruhe durch den Souk schlendern ohne von aufdringlichen Händlern bedrängt zu werden. Da ich alleine war habe ich das natürlich doppelt genossen, denn ich brauchte nicht ständig aufzupassen ob alle mitkommen. Ich konnte selbst einmal schauen. Der Fischereihafen ist faszinierend. Ein emsiges Treiben. Einlaufende und auslaufende Fischkutter. Der angelandete Fisch wird sofort auf Eis gelegt und in der Fischhalle versteigert, geht dann mit Kühltransportern zur Weiterverarbeitung oder zum Verkauf in andere Städte. Am Hafen eine Reihe von Garküchen. Hier kann man sich den Fisch aussuchen, der dann frisch zubereitet serviert wird. Es gibt aber nicht nur alle möglichen Fischsorten, die der Atlantik bietet sondern auch alle Arten von Schalentieren. Nur Austern habe ich keine gesehen. Ich war vier Stunden unterwegs.

So. 26.04. Casablanca

Erstens kommt es anders als man zweitens denkt. Es war heute eine sehr schöne Fahrt der Küste entlang. Wir sind nicht die Hauptstraße, der Nord-Süd-Trasse gefolgt sondern haben eine schmale Straße direkt an der Küste entlang genommen. Obwohl uns eine Zeit lang Regen begleitet hat, war es eine schöne Strecke. Es war vor allem eine sehr fruchtbare Landschaft. Es ging an großen Getreidefeldern vorbei. Später schob sich eine Lagune zwischen das Ufer des Atlantiks und unserer Straße, die zwischen 30 und 40m über dem Ufer des Meeres schlängelte. Hier gab es viele Verkaufsstände mit frisch geernteten Früchten der Felder. Es war so verlockend, dass ein Verkaufsstopp eingelegt werden musste. Frischer Blumenkohl, Wirsing, Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln und dicke Bohnen. Es hat mich alles angelacht. Blumenkohl hätte ich gerne gekauft doch es ist zu viel für eine Person. Margret hat einen großen Kopf gekauft und mich für heute Abend zum Blumenkohl Essen mit neuen Kartoffeln eingeladen. Es war ein Genuss.

Allerdings gab es vor dem Genuss noch einige Probleme. Ca. 50 km von hier gab es eine große Baustelle mit diversen Umleitungen, an der sich einige, auch ich, verfahren haben. Alle haben das gemeistert. Eine dreier Gruppe darunter auch unsere frische Einzelfahrerin hat es auch geschafft, aber an einer Stelle ist ein Marokkaner ihr bei einem Bremsmanöver hinten aufgefahren und hat Fahrerflucht begangen. Es war nur ein Bagatellschaden, aber für die Frau – mit Ihren Gedanken beim Mann in Deutschland – dann doch zu viel und sie sagte mir dann, dass sie auch nach Hause fliegen wolle.

Mo. 27.04. Casablanca

Gestern Abend habe ich noch Perestroika gebeten mit dem ADAC Kontakt aufzunehmen um den Heimflug und die Rückholung des Womos zu organisieren. Wir sind ja 2 Stunden zurück und es war Sonntag. Heute Morgen 6.00 Uhr unserer Zeit rief Perestroika an und es gab den ersten Informationsaustausch. Ich will Euch nicht mit diesem organisatorischen Kram belästigen. Es gibt Schöneres.

Heute hatten wir Stadtbesichtigung, die mit der großen Moschee Hassan II begann. Eine gigantische Anlage direkt am Atlantik gelegen. Das fast 200m hohe Minarett, das größte des Islam, beherrscht die ganze Stadt und ist von weitem zu sehen. In der Nacht strahlt ein Laser Richtung Mekka, der noch in 25km Entfernung zu sehen ist. Für die anschließende Stadtrundfahrt hatten wir einen guten Stadtführer, der uns seine Stadt per Bus sehr ausführlich gezeigt hat und auch die Gegensätze der größten Stadt Marokkos. Wir haben eine katholische Kirche besichtigt und dabei erfahren, dass jede der christlichen Konfessionen hier eine oder manche auch zwei Kirchen betreiben, außerdem gibt es ein Reihe Synagogen. Die Menschen leben friedlich miteinander. Es geht doch, solange keine Fundamentalisten, egal welcher Couleur ins Spiel kommen. Das alte Rathaus war sehenswert, nur Humphry Bogart haben wir nicht getroffen. Wieso auch, der Film „Casablanca“ wurde komplett in Hollywood gedreht. Hier erinnerten nur an einem Kino große Plakate an diesen Film.

Auf Wunsch der Teilnehmer gab es nur einen kurzen Rundgang durch die alte Medina und Souk. Dabei aber war ein sehr schöner kleiner Olivenmarkt. Hier gab es Oliven in allen Variationen und zu einem Preis von dem man nur träumen kann. Es ist natürlich erlaubt zu probieren. Ich habe geschwelgt und auch von einer Sorte gekauft. Für ½ Kilo habe ich umgerechnet 70 Cent gezahlt. Dafür bekomme ich zu Hause bei meinem Türken noch nicht einmal 100 gr.

Zurück auf dem Platz gab es die ersten Kommentare: Was soll ich jetzt so früh hier am Ende der Welt. Wir hätten noch eine oder zwei Stunden länger in der Stadt bleiben sollen. Andere waren froh jetzt ein wenig relaxen zu können.

Ich hatte weiterhin mit der Lösung des Heimholungsproblems zu kämpfen. Es gab Anrufe des ADAC zu beantworten. Wie sich dann am Abend herausstellte, will er der Frau den Rückflug zahlen, aber das Womo nur gegen Kostenerstattung zurück holen. Perestroika hat dann angeboten das Fahrzeug quasi zum Selbstkostenpreis abzuholen.

Mi. 29.04. Aid Benhaddou

Ich habe gerade etwas gegessen; Brotzeit mit den Leckeren Oliven aus Casablanca und wollte jetzt in meinem Bericht weitermachen, doch der Campingwirt hat mir angeboten seinen Internetanschluss für meine Post zu benutzen. Darum werde ich jetzt mit dem Bericht aufhören. Alles weitere dann im Nächsten.

Mi. 29.04. Aid Banhaddou

Der letzte Bericht endete mit Casablanca. Wir haben gestern die Stadt verlassen. Nachdem alles Organisatorische geregelt war (Von Perestroika wird am Donnerstag Susi kommen und das Fahrzeug übernehmen.) haben wir auch unsere Einzelfahrerin zurück gelassen. Auf dem Campingplatz steht sie sicher und die Familie des Besitzers kümmert sich um sie. Auch kann sie jederzeit die Hilfe von Perestroika in Anspruch nehmen. Heute habe ich die Nachricht erhalten, dass die beiden Frauen schon verabredet haben, wie am Donnerstag alles ablaufen soll. So bin ich auch beruhigt und kann mich um die „Problemchen“ der Gruppe kümmern.

Gestern haben wir uns dann schweren Herzens verabschiedet. Es musste sein, wir hatten dann eine lange Etappe bis zu den Cascades d’Ouszoud. Wir mussten vorher vom Campingplatz durch Casablanca. Das war trotz Wegebeschreibung nicht so einfach. In der größten Stadt Marokkos gibt es keine Hinweisschilder zur Autobahn oder zu anderen Städten. Wenn denn durch einen Tippfehler in der Wegebeschreibung bei einem Kreisel die Ausfahrt falsch angegeben ist, steht man lausig im Wind.

Danach war es einfach, es ging übers Land auf einer Landstraße, von der es kaum Möglichkeiten zum Abbiegen gab. Die Landschaft bot nichts Neues erst ab dem letzten Drittel wurde es wieder spannend, denn es ging wieder in den Hohen Atlas und direkt mit einem Pass der sich auf knapp 2.000m hoch wandt. Auf der anderen Seite mussten wir über eine Staumauer, die natürlich militärisch bewacht war und nicht fotografiert werden durfte. Danach ging es erneut bergan mit herrlichen Aussichten auf den Stausee, der in einer phantastischen Hochgebirgslandschaft liegt. Kleine Inseln teilweise mit Bäumen bewachsen lockern die grüne Wasserfläche auf. Die Berge drum herum leuchteten in den verschiedensten Erdfarben.

Wasserfall
Wasserfall

Doch den Höhepunkt des Tages erlebten wir erst gegen Abend. Für 17.00 Uhr hatte ich eine Wanderung zu den Wasserfällen angesetzt an der auch alle teilnahmen. Wir haben den Fluss überquert, der die Wasserfälle speist und sind dann durch Olivenhainen am Fluss entlang gegangen bis zu der Stelle, an der er 120m in eine Schlucht stürzt. Von hier sah das schon gewaltig aus. Doch nachdem wir in die Schlucht abgestiegen waren, hatten wir einen spektakulären Blick auf die Wasserfälle, die ich so nicht erwartet habe. Unser einheimischer Begleiter erklärte uns, dass diese Wasserfälle nach den Victoria-Wasserfällen, die zweitgrößten Afrikas sind. Unten gab es einen Tee und Affen waren zu füttern. Ja hier unten lebte eine große Affenfamilie. Sie waren sehr friedlich und nicht angriffslustig, wie wir schon in Nepal an den Tempeln erlebt haben. Ich konnte einem Affen ein Stück Brot hinhalten und er hat es aus meiner Hand genommen, kurz daran gerochen und es in die Schnauze gesteckt. Wir haben mit einem Boot den Fluss überquert und sind auf der anderen Seite wieder zu unserem Campingplatz aufgestiegen.

Heute hatten wir wieder eine traumhafte Etappe. Wir sind von den Wasserfällen weiter über eine Hochebene Richtung Marrakech (Westen) gefahren. Eine sehr fruchtbare Hochebene auf der hauptsächlich Getreide angebaut wurde, dass schon reif war und an vielen Stellen geerntet wurde.

Vor Marrakech sind wir dann nach Süden abgeschwenkt und wieder in den Hohen Atlas, dessen meisten Berggipfel immer noch Schneebedeckt waren, gefahren. Über einen 2.600m hohen Pass haben wir den Gebirgszug überquert, natürlich wieder mit vielen Aha-Erlebnissen. Man wundert sich immer wieder über die Farbenpracht, die hier jetzt im Frühsommer herrscht. Heute war das Rot des Klatschmohns die überwiegende Farbe. Auf der Passhöhe haben wir an einem schönen Restaurant unsere Mittagspause gemacht. Ich habe eine Berberpizza gegessen, so dass das Abendessen heute ausfiel. Doch bevor wir den CP angefahren haben, sind wir noch in die alte Stadt Aid Banhaddou gefahren. Eine Stadt, die auf einem Hügel auf der anderen Seite eines Flusses liegt. Vom diesseitigen Ufer fallen ein Stadttor und eine toll restaurierte Kasbah auf. Dahinter zieht sich die Medina an einem Berg hoch. Kein Wunder, dass dieses Ensemble schon so vielen Filmen als Kulisse gedient hat. Wir hatten Glück und konnten trockenen Fußes über den Fluss gelangen.

Heute war es wieder sehr heiß und wir waren froh, abends vor dem zu Bett gehen gründlich zu duschen. Nach der Ankunft auf dem Platz wurden wir mit dem berühmten marokkanischen Whisky und Gebäck begrüßt. Dieser „Whisky“ besteht aus grünem Tee mit frischem Pfefferminz.

Hier gab es noch eine kleine Überraschung für mich. Es lag ein kurzer Brief für mich in der Rezeption. Ein Teilnehmer von der letzten Ägyptenreise war vor einer Woche hier und hat mir liebe Zeilen hinterlassen. Das war der Teilnehmer, der mir nach meinem Unfall auf dem Sinai bei der Polizei Beistand geleistet hatte. Über so etwas freut man sich dann.

Do. 30.04. Dades-Schlucht

Heute ging es zunächst wieder durch Wüste über die Straße der Kasbahs. An diesem alten Karawanenweg sind endlos viele Kasbahs zu sehen. Teilweise sind sie verfallen oder liebevoll restauriert, dann sind es meistens Hotels. Am frühen Mittag haben wir die Wüste verlassen und unsere Nase wieder nach Norden gewandt. Es ging in das Tal des Flusses Dades. Eine traumhaft schöne Strecke führte uns wieder in die Berge, immer noch der Hohe Atlas. Grandiose Gesteinsformationen begleiteten uns. Im Tal schmucke kleine Dörfer natürlich auch mit Kasbahs. Die Menschen winkten freundlich, auch die Kinder, die nicht mit Steinen warfen. Wir bewegten uns auf einer Höhe um 1.600m. Das Tal wurde immer enger.

An der Kasbah
An der Kasbah

Zum Schluss, wir glaubten schon es geht nicht mehr weiter, schraubte sich die Straße in engen Serpentinen noch auf 1.880m hoch. Eine Herausforderung für alle Fahrer. Hinter der letzten Kehre gab es ein Café von dem man die nachfolgenden Fahrzeuge beobachten konnte.
Es ging dann noch gut 4 km weiter durch eine enge Schlucht. Hier durfte kein Gegenverkehr kommen, dann hätte einer zurück gemusst. Hinter der Schlucht lag dann unser Campingplatz.

Hier stehen wir für eine Nacht. der Dades rauscht vor ins Tal. Wir sind umgeben von hohen Felsen, die sicherlich 2.500 – 2.800m hoch sind.

Sandsturm
Sandsturm

Heute hatten wir sehr starken Wind schon in der Wüste. Hier oben fegte es ganz ordentlich und da auf dem Platz ganz feiner Staub liegt sieht es im Womo ganz schlimm aus. Es liegt mm hoch der Staub auf Tisch, Sessel, Armaturenbrett und Herd. Gegen Abend ließ der Wind etwas nach und ich habe das Gröbste aufgesaugt. Aber es wird sicher noch Tage dauern, bis alles weg ist. Wir haben auch noch 2 Wüstentage vor uns. Nicht nur der Wagen war verstaubt, sondern auch die Kleider und ich selbst natürlich auch. Ich habe mich gerade im Wagen geduscht und so 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ich war sauber und Bad und Toilette auch.

Fr. 01.05. Todra-Schlucht

Heute hatten wir nur eine Etappe von 110km zu bewältigen. Wir konnten es ruhig angehen lassen. Zunächst ging es zurück durch die enge Schlucht und dann die Serpentinen herunter. Während wir gestern in der Mittagszeit hierher fuhren hatten wir jetzt das Morgenlicht. Die Landschaft stellte sich also im wahrsten Sinne des Wortes in einem anderen Licht dar. Es war wieder überwältigend die Felsformationen aus anderer Sicht und mit anderem Licht zu sehen. Natürlich hatten wir auch wieder Wüste zu fahren.

Bevor wir aber in das Todra-Tal einbiegen konnten, mussten wir eine kleine Stadt passieren. Doch hier wurden wir von der Polizei gestoppt. Auch in Marokko ist der erste Mai der Tag der Arbeit. Wir durften nicht weiter fahren, weil eine Maikundgebung mit Umzug statt fand. Wir wurden auf einen Parkplatz dirigiert und mussten warten, bis der Umzug vorbei war.

Was für ein Umzug, nur Männer und das ist ausgerechnet der Teil der hiesigen Bevölkerung, den man kaum arbeiten sieht. Sie sitzen meist im Kaffeehaus und schwätzen, während ihre Frauen draußen auf den Feldern arbeiten, schwer bepackt und krumm gebeugt die Ernte und das Futter fürs Vieh nach Hause schleppen. Meist haben sie noch ein Baby im Tragetuch auf dem Rücken oder dem Bauch dabei, aber die Männer feiern den Tag der Arbeit.

Doch wir kamen trotzdem um die Mittagszeit ins Tal. Wir sind zunächst am Campingplatz vorbei bis zur Schlucht gefahren und haben hier eine kleine Wanderung gemacht. Wie anders ist doch diese Schlucht, natürlich auch überwältigend. Aber hier herrscht anders als in der Dades ein riesiger Touristenrummel. Ein ständiges Kommen und Wegfahren von großen Reisebussen. Gruppen von Allradtouristen und Motorradfahrer aus der ganzen Welt tummeln sich hier. Verkaufsstände ohne Ende. Es ist wie am Drachenfels. Man hat nicht die Muße die Natur zu genießen. Trotzdem auch dieses Tal mit der Schlucht war die Fahrt hierher wert.

Auf dem Campingplatz mit einem Swimmingpool und schattigen Stellplätzen gab es dann noch genug Zeit zum relaxen.

Ihr interessiert Euch sicher dafür wie es mit unserer Einzelfahrerin weiter gegangen ist. Ich weiß nur soviel, dass Susanne Rettau am Donnerstagnachmittag wie geplant in Casablanca angekommen ist, die beiden Frauen haben alles Administrative miteinander abgesprochen. Gestern ist die Frau dann nach München geflogen und Susi bereits nach Spanien übergesetzt.

So 03.05. Azrou

Nachdem wir fünf Fahrtage, wenn auch mit Besichtigung, hintereinander hatten, ist heute ein Tag zur freien Verfügung eingeplant.

Wir hatten gestern mit 400km die längste der 5 Etappen. Wir haben das Tal der/des Todra verlassen. Zunächst hatte uns noch einmal die Wüste für gut 100km im Griff. Das Übliche hohe Temperaturen und viel Staub. Bei Errachidia sind wir dann in das schöne ZiZ-Tal Richtung Norden eingeschwenkt. Dieses Tal haben wir am Anfang der Reise, nach der Besichtigung der Stadt Fes schon einmal in entgegen gesetzter Richtung befahren, Stichwort „Legionärstunnel“. Es war wieder so schön wie bei der ersten Fahrt. Nach dem Tal kam noch einmal ein Stück Wüste, bevor es wieder über den Hohen Atlas, nun zum letzten Mal, ging.

Es gab einen wunderschönen Aufstieg auf den Col du Zad (2.178m). Grün bewaldet auch mit alten Zedern bewachsen. Nach dem Pass fuhren wir lange durch ein Hochtal. Schnee lag noch rechts und links der Straße. Kleine Bäche mäanderten durch das Tal vereinigten sich zu größeren Bächen und verloren sich dann in kleineren und größeren Seen. Grüne Almen mit Ziegen und Schafen, aber nur vereinzelt Rindern. Dafür aber Störche in großer Anzahl. Hier muss ein Paradies für Störche sein.

Am Ende des Hochtales begann dann Wald und es ging von rund 1.850m auf 1.500m runter. Der Wald auch wieder etwas Besonderes. Nicht nur Fichten und Pinien sondern auch alte Zedern, die hier schon seit Jahrhunderten stehen. Ich hatte bislang nur den Libanon als das Land der Zedern betrachtet, musste jetzt aber feststellen, dass es hier mehr Zedern gibt als dort.

Zurück zu den Störchen, für mich ist Marokko das Land dieser Vögel. Hier am Campingplatz sind in unmittelbarer Nähe sechs Nester, alle bewohnt und mit Nachwuchs. Die Alten fliegen unentwegt über unseren Köpfen und schaffen Nahrung für die Jungen heran. Ab und zu wird auch Reisig zur Nestreparatur herangeflogen.

Heute habe ich etwas länger geschlafen als sonst. Doch die innere Uhr weckt noch zu früh. Habe draußen gefrühstückt obwohl es kühl ist. Wir befinden uns noch auf einer Höhe von 1.500m. Nach dem Frühstück war geplant das Womo auf Vordermann zu bringen, d.h. gründlich zu reinigen und aufzuräumen.

Auf dem morgendlichen Weg durchs Lager sagte mir einer der Teilnehmer, dass er heute seinen 45. Hochzeitstag habe. Ich sagte ihm, dass ich ihm nur mit seiner Frau zusammen gratulieren würde und gleich an seinem Wagen vorbei käme. Als ich dorthin kam hieß es ich solle mir einen Stuhl und ein Glas holen. Einige von der Gruppe waren auch schon da. Ja und dann gab es einen kleinen Umtrunk mit Imbiss. Alles aus eigener Fertigung, bis auf Wurst und Käse. Schnaps, Früchtetopf und eingelegte Gurken selbst hergestellt auf der Baar im Schwarzwald.

So gingen 1 ½ Std. vorbei, ohne dass ich etwas von meinem Plan im Womo umgesetzt hatte. Doch dann konnte ich mich doch loseisen und das meiste abarbeiten was ich mir vorgenommen hatte.

Komme jetzt vom Grillessen. Da kein Frischfleisch, keine Milchprodukte, Früchte und Gemüse in die EU eingeführt werden dürfen, müssen die Kühlschränke ausgeräumt werden. Obwohl es geregnet hat und für uns empfindlich kalt war, hatten wir zu siebt doch einen sehr schönen Abend.

Mo. 04.05. Chefchaouen

Wir sind wieder ein Stück nördlicher. Nachdem wir den Hohen Atlas, den Anti-Atlas und den Mittleren Atlas durchfahren haben fehlte uns noch das Rif-Gebirge. Das haben wir nun heute erreicht. Wieder neue Eindrücke und auch Aha-Erlebnisse. Das Gebirge war anfangs nicht so schroff. Es ging wie durch ein europäisches Mittelgebirge. Nur die Straßenränder waren gesäumt von Azaleen, manchmal unterbrochen von Kakteen, die gelb blühten. Die Agaven bildeten richtige Zäune längs der Straße. Doch fast jede zweite war dem Tode geweiht, denn sie hatten Blütenstände gebildet, die zwischen 2 – 3 m hoch waren. Allerdings gab es nur an wenigen schon Blüten. Wie Ihr ja wisst, blüht eine Agave nur einmal und dann stirbt sie ab.

Je weiter wir ins Rif-Gebirge kamen, umso enger wurden die Täler und die Berge immer steiler. Anfangs waren die Hügel abgerundet und prangten in sattem grün und gelb. Teilweise waren sie mit Olivenbäumen bewachsen und Rinder, Schafe und Ziegen weideten auf den “Almen“. Als die Hänge steiler wurden wischen die Olivenbäumen und Weiden mehr und mehr Nadelgehölz, vorwiegend Pinien. Die Stadt bot sich nach einer steilen Kehre plötzlich wie ein Vogelnest an dem gegenüberliegenden Steilhang dar. Eine weiß–blaue Stadt. Wir mussten durch die engen Straßen hinauf auf den Campingplatz, der neben einem Hotel über der Stadt thront.

Man hat einen wunderschönen Blick ins Tal und die gegenüberliegenden Berge. Wilhelm meinte, wenn man da so hinüber schaut, könnte man meinen, man sei in Südtirol. Die Stadt war das Hauptquartier der Rifkabylen, die in den 20er Jahren des 20 Jh. gegen die Fremdherrschaft der Spanier und Franzosen kämpften.

Di. 05.05. Herkulesgrotten

Die Fahrt hierher war anfangs sehr schön, denn es ging weiter durchs Rifgebirge, doch je näher wir Tanger kamen, umso uninteressanter wurde es. Die Landschaft ist zersiedelt und wo so viele Menschen leben gibt es auch viel Müll.

Es gab noch einen Einkaufsstopp am Supermarkt „Marjan“. Hier konnte das letzte marokkanische Geld ausgegeben oder vertankt werden. Umtausch von Dirham in € ist so gut wie unmöglich. Nur bei Schwarzhändlern geht es manches Mal, doch zu einem sehr schlechten Kurs.

Der Campingplatz hier ist übervoll. Außer einigen Einzelfahrern sind 3 Gruppen hier. Mit uns noch der holl. ANBW und ein belg. Veranstalter „Pasar“.

Nachmittags habe ich noch einen kleinen Spaziergang zum Strand gemacht, um mir die Herkulesgrotte anzusehen. Ich habe aber das Unternehmen abgebrochen, denn an der Uferkante hat sich ein Café und Restaurant neben dem anderen etabliert. Zugang zum Strand ist nur über die Terrassen dieser Lokale möglich. Die Einheimischen und vor allem die Jugendlichen scheint das nicht zu stören. Die Jugendlichen tobten im Wasser des Atlantiks. Der Strand ist felsig und steil.

Mi. 06.05. El Puerto de Sta Maria (E)

Wir sind wieder in Europa und stehen auf einem Campingplatz mit europäischem Standard. Alles was das Camperherz begehrt, ist vorhanden. Wie sind wir hier hin gekommen?
Gestern habe ich erfahren, dass die holländische ANWB-Gruppe auch von Tanger nach Europa übersetzt. Sie wollten zwischen 6.00 und 6.30 Uhr starten. Ich habe darum unsere Abfahrt auf 7.30 Uhr angesetzt. Das war gut so. Wir waren um kurz nach 8.00 Uhr im Hafen. Die Abfertigung durch Polizei (Passkontrolle) und Zoll war für die ganze Gruppe nach einer Stunde erledigt. Ich habe dann noch die Fährtickets bei unserer Reederei umschreiben lassen und jetzt hieß es nur noch auf die Fähre warten.

Wir hatten genügend Zeit, Kaffee zu trinken und das Treiben im Hafen zu beobachten. Die Wagen, die durch den Zoll kommen werden auch von unten gründlich geprüft. Man will vermeiden, dass illegale Auswanderer sich in und auf Autos verstecken.

Gegen 11.00 Uhr kam unsere Fähre. Nachdem alle Fahrzeuge und Passagiere die Fähre verlassen hatten, begann der Beladevorgang. Hierbei wurden noch einmal alle Fahrzeuge gründlich kontrolliert, wobei es bei uns leger zuging. Wie wichtig diese Kontrolle ist konnte ich aus der ersten Reihe beobachten. Die Ladung von zwei offene LKWs, wurde noch einmal von der Polizei kontrolliert und sie wurden fündig. Plötzlich kamen 5 Marokkaner aus der Ladung gekrabbelt und versuchten zu flüchten. Doch die Polizei war schneller und hat sie mit Handschellen an den Handläufer zur Fähre gefesselt. Es war sicher demütigend für die jungen Männer, denn wir mussten alle vorbei fahren.

Mit der Fähre ging es dann über die Straße von Gibraltar wieder nach „Old Europe“. Hier haben wir die Uhr auf MESZ umgestellt (2 Std. vor) und waren daher um 15.15 Uhr in Algeciras. Die Kontrolle auf der spanischen Seite bestand aus einer Pass und Gesichtskontrolle. Der Zoll wollte nichts von uns. Wir hatten noch eine 2-stündige, sehr schöne Fahrt über ausgezeichnete Straßen bis hierher.

Do.07.05.El Puerto de Sta. Maria

Was für ein Name für eine kleine Stadt. Früher hieß sie nur Sta Maria, wie viele Orte in katholischen Ländern. Doch dann ergab es sich, dass eine Caravelle die mit ihrem Kapitän, die beide aus diesem Ort stammten, Kolumbus auf seiner Entdeckungsreise nach Amerika begleiteten und berühmt wurden. Natürlich wollte die Stadt auch etwas von dem Ruhm abhaben und nannte sich danach: El Puerto de Sta. Maria (Der Hafen der „Santa Maria“).

Heute war der Abschlusstag unserer fast 7-wöchigen Reise und was für ein Tag!! Um 11.00 Uhr holte uns der Bus und einheimischer Reiseleiter ab. Es ging in die Stadt Jerez, bekannt durch Ihre Pferde und Weine. So war unsere erste Station die andalusische Hofreitschule. Hier haben wir 1 1/2 Std. eine Pferdeshow vom Feinsten erlebt. Die Meisten waren hin und her gerissen. Tolle Reiter und wunderschöne Karthäuser-Pferde, eine Rasse, die fast ausgestorben war, haben uns die Hohe Schule der Reiterei nahegebracht.

Nach einer Mittagspause haben wir den Alkzar besichtigt, der im Maurischen Stil erbaut ist. Gegenüber die Freitagsmoschee, die nach der Rückeroberung durch die Christen zu einer Kathedrale umgebaut wurde.

Danach war natürlich die Besichtigung einer der vielen Sherry-Kellereien angesagt. Es musste natürlich eine der Großen sein. Es war nicht Osborne oder Sandemann sondern Gonzales-Byass mit ihrem „Tio Pepe“. Eine sachkundige junge deutsche Frau, die in die Dynastie eingeheiratet hat, erklärte uns anschaulich die Entstehung des Sherrys. Es war hoch interessant. Natürlich durfte auch eine Weinprobe nicht fehlen. Die Stimmung der Gruppe stieg.

Das war aber noch nicht alles. In der Hauptstadt des Flamencos, durfte dieser doch nicht fehlen. Also ging es noch in eine ursprüngliche Bodega. Hier wurde uns ein Essen serviert, das natürlich nach dem vielen Couscous und Tajine ein willkommene Abwechslung war. Dann die Flamencoshow. Eine Stunde lang Unterhaltung vom Besten. Ich habe so etwas noch nicht erlebt. Es ist unglaublich was man mit nur einer Gitarre, Händen und Stimmen machen kann. Bei den Tänzen waren die Füße natürlich das Hauptinstrument. Vier Männer und drei Frauen haben uns voller Hingabe gezeigt, wie Zigeuner mit Musik, Gesang und Tanz ihre Gefühle ausdrücken können. Mir fehlen immer noch die Worte um meine Begeisterung auszudrücken.

Gegen 20.00 Uhr waren wir wieder auf dem Campingplatz. Hier hatte ich noch eine kleine Überraschung zum Abschluss vorbereitet. Ich wollte nicht, dass die Gruppe morgen in alle Winde auseinander geht ohne sich zu verabschieden. Auf der Terrasse des Restaurants hatten sie für uns einen langen Tisch gedeckt und es gab für jeden Tapas und Sangria. Wir haben die Reise noch einmal Revue passieren lassen und die eine und andere Anekdote erzählt und alle waren der Meinung, dass wir eine sehr schöne Reise miteinander hatten, auch diejenigen, die zwischendurch schon einmal gemeckert hatten.

Der Abschied viel dann Einigen auch sichtlich schwer. Ich bin einmal gespannt, wie viele im Herbst zum Nachtreffen kommen. Das war das Ende einer alles in allem schönen Reise. Sie wäre für mich noch schöner gewesen, wenn Marlis dabei gewesen wäre.

Ein Kommentar

  1. Ein wirklich toller Reisebericht! Es ist interessant zu lesen, wie Marokko auch mit einem Wohnmobil erkundet werden kann…

    Wer noch mehr Erfahrungen und Inspirationen für seine kommende Marokko Reise erhalten möchte, kann sich kurze Marokko Reiseberichte bei uns durchlesen.
    Natürlich ist jede Reise einzigartig und jeder erlebt Marokko auf seine Art – ob mit dem Mietwagen und ausgesuchten Unterkünften oder mit dem Reisemobil –Marokko ist immer eine Reise wert.

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