Angrillen und Quellensuche in der Eifel

Ein kurzes Wochenende, und wir erneuerten unser Abo auf die Rureifel. Der gut durchdachte Stellplatz in Heimbach hatte uns schon vorletztes Silvester beherbergt, und diesmal war er frühlingshaft gut besetzt, als wir um die späte Mittagszeit eintrudelten. Ein paar Plätzchen waren jedoch noch frei, und wir versorgten uns erst einmal mit frischem Wasser und Pösslchen mit einem Schluck Kühlwasser, bevor wir uns ein Update der örtlichen Gastronomie gaben – nein, keine Angst, diesmal nur die Eisdiele, und die ist fein :-)

Wohnmobil-Reisemobil-Stellplatz Heimbach Rureifel
Im Frühling besonders gut besucht – Wohnmobilstellplatz Heimbach

Spiegeln sich die Womos nicht allerliebst in der Rurtalbahn?
Spiegeln sich die Womos nicht allerliebst in der Rurtalbahn?

Ein kleiner  Spaziergang durch den Ort („zweitkleinste Gemeinde in Nordrhein-Westfalen“) eröffnete uns eine überraschend moderne Wallfahrtskirche, die an die alte Pfarrkirche St. Klemens angebaut wurde. Genaueres Hinsehen offenbarte, daß Heimbach seit über 500 Jahren einer der wichtigsten Wallfahrtsorte im Erzbistum Aachen ist: Um 1471 reiste der Strohdachdecker Heinrich Fluitter nach Köln und entdeckte dort eine Marienpietà – er war so beeindruckt, daß er sich neun Mark lieh, um sie zu erwerben und in seine Heimat mitzunehmen. Er stellte sie auf im Wald auf dem Kermeter auf und fristete sein Leben fortan als Einsiedler. Die Madonnenfigur zog Gläubige mit ihren Gebeten an, und nach einiger Zeit mußte eine Ordensgemeinschaft die Pilgermassen managen. Unterbrochen von der gottlosen Franzosenzeit, gibt es die Wallfahrt bis heute – und die Madonna steht in der schicken 80er-Jahre Christus-Salvator-Kirche, wo sich zur Samstagnachmittagsandacht beeindruckend viele Menschen einfanden. Für neun Mark würde man sie heute wohl nicht mehr mitnehmen können …

Aber zurück zum Camping: wir hatten wir ja noch keine Gelegenheit gehabt, unseren in Roermond gefangenen Notebook-Grill auszutesten, und mir war so nach Glut und Feuer … zum Angrillen mußten für Ray ein paar Würstchen und für mich einer von diesen Gummihalloumis herhalten. Ein Anfang, und es geht doch nichts über abendliches Wärmen am Grill.

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Für uns zwei Minimalgriller ist das genau die richtige Ausrüstung.

Die Nacht war genau richtig: Ruhe, ausschlafen, Frühstück mit frischen Brötchen bei offener Tür mit Blick auf die Rur (für draußen frühstücken war’s dann doch noch etwas feucht-frisch). Da wir rund um den Rursee im letzten Jahr  schon einiges an Sehenswürdigkeiten abgeklappert hatten, machen wir uns auf Richtung Wollersheim, wo es „Muschelkalkkuppen“ und die Quelle des hochberühmten Neffesbaches geben sollte. Leider waren wir wohl etwas zu spontan – der ausgiebige Spaziergang durch blühende Rapsfelder bescherte uns zwar Entspannung und Bewegung, aber von Quellen und Muschelkalk war weit und breit nichts zu sehen. Dafür ein netter Plausch mit einer einheimischen Dame, die sich auf ihrem täglichen Spaziergang durch die Felder an einem Wegkreuz mit Blick bis nach Köln ausruhte. Die Leute sind ja immer ganz erstaunt, daß man aus der Großstadt kommt.

Wollersheim Neffesbach Rapsfelder
Rapsfelder wohin das Auge blickt
Eifelverein Mühlentalweg
Der Eifelverein war auch schon hier.
Pösslchen war happy, als wir ihn endlich wiederfanden.
Pösslchen war happy, als wir ihn endlich wiederfanden.

Nach einem kleinen Abstecher durch Euskirchen, wo wir noch den Erftauenflohmarkt abklapperten, ging’s wieder Richtung Heimat. Aber Pösslchen ist schon ganz zappelig: nächste Woche gibt’s Sommerschluffen, der nächste Trip ist schon nächste Woche, dann Ostern, dann 1. Mai – dazwischen noch ein frischer TÜV … der Frühling ist da!

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