Einmal binäre Route durch Apuseni und zurück auf Anfang

Mit dem Wohnmobil nach Rumänien, Apuseni-Nationalpark

Mit Cluj und Ghilau waren wir nordöstlich des Apuseni-Naturparks gelandet, der auch mit schönen, hochgelegenen Aussichtspunkten und Wanderrouten strunzte. Um die im Womo-Führer empfohlenen Routen zu nehmen, hätten wir von Süden einsteigen müssen, also einmal rundherum – rund 140 Kilometer über kleine Straßen. Fanden wir jetzt nicht so die spannende Variante, auch wenn wir an der von Stefan beschriebenen ehemaligen Uran-Mine bzw. den Resten der Bergbaustadt vorbeigekommen wäre (natürlich schnell weitergefahren wären). Also suchten wir uns eine Einfahrtsroute, die uns von Bologa (westlich von Huedin) von Norden aus zur Padiş-Anhöhe bringen sollte.

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Tourist-Information in Săcuieu (EU-finanziert, 168.000 Euro)

Unten in Săcuieu, einem der Dörfer, gab es eine pfuschneue Tourist-Information, moderner Holzbau, Solaranlage, kostenloses Kartenmaterial – und eine freundliche Dame, die unser Vorhaben als problemlos darstellte. Also weiter. Die Straßen waren wie immer sehr vielversprechend (bzw. perfekt, besser als in der Eifel!), zumindest solange wir uns im Kreis Cluj bewegten. Wunderbare Täler, winzige Dörfer, alles schon wieder sehr bergig und einsam. Trotzdem, rund 40 Kilometer Rumgekurve sind natürlich auch etwas anstrengend. Plötzlich überholen wir einige Holzrücker im Wald, die mit Pferden die Baumstämme rausholen, grüßen freundlich und werden freundlich zurückgegrüßt. Kurz darauf landen wir in einer verlassenen Ansiedlung, die nach einer ehemaligen Tourismus-Station aussieht – und danach war Ende Gelände. 

Rumänien Wohnmobil Apuseni Straßen
Wie immer perfekte Straßen – hier sogar mit Leitplanke
Holzrücken, ökologische Art
Und Schluß
Wir waren nicht allein hier oben, aber hier wollten wir jetzt auch nicht stören …

Die erste richtige Schlaglochpiste, die uns hier begegnet – ein Kilometer wäre grade so ok gewesen, aber zehn? Uns überholt noch ein Jeep, dessen Fahrer wir fragen, ob das bis Padiş so weitergeht (ja, geht es. acht Kilometer? nein, zehn). Das war’s dann wohl. Pösslchen streikt und will zurück. Als wir zurück an der Holzrückerin vorbeikommen, gibt sie mir mein Schulterzucken freundlich zurück. War ihr vermutlich vorher klar …

Es macht auch nicht viel Sinn, in diesen einsamen Bergdörfern zu übernachten, und Lust auf eine der am Weg liegenden Pensionen hatten wir auch nicht. Also doch wieder gut 30 Kilometer zurück bis ins Tal, wo wir uns abseits der Straße einen schönen Platz am Fluß aussuchten. So hatten wir uns das zwar nicht vorgestellt, aber schön wurde es dann doch noch. Und hier ist es dann nachts mal wirklich still, wenn man das Plätschern des Baches nicht mitrechnet.

Ruhiger Platz für die Nacht
Sie kommen …
… näher
Die Sorte kennen wir!
Und noch eins, weil er so hübsch ist

Nachdem der Schäfer mit seiner Herde durch ist, sammeln wir etwas Holz und machen ein Feuer, das uns am Abend wärmt.

Warme Füße
Alles gut

Morgens kommt ein anderer Schäfer hoch und trinkt einen Kaffee mit uns. Mit Händen und Füßen können wir grade noch so einen Selbstgebrannten ablehnen (in Rumänien gelten 0.0 Promille) und uns ein wenig austauschen. Dieser Mann war übrigens der erste Rumäne mit dem wir sprachen, der seine Heimat nicht scheiße fand, sondern mit leuchtenden Augen auf die Landschaft zeigte und wiederholt betonte, wie „frumoasă“ (schön) rundum doch alles sei. Fanden wir, auch ohne Feuerwasser im Bauch, eigentlich auch. Dann riefen seine Schafe nach dem Chef und er zog seines Weges. Hier unten treffen wir auch zum ersten Mal auf der Reise auf eine kleine Roma-Gruppe, die eine Delegation von zwei Frauen mit Kind auf der Hüfte schicken, um uns ein paar Süßigkeiten für das Kleine abzuschwatzen. Als sie merken, daß es mehr bei uns nicht gibt, ziehen sie wieder ab.

Die Morgenschicht

Wir entscheiden, daß es das leider war mit uns und dem Apuseni-Gebirge, und machen uns auf Richtung Norden, um noch etwas vom Maramureș zu sehen, bevor es weiter in die Ukraine geht.

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