Englands Südwesten 2014 mit Pösslchen – Zusammenfassung

Offenbar haben wir den August glücklich gewählt als Reisezeit – in Köln und fast ganz Deutschland herrschte wohl eine graue und kalte Regenfront, die uns erst auf der Rückfahrt nach Dover erwischte. Wir dagegen sind einigermaßen gebräunt und trockenen Fußes durch England gegondelt – von ein paar Schauern abgesehen, die sich stets schnell wieder verzogen. Badewetter war es allerdings nicht, man sah viel Neopren am Strand.

Gut geführt entlang dem South West Coast Path
Gut geführt entlang dem South West Coast Path

Als Fazit würden wir sagen:  Es war unsere erste, aber sicher nicht unsere letzte England- oder Großbritannienreise. Die Menschen sind unfaßbar freundlich, man kann sich sehr gut verständigen und möbelt dabei sein Englisch auf, aber es ist nicht ganz billig. Diesel ist das teuerste in ganz Europa, man muß bei Preisen von 1,30 aufwärts einfach verdrängen, daß es sich um Pfund, nicht Euro handelt … „Englands Südwesten 2014 mit Pösslchen – Zusammenfassung“ weiterlesen

Wenn aus dem Südwesten der Südosten wird: Fast schon Heimreise

Südwestengland im Wohnmobil: Portland – Corfe Castle – (Seven Sisters) – Eastbourne

Wir verabschiedeten uns von unserem sympathischen Campingplatz mit top-ausgerüstetem Outdoor- und Campingladen (sogar Sicherungen und Wohnraumbatterien hatten sie da)  und fahren noch mal über den Damm nach Portland, diesmal auf den Aussichtspunkt mit allerlei Denkmälern für Opfer diverser Kriege, U-Boot-Torpedoexperimenten und Olympia-Segelwettbewerben (sorry). Neben den sehr monoton wirkenden Wohnsiedlungen, die wie typische Armeequartiere wirken, hat die Insel einen netten alten Kern, der ein wenig nach „vergane Glorie“ wirkt, wie unsere Freunde in Holland sagen würden. Wir entscheiden uns aufgrund versagendem Blasenpflaster gegen den Inselrundweg zu Fuß und fahren mit Pösslchen die relativ kurze Strecke runter zum  Leuchtturm „Portland Bill“. Hier unten könnte man mit Sack und Pack einen ganzen Tag verbringen – Wiesen, jede Menge „Portland Stone“ zum Klettern für Kinder, Möwen, Brandung, ein Leuchtturm mit zig Sicherheitshinweisen zum Besteigen usw. usf.

Der Fahrdamm von Weymouth nach Portland
Der Fahrdamm von Weymouth nach Portland

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Verliebt in Dorset

Englands Südwesten im Wohnmobil: Dorset – Jurassic Coast – Golden Cap

Es gab frische Brötchen im Seadown Caravan & Camping Park, und der Morgen versprach sonnig zu werden, Schäfchenwolken. Nach der Sturmwanderung waren wir wieder mal früh in die Koje gefallen, und man muß hier eh um 10 Uhr ausgecheckt haben, deshalb früh raus, Frühstück, ein Schwätzchen mit einer englischen Kastenwagenfrau am Grauwassergulli (die Kästen sind hier meist von „Autocruise“), und ein zwei Meilen zum National-Trust-Parkplatz Richtung Golden Cap. Die Einfahrt ist unscheinbar und der Weg im Vergleich zu dem, was wir bisher vom NT gesehen haben, sehr holprig, ein einsamer Parkplatz im Wald – mit Pay + Display (Parkticket), 3 Pfund für den ganzen Tag. Ha! Hier greift mal unsere Mitgliedschaft! Die kürzere Wanderung aus dem Reiseführer, die wir angehen wollen, soll 6 Kilometer lang sein und einen steilen Aufstieg (3 km) auf den höchsten Punkt der südenglischen Küste enthalten. Wir wappnen uns also.

Blick vm Golden Cap Richtung Osten
Blick vm Golden Cap Richtung Osten

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Mit dem Kopf in der Gotik, mit den Händen in der Erde wühlen

Englands Südwesten im Wohnmobil: Exeter – Dorset – Jurassic Coast

Südlich von Exeter haben wir mit Topsham ein kleines Örtchen gefunden, das den Namen „pittoresk“ wirklich verdient. Am Ufer der Exe gelegen sehen wir auf unserem Abendspaziergang: kleine Läden zum Stöbern, Antiquariate, Trödelhallen, Pubs, feine Restaurants. Unser Stellplatz auf der Highfield Farm entpuppt sich als höchst unkonventionell, trotz „Caravan Club Certification“ – der Farmer ist in Urlaub (Camping…), ein junger Mann, der selbst im Caravan dort wohnt, erklärt die Gegebenheiten, die stark unseren Stellplätzen ähneln: legt das Geld in den Umschlag und steckt es in den Briefkasten. Die Farm wirkt einsam, irgendwo zwischen idyllisch und verwahrlost (so wie ich es mag) und mit einigen Ansätzen von Modernisierung. Duschen werden wohl gerade erst gebaut, die Toiletten im Anbau am Farmhaus sind OK, aber die Efeuranken um das Waschbecken vielleicht nicht jederfraus Sache. Dafür ein Second-Hand-Bücherregal mit Hanni und Nanni im Original im Vorraum. Es gibt jedenfalls Strom und Frischwasser, und eine große Wiese, für 12,50 Pfund (10 Pfund ohne Strom), was bisher der preiswerteste Platz unserer Reise war. Hier ließe es sich im Grunde wirklich aushalten, zumal Topsham wirklich sehr nett ist, das einzige störende Element ist die nahegelegene Autobahn M5, die man wirklich sehr deutlich hört, zumindest so wie gestern der Wind stand.

Exeter Café und Möwe
„Don’t leave your breakfast unattended“
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Hochherrschaftlich picknicken und dann ab zur Käsepresse

Cornwall mit dem Wohnmobil: Lanhydrock House – Bodmin Moor

Wir kommen langsam in den richtigen Rhythmus; schade, daß wir im Prinzip schon fast auf dem Rückweg sind (und diesen Gedanken leider nicht ganz aus dem Kopf bekommen – wenn man eine Fähre bekommen muß, bleibt das wohl nicht aus). Von St. Anthony, wo man es gut aushalten kann, ziehen wir Richtung Bodmin Moor und wollen es dort genauso machen: Stellplatz möglichst nah an Wanderroute, nächsten Tag wandern, dann abends wieder bleiben und am nächsten Tag weiter. Mal sehen, ob das klappt.

Zunächst aber wollen wir doch mal eins dieser hochherrschaftlichen Anwesen besichtigen, die uns der National Trust bietet, denn bisher haben wir zwar viele vom Trust betreute Landschaften und Küstenstreifen besucht, aber so ganz ist unsere Rechnung mit der Jahresmitgliedschaft nicht aufgegangen. Als Denkmalpflege-Groupies sehen wir das aber nicht ganz so eng, dann haben wir halt was für die englische Kultur getan … oder wir kommen im Laufe eines Jahres einfach noch mal wieder.

Lanhydrock House
Lanhydrock House

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Ein Stückchen vom South West Coast Path erwandert

Mit dem Wohnmobil in Cornwall: Küstenwanderung St Anthonys Head und St. Mawes

Ich überspringe mal ein paar Tage Exmoor, Devon und Nordküste von Cornwall, und erzähle von unserem aktuellen Standort auf der Roseland-Halbinsel zwischen Falmouth und St Austell. Lands End und den totalen Westen von Cornwall haben wir aus Zeitgründen weggelassen, lieber in Ruhe die Südküste rauftrödeln und bleiben, wo’s schön ist, als am Ende nach Dover zurückhetzen zu müssen. Müssen wir „bald“ nachholen …

Porth Farmhouse
Hyazinten Hortensien allüberall, erwähnte ich das schon?

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Tintagel: Hier wird’s richtig Cornwall

Mit dem Wohnmobil durch Südwestengland: Tintagel – Tintagel Castle – Truro

später geschrieben und zurückdatiert wegen der Chronologie Jetzt fühlt es sich langsam wie Cornwall aus unseren Träumen an. Wir richten uns uns im Headland Camping und Caravan Club in Laufweite zum kleinen Ort Tintagel gemütlich ein, inkl. Windschutz für 10 Pfund, das scheint hier ganz nützlich zu sein. Trotz des edel klingenden Namen und einigen Blechbungalows ist es im Wesentlichen eine – wer hätte das gedacht – Campingwiese.

Unterhalb Tintagel Castle am Meer
Unterhalb Tintagel Castle am Meer

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Durchs Moor und ans Meer.

Südwestengland mit dem Wohnmobil: Exmoor Nationalpark – Porlock – Combe Martin – Croyde Bay

(Beitrag später geschrieben und wg. der Chronologie zurückdatiert) Eine Woche haben wir uns treiben lassen, teilweise und nur langsam kommen wir etwas zur Ruhe. Zwei Tage Exmoor liegen hinter uns, die uns großartige Blicke übers Land und Meer brachten, aber auch eins deutlich machten: Einmal an der Küste entlang zum Land’s End und zurück können wir definitiv vergessen; ich habe mich mit den Entfernungen mal wieder grandios verschätzt. Man fährt auf den schmalen Straßen hier gemütliche 40 – 60 km/h und hält an den vielen Aussichtspunkten gerne mal an. Wenn wir so weitermachen, sind wir Weihnachten wieder in Dover, eigentlich ein sehr verführerischer Gedanke … Aber wir versuchen, den Moment zu genießen, weniger ist mehr.

Von Cheddar und der Cheddar Gorge (kurzes Hohenschwangau-Feeling, schnell weg hier!) ging es Richtung Devon, wo wir uns in Dulverton, dem Nationalparkzentrum vom Exmoor, einige Tipps für schöne Strecken und Orte geben ließen (empfehlenswert, sehr freundlich und der Ranger schien auch zu verstehen, was wir mögen und was nicht). Dann schlugen wir uns Richtung Porlock im Norden durch. Schafe, Kühe, Exmoor-Ponies, es gibt sie wirklich noch hier oben, und man teilt die Straße mit allen.

Feierabendverkehr im Hochmoor
Feierabendverkehr im Hochmoor

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Maach et jot, Marc.

Es gibt Texte in diesem Blog, die mir leicht aus der Tastatur flossen, weil sie voller frisch erlebter Gefühle – ob tieftraurig oder lustig – waren. Andere entstanden etwas mühsamer und lesen sich auch gleich etwas mühsamer.

Dieser Text ist einer der traurigsten und dennoch mühsamsten, die ich jemals geschrieben habe. Kurz bevor wir zu unserem aktuellen Trip nach England aufbrachen, erhielt ich die unfassbar traurige Nachricht, daß Marc Nowak ganz plötzlich gestorben ist. Unser Marc Nowak von Reisemobile Berens, der uns zum Wohnmobilreisen, zu diesem Blog und damit zu einer neuen Leidenschaft gebracht hat, von der wir nicht wußten, daß sie tief drin auf uns wartete. „Maach et jot, Marc.“ weiterlesen