Rückfahrt über den Gotthard (nicht drunter durch!)

Toskana mit dem Wohnmobil, Tag 21/22 (Lucca – San Gottardo – Ladenburg)

Von Lucca aus hat man mehrere Möglichkeiten, nach Mailand zu kommen: entweder die Küste rauf bis Genova, oder vorher hinter Carrara abknicken und über Parma. Da wir auf dem Hinweg über Parma gekommen waren, entschieden wir uns für die Küstenstrecke. Puh! Ganz schön anstrengend, kurvig, holprig, bergig, tunnelig. Mittags in Mailand legten wir ein Päuschen am  Centro Milanofiori ein, das perfekt am Autobahnkreuz zur Tangenziale liegt und den größten Supermarkt beherbergt, den wir in drei Wochen in Italien zu Gesicht bekommen haben. Wir deckten uns noch einmal gut mit diversen Käsesorten und dergleichen ein und besichtigten dann den größten Baumarkt aller Zeiten, wo wir noch sage und schreibe eine ganze Rolle Gafferband erwarben, unerläßliches Ausrüstungsstück im Pösslchen.

Ab Mailand ging es dann flott und bei hervorragendem Wetter Richtung Schweiz, wo der buchstäbliche Höhepunkt des Tages auf uns wartete: Pösslchen durfte todesmutig den Gotthardpaß erklimmen, der ja vor drei Wochen noch ganz gesperrt war und selbst vor ein paar Tagen noch Lawinengefahr hatte. Wir waren also gespannt, was uns erwartete. Die spitzen Angstschreie wie in der Achterbahn haben wir mal rausgefiltert aus dem Video (hier kam für die Videokamera z.B. das Gafferband zum Einsatz):

Oben auf den Paß dann: gegen Abend wunderbare Stille, einige Wohnmobile am Schneerand und strahlender Sonnenschein. Ray hat es ja bekanntermaßen nicht so mit Schnee, deshalb amüsierte ich mich ohne ihn ;-) Wir schieben es mal auf die dünne Luft da oben, daß er die Schönheit nicht so genießen konnte.

Hier treffen sich offenbar die Kantone Uri und Ticino.
Am Aussichtspunkt treffen sich offenbar die Kantone Uri und Ticino.
Ray offenbar noch nicht wieder bereit für Schnee.
Ray offenbar noch nicht wieder bereit für Schnee.
Großartge Werbefläche mit allerhöchster Unterstützung …
Großartge Werbefläche mit allerhöchster Unterstützung …
Unser Basilikum fühlt sich auch wohl mit der Aussicht
Unser Basilikum fühlt sich auch wohl mit der Aussicht
Bei Sonnenuntergang
Bei Sonnenuntergang
Pösslchen versteckt sich im Schnee.
Pösslchen versteckt sich im Schnee.

Heute morgen hatte ich mich schon darauf eingerichtet, evtl. zwei Handbreit Schnee unter dem rechten Vorderrad mit unserem Klappspaten zu entfernen, aber Pösslchens Sommerreifen nahmen die Hürde mit Bravour. Über Nacht war der abends schmelzende Schnee auch wieder fein festgeharscht.

Samstagmorgen: Ray wunderte sich über den Motorenlärm am frühen Morgen, und als die Sonne nur leicht die westlichen Bergspitzen beleuchtete, sahen wir bereits die ersten Skifahrer mit voller Montur die Straße entlanglaufen. Bis wir gefrühstückt hatten, war der Paß vollgeparkt mit PKW, die Würstlbude war in Betrieb, der Souvenirladen und die Käse-„venditta-diretta“ oder so auch bereits aktiv. Hier tanzt der Bär!

Nach Norden hin zog sich die Abfahrt weit unspektakulärer, aber wenn ich mir vorstelle, wie früher, bevor es den Gotthardtunnel gab, jeglicher Transportverkehr sich hier rüberquälen mußte – danke sehr. Vor dem Tunnel gab es bereits morgens den ersten Rückstau, und bei Luzern war dann endgültig Baustellenstau. Wir waren froh, als wir endlich in Weil am Rhein waren (schon allein wegen der Spritpreise!) und legten eine schöne Mittagspause im Breisgau ein. Dann überlegten wir uns einen netten Übernachtungsplatz, um den Urlaub noch bis morgen zu verlängern und nicht spätabends erschöpft und genervt in Köln-Ehrenfeld auf Parkplatzssuche gehen zu müssen.

Voller Stellplatz in Ladenburg.
Voller Stellplatz in Ladenburg.
Ladenburg: eine Altstadt wie aus dem Bilderbuch.
Ladenburg: eine Altstadt wie aus dem Bilderbuch.

Wir fanden einen wunderbaren Stellplatz in der Nähe von Heidelberg – (Heidelberg hat nix Eigenes, zu eng das Tal, zu teuer die Grundstücke) – nämlich Ladenburg, das sich als unfaßbar hübsche kleine Stadt mit historischem Stadtkern  am Fuße des Odenwalds entpuppt. Der Stellplatz ist wie aus dem Lehrbuch für Stellplatzbetreiber: autobahnnah, fußläufig zur Stadt, aber am Ortsrand gelegen, Natur und Radwege rundum, Eisdiele und Bäcker in 300 Meter Entfernung, sehr nette Betreiber, Truma-Service in der Nähe. 34 Plätze (einziges Manko: sehr dicht gestellt, das mag nicht jeder), und wir kommen um 16 Uhr keine Minute zu spät: Wir belegen den vorletzten Platz, genießen noch einen wunderbaren Sonnentag in Ladenburg mit dem letzten Tropfen Wein aus Casales 5-Liter-Box und lassen drei wunderbare Wochen Toskana an uns vorüberziehen.

6 Gedanken zu “Rückfahrt über den Gotthard (nicht drunter durch!)

  1. dann seid ihr wieder in Kölle…?
    Atemberaubendes Video über den Pass. Da hätte unsere Emma echt Mühe gehabt.
    Kompliment für die lückenlose Berichterstattung. Da werden wir in Schottland nicht mithalten können. Mit meiner Videokamera komme ich immer nocht nicht klar. Vielleicht hilft ja bei Ray eine kleine Nachhilfestunde :-)
    Welcome Back!
    Jo

  2. Hallo,

    bin irgendwie über einen Link in den Statistiken hier gelandet, irgendwie kommt mir das Blog bekannt vor, weiß aber nicht mehr, wo ich es einordnen soll. Egal.

    Was ich eigentlich sagen wollte: Bin selbst auch schon x-mal über den Gotthard gefahren, mal lag links und rechts meterhoch der Schnee, mal war alles völlig frei. Aber schön wars eigentlich immer. Den Tunnel meide ich, die Fahrt drüber ist doch viel lohnenswerter, allerdings natürlich auch länger.

    Früher hab ich dort oben auch schon das eine oder andere mal übernachtet. Ist aber lange her.

    Viele Grüße nach Ehrenfeld…

  3. Hihi, ich bin zu Dir über unsere Statistiken gekommen und hab bei Dir auch nix zu ins gefunden ;-) Aber jetzt kennen wir uns ja sozusagen …

  4. Und wieder bin ich hier, kaum zwei jahre später. Konnte mich nicht an Artikel oder Kommentar erinneren, schon lustig.

    Auf jeden Fall geht es dieses Jahr wieder über den Gotthard.

    In diesem Sinne ;-)

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