Siena am Sonntagmorgen, weiter Richtung Crete

Toskana mit dem Wohnmobil, Tag 9 (Siena – Crete)

Die Nacht auf dem unsäglichen „Busparkplatz“ in Siena war erstaunlich ruhig, wenn wir auch zum ersten Mal das Bedürfnis hatten, unseren „Knackerschreck“, eine Stange zwischen den vorderen Türen, die das Öffnen verhindern und vor allem optisch abschrecken soll, nächtens zu installieren.

Der unsägliche Stellplatz. Die Gemütlichkeit läßt sich kaum steigern …
Der unsägliche Stellplatz. Die Gemütlichkeit läßt sich kaum steigern …

Morgens nutzten wir wieder die Rolltreppe in die Oberstadt, um bei strahlend blauem Himmel mit Schäfchenwolken möglichst früh auf den Facciatone, der Langhausfassade des unvollendeten Neubaus, zu klettern. Einen feinen Blick auf die Kathedrale, die ganze Stadt und das Umland gab’s zur Belohnung. Als die Massen in die Stadt strömten, waren wir schon wieder auf dem Rückweg.

Sonntagmorgen auf der Piazza del Campo
Sonntagmorgen auf der Piazza del Campo
Die Lektüre zur Reise: der neue Dan Brown spielt in Florenz, und ich sehe neuerdings die Schauplätze direkt vor mir. Cool.
Die Lektüre zur Reise: der neue Dan Brown „Inferno“ spielt in Florenz, und ich sehe neuerdings die Schauplätze direkt vor mir. Cool.
„Werbung anbringen verboten“. Stilvoller geht ein Verbotsschild kaum, oder?
„Werbung anbringen verboten“. Stilvoller geht ein Verbotsschild kaum, oder?
Treppenstrukturen.
Treppenstrukturen.
Im Baptisterium
Im Baptisterium
Blick vom Facciatone.
Blick vom Facciatone.
Mir war nach Details heute.
Mir war nach Details heute.

Wir nutzten unsere 24 Stunden voll aus, tankten Wasser nach und ließen unser Dreckwasser in Siena. Neuankömmlinge berichteten, daß man auf dem nahegelegenen Campingplatz sage und schreibe 50 Euro die Nacht für Womo + 2 Personen verlangt.  Dann ging es bei leichtem Regen Richtung Süden, um uns irgendwo in der Gegend um Motalcino, Montepulciano und Pienza einen schönen Platz für ein paar Tage zu suchen. Sämtliche Vorschläge in den Führern paßten uns irgendwie nicht, wir wollten keinen Parkplatz, sondern was Gemütliches und gerne auch mal wieder 220 Volt und eine Dusche dabei. Die Baedeker-Karte schließlich rettete uns mit dem kleinen unauffälligen Zeltsymbol in San Giovanni d’Asso, ziemlich genau in der Mitte der Gegend, wo wir hinwollten.

Pösslchen freut sich am Panoramablick.
Pösslchen freut sich am Panoramablick.

Erwähnte ich, daß das hier Klischee-Toskana schlechthin ist? Wir hatte uns gerade abgewöhnt, die Postkartenbilder, die man so von der Toskana im Kopf hat, ständig zum Vergleich der Realität heranzuziehen, da kommt sie schlagartig um die Ecke – und sieht genau so aus, wie man sich die Toskana so vorstellt. Crete heißt die Gegend, sie besteht aus unglaublichen Rundum- und Fernsichten, viel Weideland und Getreideanbau, ein paar Schafen und Kühen, und den obligatorischen Zypressen auf den Bergkämmen. (Wir haben ja den Verdacht, daß die Bäume zu Saisonbeginn für die Touristen rausgeholt werden …)

Am Abend ein Spaziergang nach Monterongriffoni, ein beinahe verlassenes Dorf in der Nähe, mit Quellen, einer alten Kirche und verlassenen Restaurierungsprojekten. Von 20-30 Häusern sind etwa acht bewohnt, der Rest verfällt inklusive der angelehnten Baugerüste. Die Immobilienpreise sind hier übrigens auf den kleinsten Dörfern etwa auf dem Niveau von Köln: kleinste Wohnungen ab 150.000, mittlere nicht unter 300.000 Euro, für ein Haus muß man ab 800.000 Euro aufwärts ausgeben. In Monterongriffoni bekomme ich wieder mal Lust, eine alte Bruchbude zu renovieren. Haltet mich bitte zurück, wenn es ernst wird.

Auch auf dem Campingplatz blitzt die Klischeetoskana im Hintergrund durch.
Auch auf dem Campingplatz blitzt die Klischeetoskana im Hintergrund durch. Übrigens 10% Rabatt auf Acsi-Karte, bleiben 19,80 die Nacht für volles Campingplatzprogramm inkl. freiem WLAN mit dem längsten Passwort ever.
Die ehemalige Trattoria von Monterogriffone. Das Wappen ist immer das einzige am Haus, was poliert und in gutem Zustand ist.
Die ehemalige Trattoria von Monterogriffone. Das Wappen ist immer das einzige am Haus, was poliert und in gutem Zustand ist.

Eine frische Tomatensauce belohnt uns für den langen Abendspaziergang. Jetzt teilen wir uns den liebevoll gestalteten Campingplatz, der erst seit 2 Monaten existiert, nur mit einer zeltenden Familie. Ruhe.

Ein Kommentar

  1. „Knackerschreck“:
    ich hatte euch ausdrücklich vor den marodierenden, plündernden Mafiosi-Banden gewarnt und dir meine kombinierte Starkstromschlag-Selbstschußanlage angeboten :-)
    ….sehr schöne Fotos!

    LG Jo

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