Abendspaziergang durch La Défense

Zu den Dingen, die man nicht unbedingt beim ersten oder zweiten Paris-Besuch auf der Liste hat, gehört das Hochhausviertel La Défense. Aber wir haben uns ja etwas Zeit mitgebracht für die moderne Pariser Architektur jenseits der Louvre-Pyramide (wie nannte sie der Polizist in Sakrileg?Pickel auf dem Antlitz von Paris“). 

Praktischerweise liegt das Viertel, das strenggenommen gar nicht mehr zu Paris gehört, nur wenige Kilometer vom Campingplatz Indigo im Bois de Boulogne entfernt, man ist in einer guten Viertelstunde mit dem Fahrrad dort, oder nimmt die gelbe Linie 1 bis zur Endstation „La Défense“. Wir sind bis Neully-sur-Seine gefahren und haben dort die letzten beiden Stationen genommen, da wir den breiten Straßenzügen über die Hauptachse nicht so recht trauten. (In Neuilly-sur-Seine, das selbst architektonisch recht sehenswert ist, steht übrigens einer der ersten Betonbauten von Le Corbusier, aber leider privat und recht zurückgesetzt, so daß man nicht wirklich rankommt.)

Grande Arche La Défense
Grande Arche

Wenn man also mit der U-Bahn kommt, steigt man aus den tiefgelegenen, riesigen Bahnhofsbauten direkt am Grande Arche wieder an die Oberfläche und ist erst mal platt. So dicht gebaute Hochhäuser sehen wir doch außerhalb von Manhattan eher selten.

Sehr spannend ist der Gesamtplan, bei dem man die Hauptachse (in Verlängerung der Champs Elysées mit Blick bis zum Triumphbogen) auf eine 40-Hektar-Platte legt, und den gesamten Verkehr, Anlieferung und Infrastruktur unten drunter. Das macht in den Übergängen, Fußgängerbrücken usw. einen sehr futuristischen Eindruck – und man wandelt komplett ohne Autoverkehr durch das Viertel.

Eins der älteren Stücke hier: La défense de Paris
Dicht an dicht

Da wir den Ausflug (nach einem ausführlichen Flohmarktbesuch am Porte de Clignancourt) auf den Abend gelegt hatten, als die Sonne noch mal halbwegs rauskam, quetschten wir noch das letzte bißchen Licht in die Kamera, als wir erst mal in Schwung kamen. Insbesondere, als wir auch mal rechts und links von den modernen Wolkenkratzern in die Beton-Utopien der 70er eintauchten, die womöglich demnächst schon wieder weichen müssen.

Als das Licht endgültig weg war, konnten wir praktischerweise in die untere U-Bahnstation einsteigen und zurück nach Neuilly – noch ein Grund, das Fahrrad „unten“ stehen zu lassen, sonst hätten wir wieder komplett zurück gemußt.

Note to self: nochmal mit mehr Zeit + Licht wiederkommen, aber bald, bevor noch mehr von dem alten Zeug abgerissen wird.

 

 

 

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