Ein bisschen Leeuwarden, etwas Wattenmeer und Bilderbuchfriesland

Wintercamping mit dem Wohnmobil in Friesland

Pünktlich um acht Uhr morgens färbte sich der Himmel am Horizont irgendwo zwischen Ost und Süd tiefrot, und auf dem Hof rührte sich das erste Leben. Hier wird gearbeitet! Da unser Frostschutzventil immer noch auf „mir ist zu kalt und duschen wird eh überbewertet“ steht, gibt es Kaffee und Zähneputzen aus dem Kanister. Ich beherrsche inzwischen außerdem die Kunst, eine ganze Ladung Geschirr mit zwei Tassen Kaffeewasser aus dem Wasserkessel zu spülen. Auch eine Art von Minimalismus …

Wir machen uns auf ins nahegelegene Leeuwarden. Ach, da war ja noch die Sache mit den Immobilienpreisen … hier und da gab es in dem Dörfchen Häuschen zu verkaufen, ansehnliche Altbauten, teilweise etwas windschief. Ich ließ mir natürlich nicht nehmen, abends mal in die entsprechenden Immobilienportale zu schauen. Das schnucklige kleine Haus gleich schräg gegenüber von 1903 wird da mit schnuckligen 250.000 Euro aufgerufen. Energieklasse „G“ wie „ganz kalt“. Ups… Naja, Pösslchen passte ja leider eh nicht in die Garage. Aber solche Preise sind vermutlich der nahegelegenen Provinzhauptstadt geschuldet. Nicht weit entfernt fährt eine Bahn in 10 Minuten ins Zentrum von Leeuwarden.

In Leeuwarden musste ich leider erst mal den örtlichen Apple-Service heimsuchen, allerdings mit wenig Hoffnung – denn gestern abend, kurz nach dem Bloggen, weigerte sich mein Notebook kategorisch, sich aufzuladen. Leider merkt man sowas ja erst, wenn der Akku schon auf 7% steht… Auch der freundliche Leeuwardener Applemensch konnte natürlich nur ein anderes Netzteil dranhängen und es mal versuchen – keine Chance. Zum Glück haben wir Rays Notfallsubnotebook dabei, so dass ich wenigstens unter Aufwendung maximaler Geduld und still vor mich hin fluchend ein paar Mails abrufen und diesen Blogbeitrag schreiben kann. Bildbearbeitung natürlich nur so la la, da ich kaum Farben erkennen kann, ich bitte um Verzeihung.

Aber Leeuwarden! Sooo schön! Leider arschkalt und wenig Sonne heute. Wir lassen uns von der Touristinfo beraten und beschließen nach einem kleinen Rundgang und der Besichtigung des zentral gelegenen Stellplatzes (2 Parktaschen mit 4 Steckdosen zu 6,50 Euro) erst mal zum Meer hochzufahren und dann abends auf dem etwas außerhalb gelegenen Stellplatz zu übernachten. Fotos kommen dann morgen.

Wohnmobil Friesland Fähre nach Ameland
Fähre nach Ameland

In Holwert weit vor dem Deich legt die Fähre nach Ameland ab, weshalb Ray sich natürlich sofort sämtliche Extremitäten abfriert, um Schiffe zu fotografieren. Sonst ist es immer zu kalt aber wenn es Schiffe zu gucken gibt … Elke klettert derweil am betonierten Ufer entlang und knipst die Vogelwelt, die im knusprig zugefrorenen Wattenmeer Futter sucht.

Wohnmobil Friesland Winter Wattenmeer
Halb zugefrorenes Wattenmeer. Ich kann mich nicht entscheiden: Ist das Meer jetzt grad da oder weg?
Wohnmobil Friesland Winter Wattenmeer
Der steht auf Tiefkühlkost
Wohnmobil Friesland Winter Wattenmeer
Piepmatz.

Weiter geht es nach Dokkum, wo wir uns in der Tourist-Info nur ganz leicht blamieren – Bonifatius-Museum und so. „Has Bonifatius been born here?“ – „He was murdered here“… ok. Aber Dokkum: sooo schön! Ein sternförmiger Festungswall mit fünf Bollwerken, umgeben von Wasser, aber alles ganz friedlich als Parkanlagen, Windmühlen, Boote im Wasser. Im der Altstadt ein Snack im Café in der historischen Stadtwaage – gibt’s auch in Leeuwarden, ein einzelstehendes Haus am Wasser. Beautiful.

Wohnmobil Friesland Dokkum
Dokkum – jede Menge Boote, angeblich „Das größte bewegliche Denkmal der Welt“ – ich hege Zweifel.
Wohnmobil Winter Friesland
Eine Windmühle gibt’s natürlich auch.

Wir ziehen in aller Gemütlichkeit zurück nach Leeuwarden, wo es südöstlich des Zentrums noch einen etwas besser ausgestatteten Wohnmobil-Stellplatz für 10 Fahrzeuge gibt, natürlich ebenfalls  in Kombination mit einer kleinen Hafenanlage. Nicht ganz billig, dafür mit Strom, Toilette und funktionierendem VE – inkl. Frischwasser. Mal sehen, ob Pösslchen morgen früh was bei sich behält. Der Platz ist übrigens gut gefüllt, obwohl es gegen Abend sogar zu schneien begonnen hat. Morgen hoffentlich etwas mehr Sonne in der Kulturhauptstadt 2018.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.