Wandern auf den Spuren der Krabbeltiere

Für heute haben wir uns einen rund 13 Kilometer langen Rundweg zum Wandern ausgesucht, der in Fontaine-de-Vaucluse startet, grob an Saumane vorbeiführt wieder in Fontaine endet. Der Vorschlag bei Wikiloc, an dem wir uns ganz grob orientieren, ist nach Jean Jeaume benannt – ich vermute, die Person auf dem Wegstein ist der Botaniker, der immerhin in Grasse geboren ist, vielleicht ist es aber auch nur der Bauernhof um die Ecke.

Die Wandertour und auch ein Teil des Pfades war nach Jean Jeaume benannt.
Die Wandertour und auch ein Teil des Pfades war nach Jean Jeaume benannt.

Natürlich sind wir wie immer nicht wirklich in der morgendlichen Kühle aufgebrochen, was sich bei dem kleinen Aufstieg, der sich hier bei keiner Wanderung ganz vermeiden läßt, schon bemerkbar macht. Aber wir haben uns gut mit Getränken ausgestattet und können schon bald die Tiere und Pflanzen am Wegrand genießen. Die Strecke geht zunächst einen breiten Schotterweg auf 290 Meter Höhe, wo wir einen kleinen Abzweig Richtung Valescure nehmen, wo in einem weiten Tal ein alter Bauernhof, der in meiner alten Karte noch als „Ruine“ eingezeichnet ist, von der Kommune als archetypische Kulturlandschaft erhalten wird. Wiesen, Lavendelfeld, Obstbäume, Krabbeltiere …

Am schwierigsten, weil gleich wieder weg: die hüpfenden Spezies
Am schwierigsten, weil gleich wieder weg: die hüpfenden Spezies

Aber wir klettern nicht weiter in die umliegenden Gipfel, sondern kehren zu unserem Rundweg zurück, der bald auch deutlich schmaler wird, bis hin zu fast unsichtbaren Jägerpfaden. Ausgerechnet auf einem dieser Pfade kommt uns eine Dreiertruppe Mountainbiker bergauf entgegen. Ansonsten sehen wir kaum Menschen hier oben, nur Krabbeltiere.

Ein „Veränderliches Rotwidderchen“?
Ein „Veränderliches Rotwidderchen“?
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Die flatterten überall: Kaisermantel?
Das kann ja wohl nur der Goldglänzende Rosenkäfer sein!
Das kann ja wohl nur der Goldglänzende Rosenkäfer sein!

Die typischen Bruchsteinmauern – uralt bis recht neu – begleiten uns den ganzen Tag. Was für eine Arbeit, sie aufzuschichten und zu erhalten! Auch hier natürlich allerlei Krabbeltiere …

Was versteckt sich hier?
Was versteckt sich hier?
… ganz klar …
… ganz klar … selten geworden, aber man sieht noch Exemplare …

Bei der Weißen Heideschnecke, die hier massenhaft an den Grashalmen abhängt, haben wir uns lange gefragt, was sie so den ganzen Tag macht: per Anhalter in den Mägen vorbeifliegender Vögel mitreisen? Morgendliche Tautropfen auffangen? Nein, ganz anders, sagt uns Wikipedia:

Die Tiere legen im Sommer häufig eine Trockenruhe ein und verschließen ihr Gehäuse mit einem kalkigen Diaphragma. In diesem Zustand können sie Monate ohne Feuchtigkeit und Nahrung überstehen. Sie suchen keine Verstecke auf, sondern heften sich an Pflanzen und Steinen an. Sie können in solchen Habitaten in riesigen Massen auftreten.

Sommerpause.
Sommerpause. Das mit den riesigen Massen kommt hin.

Wieder was gelernt. Und sie haben mit ihrer rätselhaften Lebensweise zur Unterhaltung unterwegs beigetragen.

Von dem gibt's nur ein Exemplar, und das ist auch gut so ;)
Von dem gibt’s nur ein Exemplar, und das ist auch gut so ;)

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