Unsere Tour 2012 / 2013 durch Griechenland – Teil 4

Ein Reisebericht von Edith & Horst Klütsch

Teil 04: Der November

Pünktlich zum 01. November haben wir unseren Standort verlagert. An unserem bisherigen Strand bei Vonitsa wurde nun das Wetter schlechter, die Temperaturen gingen auf Werte von ca. 18 Grad zurück und was viel wichtiger war, das Meer wurde kälter und das Baden darin machte nun keinen Spass mehr. Wir sind rund 200 Km südlicher gefahren und stehen nun auf dem Peleponnes am Ort Elea im dortigen Pinienwald. Hier sind die Temperaturen mit 25 Grad wärmer und auch das Meer hat noch rund 22 Grad und damit Badetemperatur. Elea – Griechenlandkenner unter den Wohnmobilisten wissen was gemeint ist, kilometerlanger Sandstrand, herrlicher Pinienwald, ca. alle 100m einen Wasserhahn und an der Zufahrtsstrasse Müllcontainer – Camperherz, was willst du mehr. Bei unserer Ankunft waren ca. 15 Wohnmobile hier, einige sind aber zwischenzeitlich gefahren denn sie „müssen“ Weihnachten zu Hause sein. Uns soll`s recht sein und so haben wir einen schönen Stellplatz für den kommenden Winter gefunden. Schon seit über 20 Jahren fahren wir bei unseren Griechenlandaufenthalten immer mal wieder den Platz an und haben auch schon zwei mal hier überwintert. Aber einiges hat sich doch geändert. Wurden früher hier die sogenannten wilden Hunde im Herbst vergiftet bzw. abgeschossen, so sind seit diesem Jahr, mit behördlicher Genehmigung, die Tiere hier geschützt. Es gibt eine Futterstelle und um das Ganze kümmert sich der Tierschutzbund und einige angagierte Camper hier vor Ort und so sind mittlerweile über 15 Hunde auf dem Gelände. Die Hunde sollen aber nicht für immer hier bleiben sondern suchen ein neues Zuhause. Alle werden entwurmt, entfloht, geimpft und mit den nötigen Papieren versehen, auch die Kastration bzw. Sterilisation wurde nicht vergessen (außer bei Welpen).

Wer also einen neuen Vierbeiner sucht wird hier sicherlich fündig werden. Die glücklichen Fellnasen, die ein neues Heim erwartet, werden mehrmals im Jahr von den Mitarbeitern des Tierschutzes nach Deutschland gebracht und wer es gar nicht abwarten möchte, kann seinen neuen Partner auch gleich vor Ort abholen.

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Es gibt Hunde jeden Alters, vom Welpen bis zum mehrere Jahre alten Tier und auch die Wesen sind verschieden, von lebhaft über zurückhaltend bis total erschmust. Wer jetzt Interesse hat bitte kurze EMail an mich, ich leite es an die zuständigen Mitarbeiter weiter.

Wir selber kümmern uns zur Zeit um eine weiße Katze und einen roten Kater, ein Geschwisterpärchen im Alter von jetzt 3 Monaten, die hier am Müllcontainer ausgesetzt wurden. Auch die beiden suchen jetzt dringend ein Zuhause. Auch die beiden werden mit allen Impfungen versehen, haben Papiere und sind bis dahin sterilisiert bzw. kastriert.

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Einer unserer Ausflüge bringt uns als erstes nach Agrili, zum Märchenschloss von Dr. Harry Fournier, ein beliebtes Ausflugsziel nicht nur für Kinder. Das Schloss wurde seinerzeit vom Engländer Harry Fournier zu privaten Zwecken erbaut und ist heutzutage auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Öffnungzeiten: 09:00-14:00 Uhr und 17:00 – 20:00 Uhr.

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Das nächste Ziel ist die Hafenstadt Pilos mit der vorgelagerten Bucht von Navarino. Am 20. Oktober 1827 lag in der Navarinobucht fast die gesamte türkisch – ägyptische Flotte vor Anker. 90 Schiffe mit rund 2500 Kanonen, an Land hatten 20.000 Mann ein Feldlager errichtet. Von See her kam der Gegner, eine Flotte der Verbündeten England, Frankreich und Russland, allerdings weit in der Unterzahl, denn sie hatten nur 27 Schiffe mit 1200 Kanonen.

Als erwiesen gilt, daß der erste Schuss gegen Mittag von einem türkischen Schiff kommt und so entbrennt in kürzester Zeit die letzte große Seeschlacht mit Segelschiffen. Historiker fragen sich noch heute, wie es gelang, alle Schiffe in dieser kleinen Bucht unterzubringen, denn zum Manövrieren blieb da kaum Platz. Im Morgengrauen des nächsten Tages war die Schlacht entschieden, nur 25 Schiffe der Türken lagen noch auf dem Wasser, die Verluste der Alliierten waren vergleichsweise gering. Damit hatten die Griechen die Unabhängigkeit von den Türken erlangt ohne das auch nur ein Grieche an der Schlacht beteiligt war.

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Wir bummeln durch den gemütlichen Ort, sehen uns den Hafen an und genießen auf der örtlichen Platia den Kaffee. Weiter geht es nach Methoni, es zählt zu den wichtigsten geschichtlichen Gebieten der Peloponnes. Hier finden wir die größte und besterhaltenste Venezianerburg im gesamten Mittelmeerraum.

Hauptsehenswürdigkeit ist die ehemalige Stadt mit ihren noch gut erhaltenen Stadtmauern und Toren, die zur Landseite hin vorgelagerte moderne Festung und die Ruinen der Stadt. Ein besonderes Wahrzeichen ist der Burtzi genannte, am Südende des Kaps gelegene Meeresturm mit seiner markanten Kuppel. Dieser Turm wurde als eigene kleine Festung mit Tor und Mauer angelegt. Er diente als Landmarke an der Hafeneinfahrt, als Wachturm und wohl auch als letzte Zufluchtstätte.

Methoni wird bereits in Homers Ilias als Pedasos erwähnt und war in der Antike wegen ihres natürlichen Hafens eine bedeutende Hafenstadt. Sie wurde zusammen mit Pylos im zweiten Messenischen Krieg bis 620 v. Chr. als letzte gegen Sparta von den Messenern gehalten, war anschließend aber bis 370 v. Chr. unter der Herrschaft Spartas. 431 v. Chr. versuchten die Athener erfolglos die Stadt zu erobern. Während der römischen Bürgerkriege befestigte Marcus Antonius Methoni stark und der römische Kaiser Trajan erklärte Methoni Anfang des 2. Jahrhundert n. Chr. zur freien Stadt. Während der byzantinischen und venezianischen Zeit (ab 1124) wurde die Stadt mit mächtigen, noch heute sehr gut erhaltenen Stadtmauern versehen. 1498 eroberten die Osmanen die Stadt, von 1686 bis 1715 war Methoni noch einmal kurz unter der Herrschaft von Venedig. Im Griechischen Unabhängigkeitskrieg wurde die Stadt 1825 verwüstet, aber 1827 durch französische Truppen befreit und an Griechenland übergeben. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Festung von der deutschen Wehrmacht als Stützpunkt genutzt und durch Bombardierung der Streitkräfte der Alliierten schwer beschädigt.

Wir besichtigen die Festungsanlage und die vorgelagerte Festung Burtzi.

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Auf der Rückfahrt stellen wir fest, daß das ganze Gebiet fast nur aus Olivenhainen besteht und es ist gerade Erntezeit. Überall sind die Bauern auf ihren Plantagen und ernten die Oliven, die entweder zu erstklassigem Öl oder zu eingelegten Oliven verarbeitet werden.

Jetzt, Ende November, scheint immer noch täglich die Sonne, die Tagestemperaturen liegen über 20 Grad und das Baden im Meer ist auch noch möglich.

Ein Kommentar

  1. Hallo,

    Euer Reisebericht über Griechenland hat uns sehr gefallen und wir würden gerne wissen wo genau der Campingplatz bei Elea ist und wie er heißt. es wäre schon schön wenn Ihre eine Karte von der Reise eingestellt hättet so hätte man die Route genau verfolgen können. wir möchten gerne auch in Griechenland Überwintern und würden uns über den genauen Standort in Elea
    sehr freuen

    mit freundlichen Grüßen
    Angelika Müller

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