Apokalypse now! Kurvenfahrt im Dauerregen durch das toskanische Erzgebirge

Toskana mit dem Wohnmobil, Tag 17 (San Galgano – Larderello – Volterra)

Der Morgen an der Ruinen-Abtei wollte nicht so recht. Bedeckter Himmel, von gutem Ostlicht konnte keine Rede sein, aber wir unterbrachen um 9 Uhr unser Frühstück, um die Abtei von innen ganz für uns zu haben. Überhaupt nicht das Licht, das ich mir gewünscht hatte, aber trotzdem umwerfend. Offenbar hat man in den 60ern die Ruinen noch einmal etwas gepimpt, aber im Wesentlichen steht das hier, wie es um 1600 aufgegeben wurde. Und kein Mensch außer uns drin.

San Galgano - Bick nach Osten.
San Galgano – Bick nach Osten.

Seitenschfff in San Galgano
Seitenschfff in San Galgano
Blick von Osten.
Blick von Osten.

Wir überlegten, ob wir eine kleine Runde drehen und heute abend noch einmal zurückkommen sollten, um kurz vor Toresschluß das Abendlicht von innen zu nutzen; nach einem Blick auf den Kalender haben wir das aufs nächste Mal verschoben und uns auf den Weg in Richtung Geothermie und Volterra zu machen. Die zahlreichen Kurven auf der Strecke wurden durch einen ausdauernden Regen, der überhaupt nicht mehr aufhörte, begleitet.

Irgend so ein geologisches Phänomen auf der Strecke …
Irgend so ein geologisches Phänomen auf der Strecke …
Der wollte nur noch weg …
Der wollte nur noch weg …
Apokalypse now!
Apokalypse now!
Blauer Himmel kann jeder …
Blauer Himmel kann jeder …

Die Stimmung wurde noch apokalyptischer, als wir die Gegend um Larderello erreichten: hier ist die wahre Toskana, mit Industriegebieten und allem Drum und Dran – die ganzen Zypressenalleen sind doch nur Kikikram für die Touristen! In einem Führer wurde die Gegend das „toskanische Erzgebirge“ genannt, hier wurde und wird Metall abgebaut, vor allem aber saubere Energie aus Geothermie-Kraftwerken gewonnen. Wir nahmen uns in strömendem Regen die Zeit, das angeschlossene Geothermie-Museum zu besichtigen. Es hat seinen Charme, bleibt allerdings irgendwann in der Nachkriegszeit hängen. Das, was uns eigentlich interessiert hätte, nämlich die heutige „grüne“ Energiegewinnung durch Erdwärme, wurde völlig ignoriert.

Vergane Glorie in der Arbeiterstadt mal wieder.
Vergane Glorie in der Arbeiterstadt mal wieder.
Zwei von zahlreichen Kühltürmen.
Zwei von zahlreichen Kühltürmen.
Wofür man Bor so alles verwenden kann.
Wofür man Bor so alles verwenden kann.

Mit der Nähe zu Volterra veränderte sich die Landschaft wieder. Die Wolken hingen tief, und wir stiegen in Serpentinen nach  Volterra auf, bis wir drüber waren – und nach dem Check-In im Camping Le Balze, einer wunderbaren Pizza in der nahegelegenen Trattoria, einem halben Liter Rosso dazu, erlebten wir noch einen unerwarteten Sonnenuntergang über den erodierenden Tuff-Schluchten der Stadt.

Es wird wieder toskanischer
Es wird zwischendurch wieder toskanischer …
Kein Nebel, Wolken!
In Volterra – kein Nebel, Wolken!
Le Balze – Tufferosionen direkt vor der Stadt.
Le Balze – Tufferosionen direkt vor der Stadt.
Welches Gebirge ist das?
Welches Gebirge ist das? Die untergehende Sonne steht links davon.
Bei sonnenuntergang
Gleich kommen die Zombies.
Statt Katzencontent; auch er genießt den Sonnenuntergang.
Statt Katzencontent; auch er genießt den Sonnenuntergang.

Morgen dann wieder Etrusker und Kultur ;-)

Ciao!
Ciao!

2 Kommentare

  1. um lauter unterbelichtete Fotos zu schießen muß ich nicht bis in die Toscana fahren. Das kann ich auch zuhause bei mir im Keller ;-)
    Ich wünsche euch den Rest der Tage mal regenfrei entspannt.
    LG Jo

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