Howerla – Rachiw – Uschhorod: Ein Tag auf der Straße

Morgens ziehen die Kühe erstmal in entgegengesetzter Richtung den Berg hinauf. Wir hätten uns ja gerne einen Jeep oder Kamas organisiert, der uns mit auf die für uns unbefahrbaren Anhöhen des Howerla nimmt, aber man muß in Rachiw mangels touristischer Einrichtungen schon wissen, wo man fragt. Deshalb machen wir uns auf den Rückweg.

Die Kühe heute morge in die andere Richtung an uns vorbei. Gab einen kleinen Anschiß vom Hirten, was ich da im Weg rumstehe mit dem Fotoapparat.
Die Kühe heute morgen in die andere Richtung an uns vorbei. Gab einen kleinen Anschiß vom Hirten, was ich da im Weg rumstehe mit dem Fotoapparat.

Womo-Bad ist dekadent, ich will die kalte Wasserflasche zum Waschen!
Womo-Bad ist dekadent, ich will die kalte Wasserflasche zum Waschen!

Vorher sammeln wir von dem naturnahen Grillplatz noch vier Säcke Müll ein, die unsere „naturliebenden“ Vorgänger hier auf ca. einem Quadratmeter hinterlassen haben. Ich werde es niemals begreifen. Niemals. Und ich rege mich jedesmal wieder auf. Die pfandfreien Plastikflaschen sind eine Pest, und wer kommt auf die Idee, daß Glasflaschen und Konservendosen im Wald schon irgendwie verrotten werden? Auf dem Weg durch die Dörfer und auch unten im Rachiw-Gebiet finden sich alle paar hundert Meter Container für die PET-Flaschen, offenbar eine Initiative irgendeiner Nichtregierungsorganisation. Ein Anfang, aber die meisten der Container sind überfüllt, keine Ahnung wie oft sie geleert werden. Immerhin werden sie benutzt.

Eingesammelter Müll
Nicht mehr als 10 Minuten gesammelt, auf höchstens anderthalb Quadratmeter
PET-Container
PET-Container

Wir beschließen, unsere Rundtour nach diesem Höhepunkt (meine ich jetzt trotz des vorherigen Absatzes ernsthaft, die sternklare Nacht, der Berg im Rücken, der Fluß – alles wunderbar, ließ sich durch kaum einen Stellplatz mehr toppen) zu beenden und uns wenn möglich in einem Rutsch nach Uschhorod zurückzuhangeln – es gibt eine mehr oder weniger durchgehende Straße im Süden, die wir vor zwei Jahren auch an einem Tag bequem mit dem PKW gefahren sind, inklusive Fotopausen. Heute wird es heißer und anstrengender.

Erster Stopp wieder mal der geographische Mittelpunkt Europas, der kurz hinter Rachiw liegt, zusammen mit vielen anderen Touristen. Danach aber weiter durchs Land, die Strecke ist doch für Langstrecke, und wenn man vorankommen will, einigermaßen mies, es klappert heute an allen Ecken und Enden. Letztlich sind es gerade mal gut 200 Kilometer.

Pössl im Zentrum Europas
Pösslchen im Zentrum Europas

Ein paar Impressionen vom Tag:

Den Berg runter entlang der Holzhäuser, die sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert haben. Satellitenschüsseln sind neu.
Den Berg runter entlang der Holzhäuser, die sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert haben. Satellitenschüsseln sind neu.
Im Herbst sind Parlamentswahlen in der Ukraine, Plakate überall, Witali Klitschko ist mit seiner Partei UDAR (= Schlag) dabei
Im Herbst sind Parlamentswahlen, Plakate überall, Witali Klitschko ist mit seiner Partei UDAR (= Schlag) dabei
Störche in Tjatschiw. Dieses Jahr gibt es überdurchschnittlich viele davon, ich habe auf dieser Reise mehr Störche gesehen als in meinem ganzen Leben davor.
Störche in Tjatschiw. Dieses Jahr gibt es überdurchschnittlich viele davon, ich habe auf dieser Reise mehr Störche gesehen als in meinem ganzen Leben davor.
Letzte Mittagspause im Feld. Eine Jesus-Skulptur steht mitten im Grünen und wacht über uns
Letzte Mittagspause im Feld. Eine Jesus-Skulptur steht einsam im Grünen und wacht über uns
Ungefähr hier bekam Ray einen seiner seltenen Wutanfälle: Linien ziehen sie frisch, wie wär es damit, vorher mal Straße die auszubessern?
Ungefähr hier bekam Ray einen seiner seltenen Wutanfälle: Linien ziehen sie frisch, wie wäre es damit, vorher mal die Straße auszubessern?

Abends kommen wir müde und durchgerumpelt in Uschhorod an und werden von einer kleinen Schwester und einer warmen Dusche begrüßt. Noch ein paar Tage mit Freunden hier in der Stadt, und dann geht es schon wieder auf in Richtung Heimat.

3 Kommentare

  1. hallo Ihr alten „Russen“, wann seid ihr denn wieder in der Heimat?
    Wir sind schon wieder in Kölle. Jetzt werde ich mal die Bilder sortieren und noch einiges hier veröffentlichen.
    LG Jo

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