Letzter Tag in Nordböhmen – Zufallswanderung

Der Ostersonntagmorgen brachte in Steinschönau/Kamenický Šenov Minusgrade und dichten Morgennebel. Ich beobachtete gespannt die Entwicklung: kommt die Sonne durch, bzw. besteht Hoffnung, daß die Felsenspitze über dem Nebel liegt? Nach dem Frühstück war es so weit: man sah schon von unten, daß die Sonne an Kraft gewann, und ich machte mich ein zweites Mal auf, den Herrnhausfelsen zu erklimmen. Fast schon im Laufschritt, weil der blaue Himmel sich sekündlich verstärkte. Zunächst war ich noch ganz allein, dann bekam ich Gesellschaft von einem Herrn aus Prag, der gleich seine Bierflasche mitbrachte – er hatte  gestern seinen 50. Geburtstag gefeiert und hatte wohl noch etwas Nachdurst. Das freundlich angebotene Morgenbier lehnte ich dankend ab …

Ray hat mich von unten im Nebel geortet.
Ray hat mich von unten im Nebel geortet.

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Leicht morbider Karsamstag

Karfreitag war zwar gestern, aber unsere Tour heute hatte streckenweise leicht morbide Züge. Das Wetter … reden wir nicht davon. Der Vorteil dieser Landschaft hier ist, daß man es kommen sieht, im Guten wie im Schlechten. Unsere Route heute: Steinschönau, Glasmuseum und Friedhof – Bürgstein (Sloup) mit „Einsiedlerstein“  – Alter Friedhof in Sloup (trauriger lost place) Kinsky-Grabkapelle (noch ein trauriger lost place) – und zurück nach Steinschönau, um die übrigen Grabsteine (nicht ganz lost, aber auch in traurigem Zustand) in der Nachmittagssonne zu erwischen. Wegen Ermüdungserscheinungen folgt nur eine kurze Bildergalerie …

Der alte Friedhof in Steinschönau hat eine großartige Aussicht ins Land im Rücken der Engel.
Der alte Friedhof in Steinschönau hat eine großartige Aussicht  im Rücken der Engel.

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Von Prag nach Nordböhmen

Der Karfreitag-Vormittag gehört noch Prag, dann wollen wir gemütlich nach Nordböhmen aufbrechen. Zum Pflichtprogramm für Prag-Anfänger gehört noch das jüdische Viertel, direkt neben der Altstadt. Leider hatte ich mal wieder völlig verdrängt, daß es natürlich für die Millionen anderen Touristen ebenso ein Highlight ist. Man merkt seit gestern Abend auch einen deutlichen Anstieg der Besuchergruppen – auch auf dem Campingplatz kuscheln sich vor allem deutsche Womos im vorderen Bereich aneinander (wieso eigentlich? Die Wiese ist so weitläufig!).

Jüdischer Friedhof Prag
Alter jüdischer Friedhof Prag

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Prager April, Teil 2

Heute morgen sieht es beinahe nach einem Durchbruch beim blauen Himmel aus, und wir ziehen zeitig los Richtung Fernsehturm, „dem höchsten Gebäude in Tschechien, und dem zweithäßlichsten“. In der Tat wirkt der Turm wie ein UFO, das in dem Viertel voller bürgerlicher Wohnhäuser, den Resten eines jüdischen Friedhofs und einem Minigolfplatz gelandet ist.

Schon cool, selbst bei grauem Himmel
Schon cool, selbst bei grauem Himmel

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Prager April

„Kommt denn wieder was im Internet?“ – „ja, Papa, natürlich“

Ausgerechnet den Niklas-Orkandienstag legt das Schicksal als unseren Abreisetag fest. Nach einem Kurzbesuch mit Gasflaschenauffüllung bei unserem Lieblingsdealer Rummel hoffen wir auf Rückenwind. Wir meiden die gesperrte A45 mit dem umgestürzten LKW und es weht uns – tatsächlich überwiegend Rückenwind, man merkt es an Pösslchens leichtem Lauf und dem Spritverbrauch – gegen Abend auf den kostenlosen Stellplatz an der Elbe in Pirna, wo wir auf unserem Lausitz-Trip letztes Jahr schon mal übernachtet hatten. Wir stellen Pösslchen mit der Nase in den Wind und weit weg von allen Bäumen und schlafen tief und fest. Morgens geht es nach dem Frühstück gemütlich Richtung Prag weiter. Aber was macht plötzlich der Schnee hier??? So haben wir nicht gewettet! Naja, das sind noch die Reste vom Erzgebirge, kaum sind wir an Usti nad Labem (Aussig) vorbei, wird es sonniger.

Unsere kleine Fähre in die Innenstadt
Unsere kleine Fähre in die Innenstadt

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