Die Entdeckung der Langsamkeit. Mit Anlauf.

England mit dem Wohnmobil: Köln – Dünkirchen – Dover – London (Lee Valley Camp Site) – East Huntspill

Englands Südwesten soll es diesen Sommer sein, und wir nehmen einen Umweg über London, um noch an einer dreitägigen Konferenz teilzunehmen. Urlaub war das (noch) nicht, deshalb war es eine gute Entscheidung, im Norden Londons (an der Grenze zu Essex) einen Campingplatz zu buchen, um abends etwas Ruhe von dem ganzen Trubel zu haben. Meine großartigen Planungen, mittels derer wir täglich erst ca. drei Kilometer durchs Grüne zur nächstgelegenen Bahnstation radeln und dann – schwupps – in 20 Minuten an der Liverpool Street aussteigen können, zerbröselten schon am ersten Abend … eine knuffige Strecke entlang Bächen und über Brücken, aber darauf, daß es abends dann auch mal dunkel wird und unbeleuchtete Büsche und schmale holprige Pfade nicht die optimale Radstrecke sind, muß man auch erst mal kommen! Aber wer kann schon auf die Frage „was hast Du in London gemacht“ mit „Brombeeren vom Strauch gefuttert“ antworten …

Lee Valley Campsite Sewardstone bei London
Lee Valley Campsite Sewardstone bei London

Zum Glück fährt direkt am Campingplatz ein Doppeldeckerbus bis Walthamstow Central, von wo aus man auch wieder recht flott im Zentrum ist. Trotz der Stunde, die uns das dann doch pro Strecke gekostet hat, eigentlich eine sehr gute Verbindung. Der Platz ist empfehlenswert und mit 26 Pfund pro Nacht (Dusche/Strom/Wasser etc. inklusive) nicht einmal überteuert – für London. ÖPNV-Tickets für die Zone 5 kommen dann natürlich noch hinzu.

Wohnmobil Föhre dünkirchen
Pösslchen und der große Pott
Annäherung an Dover
Annäherung an Dover
Annäherung an Dover
Annäherung an Dover

 

 An der Klippenkante von oben
An der Klippenkante von oben

Angereist waren wir über Dünkirchen und Dover, was die richtige Entscheidung war, denn die Klippen von Dover muß man als Ankömmling einfach vor Augen haben, um überhaupt zu verstehen, daß man jetzt auf der Insel ist. Ray natürlich gleich mit rund 350 Fotos dabei, ich habe die Kamera steckengelassen und es einfach so genossen. Großartiges Morgenlicht auf den Klippen und blauer Himmel nach zwei Regentagen auf dem Festland; wir zogen mit Pösslchen nach oben auf die Klippenkante und wurden erst einmal Mitglied im National Trust, was uns für 95 Pfund (online ist es etwas günstiger) in diversen kulturellen Objekte freien Eintritt und – was uns fast noch wichtiger erscheint – freies Parken erlaubt. An den Klippen hätte der Parkplatz allein schon 4,50 Pfund gekostet. Wenn es sich nicht auszahlt, müssen wir nächstes Jahr eben noch mal kommen, die Mitgliedschaft gilt für ein Jahr.

London ist laut und teuer, viel mehr läßt sich diesmal nicht schreiben, und mehr wollten wir von London diesmal auch nicht. Aber die sprichwörtliche englische Höflichkeit begegnet uns auf Schritt und Tritt; die Leute sind so liebenswürdig und freundlich, daß wir uns sehr willkommen fühlen.

Heute morgen ging es dann richtig mit dem Urlaub los, als wir uns in Richtung Bristol aufmachten. Die Autobahnen sind rappelvoll, das Linksfahren ist jedoch – inkl. Kreisverkehre – kein Problem. Wir landen südlich von Weston-Super-Mare in Küstennähe des Briston Channels in East Huntspill (Highbridge) auf einem picobello geführten Farm-Campingplatz bei Frank und Barbara, einem fürsorglichen älteren Paar, die hier hauptsächlich Dauercamper beherbergen (15 Pfund inkl. Strom). Der Wind, der mir von der französischen Opalküste her bekannt vorkommt, sowie das „abwechslungsreiche“ Wetter ist gewöhnungsbedürftig und schlaucht, wir müssen das Tempo runterfahren und Schlaf nachholen. Erste Besichtigungspläne für morgen haben wir natürlich nach dem Mittagsschlaf trotzdem geschmiedet. Es geht um nichts weniger den Heiligen Gral!

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