Womo zieht’s Richtung Heimat, Zwischenstopp Strasbourg

Stein am Rhein begrüßte uns mit einem strahlend blauem Himmel wie bestellt. So soll es sein. Die Sanitäreinrichtungen des Campingplatzes sind in einer gediegenen Mischung aus moosgrün und bahamabeige gehalten, aber picobello sauber und mit gutem Wasserdruck. Der Preis stimmte auch im Vergleich zu den edlen Alpencampingplätzen.

Klosterhof des Klosters St. Georg in Stein am Rhein
Klosterhof des Klosters St. Georg in Stein am Rhein
Die Wandmalereien regen die Fantasie an.
Die Wandmalereien regen die Fantasie an.

Ein kleiner Morgenspaziergang ins malerische Städtchen endete in dem gestern schon entdeckten Käseladen, wo wir unsere letzten Fränkli versenkten. Egal wo wir landen, als Souvenirs gibt’s entweder Kirchenführer oder lokale Käsespezialitäten, oder beides.

Schweizer Verführung beim Chas Graf
Schweizer Verführung beim Chas Graf

Im Anschluß starteten wir Richtung Norden durch – zunächst eine gemütliche Tour entlang des Hochrheins bis Basel, die zwar ganz nett, aber doch von einer Menge Industrie gesäumt war, und dann auf die A5, um nicht die ganze lange Strecke nach Hause wieder an einem Tag machen zu müssen. Wie beim Hinweg zogen sich die gut 120 Kilometer von Lörrach nach Straßbourg dann auch ziemlich in die Länge. Als mein Internet zwischendurch mal seinen Dienst tat, guckte ich uns einen Stellplatz in Kehl am Rhein raus, gleich gegenüber von Straßburg.

Über die Europabrücke ging’s nach Frankreich rüber, ein etwas abseits vom Zentrum gelegener Parkplatz war leicht zu finden, drei oder vier Stationen mit dem Bus führten uns direkt ins historische Zentrum zur Kathedrale, die wir natürlich permanent mit „unserem“ Dom abglichen. Peinliche Bildungslücke: die hat ja nur einen Turm! Der andere Turmstumpf sieht aus, als hätte der Erzbischof sich dort ein Penthouse gebaut. Die örtlichen Kirchenführer schweigen sich über diesen Fakt aus und tun so, als gehört das so, auch in Wikipedia steht nur, daß ein zweiter Turm zwar geplant, aber nie umgesetzt worden sei. Vermutlich war das so ähnlich wie beim Kölner Dom mit seiner Dauerbaustelle, als die Gotik aus der Mode kam und das Geld knapp wurde.

Sieht seltsam aus mit dem einen Turm, oder?
Sieht seltsam aus mit dem einen Turm, oder?

Direkt vor der Kathedrale kann man sich ins Café setzen und die nachmittäglich beleuchtete Fassade bewundern. Viel filigraner als in Köln, kleine freistehende Reiterstatuen (!) auf den Vorsprüngen, und feiner Skulpturenschmuck.

Portal Straßburger Münster
Mittleres Portal am Münster.

Anscheinend haben hier viele Meister hintereinander ihre Ideen eingebracht, aber als Laie hat man schon einen einheitlichen Eindruck (bis auf den fehlenden Turm, der irritiert ziemlich). Beneidenswert die anscheinend weitestgehend erhaltenen Fenster der Kathedrale, die zwar stark restaurierungsbedürftig sind, aber in der Summe doch gegenüber Köln ein wunderbar einheitliches Bild abgeben. (Habe gerade nachgesehen, es gab während des Krieges doch ein paar Bombenschäden, aber man sieht die Auswirkungen auf den ersten Blick nicht so.)

Die Ausfahrt aus Straßburg war dann ein ziemliches Drama, bis man aus diesem Straßengewirr herausfindet, das dauerte. Oder wir haben uns besonders dämlich angestellt, wer weiß? Am Ende stand jedenfalls die Europabrücke, und ein funktionierendes GPS an meinem Telefon, das uns direkt zum Stellplatz unweit des Rheinufers in Kehl brachte. Das Wetter ist sehr mild hier, und rund 10 Reisemobile hatten sich schon eingefunden. Ein klassischer Womo-Stellplatz mit Versorgungsstation, Strom und Parkschein zu sechs Euro pro 24 Std. am Automaten. (Kleingeld mitbringen!)

In der Nähe gibt es einen russischen Supermarkt, wo die Damen noch stilgerecht zum Weltfrauentag begrüßt wurden („Поздравляю, девчата“). Mal sehen, ob’s da morgen früh frische Brötchen gibt …

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