Jo am 30. März 2011

Am 1. April um 16:00 Uhr – kein Aprilscherz – gibt’s  bei unserem Sponsor “Reisemobile Berens” einen kleinen Umtrunk.

die kann man hier mieten, wir machen manchen Ausflug mit ihnen

die kann man hier mieten, wir machen manchen Ausflug mit ihnen

Anlass ist das Hissen der Partnerflaggen an diesem Tag. Für unser Team wird wohl Jo anrollen, um ein paar Bilder zu schießen. Unser Fotoprofi Elke ist leider am Freitag unabkömmlich.

Die Einladung gilt für alle Freunde und Kunden der Firma. Ich bin mir sicher, dass auch alle Blog-Leser herzlich willkommen sind. Wer mag, kommt auf ein Gläschen Sekt vorbei und hält einen Plausch mit uns.

Auf jeden Fall eine schöne Gelegenheit sich mal für den Normalo unerschwingliche Womo Dickschiffe aus der Nähe anzuschauen.
Man sieht sich bei Berens in Pulheim, ich würde mich freuen.

Gruß Jo

Stein am Rhein begrüßte uns mit einem strahlend blauem Himmel wie bestellt. So soll es sein. Die Sanitäreinrichtungen des Campingplatzes sind in einer gediegenen Mischung aus moosgrün und bahamabeige gehalten, aber picobello sauber und mit gutem Wasserdruck. Der Preis stimmte auch im Vergleich zu den edlen Alpencampingplätzen.

Klosterhof des Klosters St. Georg in Stein am Rhein

Klosterhof des Klosters St. Georg in Stein am Rhein

Die Wandmalereien regen die Fantasie an.

Die Wandmalereien regen die Fantasie an.

Ein kleiner Morgenspaziergang ins malerische Städtchen endete in dem gestern schon entdeckten Käseladen, wo wir unsere letzten Fränkli versenkten. Egal wo wir landen, als Souvenirs gibt’s entweder Kirchenführer oder lokale Käsespezialitäten, oder beides.

Schweizer Verführung beim Chas Graf

Schweizer Verführung beim Chas Graf

Im Anschluß starteten wir Richtung Norden durch – zunächst eine gemütliche Tour entlang des Hochrheins bis Basel, die zwar ganz nett, aber doch von einer Menge Industrie gesäumt war, und dann auf die A5, um nicht die ganze lange Strecke nach Hause wieder an einem Tag machen zu müssen. Wie beim Hinweg zogen sich die gut 120 Kilometer von Lörrach nach Straßbourg dann auch ziemlich in die Länge. Als mein Internet zwischendurch mal seinen Dienst tat, guckte ich uns einen Stellplatz in Kehl am Rhein raus, gleich gegenüber von Straßburg.

Über die Europabrücke ging’s nach Frankreich rüber, ein etwas abseits vom Zentrum gelegener Parkplatz war leicht zu finden, drei oder vier Stationen mit dem Bus führten uns direkt ins historische Zentrum zur Kathedrale, die wir natürlich permanent mit „unserem“ Dom abglichen. Peinliche Bildungslücke: die hat ja nur einen Turm! Der andere Turmstumpf sieht aus, als hätte der Erzbischof sich dort ein Penthouse gebaut. Die örtlichen Kirchenführer schweigen sich über diesen Fakt aus und tun so, als gehört das so, auch in Wikipedia steht nur, daß ein zweiter Turm zwar geplant, aber nie umgesetzt worden sei. Vermutlich war das so ähnlich wie beim Kölner Dom mit seiner Dauerbaustelle, als die Gotik aus der Mode kam und das Geld knapp wurde.

Sieht seltsam aus mit dem einen Turm, oder?

Sieht seltsam aus mit dem einen Turm, oder?

Direkt vor der Kathedrale kann man sich ins Café setzen und die nachmittäglich beleuchtete Fassade bewundern. Viel filigraner als in Köln, kleine freistehende Reiterstatuen (!) auf den Vorsprüngen, und feiner Skulpturenschmuck.

Portal Straßburger Münster

Mittleres Portal am Münster.

Anscheinend haben hier viele Meister hintereinander ihre Ideen eingebracht, aber als Laie hat man schon einen einheitlichen Eindruck (bis auf den fehlenden Turm, der irritiert ziemlich). Beneidenswert die anscheinend weitestgehend erhaltenen Fenster der Kathedrale, die zwar stark restaurierungsbedürftig sind, aber in der Summe doch gegenüber Köln ein wunderbar einheitliches Bild abgeben. (Habe gerade nachgesehen, es gab während des Krieges doch ein paar Bombenschäden, aber man sieht die Auswirkungen auf den ersten Blick nicht so.)

Die Ausfahrt aus Straßburg war dann ein ziemliches Drama, bis man aus diesem Straßengewirr herausfindet, das dauerte. Oder wir haben uns besonders dämlich angestellt, wer weiß? Am Ende stand jedenfalls die Europabrücke, und ein funktionierendes GPS an meinem Telefon, das uns direkt zum Stellplatz unweit des Rheinufers in Kehl brachte. Das Wetter ist sehr mild hier, und rund 10 Reisemobile hatten sich schon eingefunden. Ein klassischer Womo-Stellplatz mit Versorgungsstation, Strom und Parkschein zu sechs Euro pro 24 Std. am Automaten. (Kleingeld mitbringen!)

In der Nähe gibt es einen russischen Supermarkt, wo die Damen noch stilgerecht zum Weltfrauentag begrüßt wurden („Поздравляю, девчата“). Mal sehen, ob’s da morgen früh frische Brötchen gibt …

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Der Morgen des heutigen Montags begann ebenso kalt und neblig, wie der Abend geendet hatte. Ein Blick vom Hügel oberhalb des Stellplatzes auf den See oder den im Rücken liegenden Berg war entmutigend. Wir verabschiedeten uns nach einem sehr mageren Frühstück (Restscheiben Brot, kein Kaffee) von der supernetten Bauernfamilie, an die wir einen eher symbolischen Eigentlich-haben-wir-keine-Saison-Obulus entrichteten, und machten uns – trotz Karnevalswarnungen – auf den Weg nach Luzern.

Unterwegs in Küssnacht ein kleiner Abstecher durch die berühmte Tell’sche „Hohle Gasse“ (mit Sicherheit ganz echt und Original):

Hohle Gasse Küssnacht

Für Luzern hatten wir im Kopf: „wenn das Wetter schon nicht stimmt, vielleicht ein bißl Shoppen oder ein Museum“. Irgendwie trieb uns das allzu karnevalistische Treiben in der Stadt jedoch nach einem kurzen Stopp schnell weiter. Zu voll, zu neblig, zu kalt, zu wenig Parkplätze. Den verführerischen Vorschlag von Klaus aus Fribourg, doch Richtung Wallis und Genfer See zu ziehen, um dem Hochnebel zu umgehen, hätte unser Zeitkonto doch etwas überstrapaziert, deshalb ab auf die Autobahn Richtung Zürich und weiter nach Schaffhausen. Irgendwann überfiel uns der Hunger und der nächste Coop mußte dran glauben – aber dann zwischen den endlosen Tunneln von Zürich irgendwo einen netten Mittagsplatz zu finden, war gar nicht so einfach, bevor mir Ray vor Hunger vom Beifahrersitz kippte. Er hat’s dann aber überlebt.

Richtung Norden verzog sich dann – halleluja – der Dunst und der blaue Himmel, wie wir ihn kannten, kam durch. Auf dem letzten Stück Richtung Schaffhausen passierten wir plötzlich wieder Zollstationen … ein Stück Deutschland wollte durchquert werden. Warum gab’s auf den 5 Kilometern keine Tankstelle? Als wir später in der Schweiz endlich mal wieder volltankten, bekam Ray vor lauter Mitleid über die Rechnungssumme 5 Franken Stammkundenrabatt.

Der erste Blick auf den Rheinfall von Schaffhausen entschädigte für den halben Tag dunstige Kälte, so daß wir einen für unsere Verhältnisse langen Spaziergang rund um die Fälle entlang des Rheinufers unternahmen. Der Rheinfall führte mehr Wasser, als ich erwartet hätte, und ist deutlich eindrucksvoller als auf den Fotos, die ich gesehen hatte. Soviel frische Luft wie in den vergangenen Tagen hatten wir im letzten halben Jahr nicht, degenerierte Stadtkinder. Die Toblerone haben wir uns jedenfalls auch verdient.

Um einen Campingplatz zu finden, fragten wir ganz schlau die örtliche Touri-Info, die tatsächlich den einzigen bereits geöffneten Campingplatz weit und breit für uns herbeitelefonierte: in Stein am Rhein, beinahe schon am Bodensee, aber auch nur eine halbe Stunde entfernt. Hier ist wirklich weit und breit noch keine Saison, kein Skigebiet, kein Wintercamping.

Wir hangelten uns also am Hochrhein entlang. Stein am Rhein stellte sich als allerliebst idyllisch-pittoreskes Städtchen heraus (wenn man ohne Reiseführer der Nase nach fährt und nicht ständig alles in der Wikipedia nachschlägt, erlebt man noch Überraschungen …), und der Campingplatz „Am Grenzstein“ liegt tatsächlich direkt an der deutschen Grenze. Ein schöner Platz mit Blick auf den Sonnenuntergang, sehr friedliche Atmosphäre, und hier funktionieren sowohl Vodafone als auch Swisscom-UMTS. Mit dem flotten Swisscom ließ sich sogar das Alpentower-Video von gestern noch hochladen.

Ein Spruch an einer Hauswand in Stein am Rhein nehme ich als Motto mit:

Trinkt oh Augen, was die Wimper hält,
von dem goldnen Überfluss der Welt.

Unser Pössl im Sonnenuntergang

Mehr Bilder wie immer hier: Karnevalsflucht mit dem Reisemobil in die Schweiz

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Einigermaßen zeitig heute morgen – man riet uns „vor elf“ – wollten wir unsere Zelte an dem wunderbaren Hasliberg abgebrochen haben und an der Luftseilbahnstation in Reutli starten, um zum Alpentower aufzufahren. Kurz vor 10 Uhr, und kurz vorm Ortseingang Reutli die erste Überraschung: Parkplatz überfüllt, bitte parken Sie hier in der Serpentine direkt am Rand. Fairer Deal (und kostenlos), in Grindelwald gab es solche Nettigkeiten nicht.

Überfüllt war dann allerdings auch die Seilbahn, mit hunderten von Skifahrern, wir waren richtige Exoten mit unseren normalen Laufschuhen und Helm und Stock. Ging aber alles zügig und gut gelaund voran, in drei Stufen zum so genannten Alpentower, eine Bergstation mit Panoramarestaurant, von der aus sich die Wintersportler überwiegend gleich wieder in den Abgrund auf die Piste stürzten. Wir genossen wolkenlosen Himmel, Schnee und Latte Macchiato und waren froh, daß wir Ray im Migros noch eine coole Mütze gekauft hatten. Das Video und Panoramafotos zu der Tour kommt mangels Bandbreite hoffentlich morgen nach. Update: Hier ist das Video des grandiosen Bergausflugs:

Ein vermeintlich kleiner Wolkenstreifen lag über dem Brüningpaß, der uns nach Norden Richtung Luzern und den Vierwaldstätter See bringen sollte. Dieser weitete sich jedoch auf der anderen Seite zu einem ausgewachsenen Hochnebel aus, der sich auch durch keinerlei Beschwörungen vertreiben ließ. Von 100% tiefblauem Himmel in eine milchige Suppe am Seeufer entlang, die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Dennoch genossen wir auf dem kleinen Zwischenstopp an der Tellplatte die geheimnisvoll diesige Atmosphäre über dem See. Zumal wir auch alleine da unten waren, der Vorteil der Vorsaison. Seltsame Kapelle ist das da unten trotzdem. Weit und breit keine Infotafeln, ich frage mich, was ein japanischer Tourist sich wohl zusammenreimt, der Schillers Drama vielleict nicht gelesen hat und vor den vier monumentalen Gemälden steht: Nach dem Apfelschuß, Tells Flucht ans Ufer, Attentat und Rütlischwur.

Ein wenig schwierig wurde es dann mit den Stellplätzen, wir hatten entlang des Seeufers doch mit einer größeren Auswahl an Campingplätzen gerechnet. Der Campingplatz in Vitznau glänzte zwar duch ein vollgestelltes Gelände, aber auch ein großes „Geschlossen“-Schild. Unser eigentliches Ziel war aber Weggis, wo es aber nicht so leicht war, den Platz zu finden. Ein „Geheimtipp“ sei eine Liegewiese am See, wo man für 5 Franken mit Toilette nächtigen könnte – leider ohne Strom, das wäre die letzte Notlösung für uns gewesen. Dafür kam dann noch der Wegweiser zum Bauernhof Gerberweid, wo wir trotz „eigentlich haben wir geschlossen“ einen einsamen Platz mit Steckdose erhielten. Einsam, sehr einsam. Über den Hügeln liegt wohl der See, aber es ist so a***kalt und windig hier, daß wir uns nach einer Portion Spaghetti ganz schnell in unsere Koje gekuschelt haben.

Womo-Stellplatz Gerberweid

Wow, was für ein Tag. Beim Aufwachen – wir hatten beide geschlafen wie zwei Steine – war erst klarer Himmel oberhalb des Thuner Sees. Dann zog die Nebelwolke von unten hoch und wir lagen im weißen Dunst. Aber eine Stunde später war alles weg und der Himmel strahlend blau und das Licht klar. Gipfeli zum Frühstück.

Reisemobil in Krattigen, Camping Stuhlegg

Wir hatten überlegt, eine der sündhaft teuren Bergbahntouren oberhalb von Interlaken und Grindelwald zu buchen. Die Jungfraubahn führt zum höchstgelegenen Bahnhof Europas auf dem Jungfraujoch. Das strichen wir jedoch relativ schnell aus dem Plan und orientierten uns ein wenig in Interlaken, das genau zwischen den beiden Seen – Thuner See und Brienzer See – liegt. Nicht ganz verkehrt wäre es gewesen, direkt von hier unten eine Bahn zu einem der weniger exklusiven Ziele zu nehmen. Wir wollten aber nach Grindelwald hoch und von dort aus weitersehen. Die Fahrtstrecke führt kurvenreich durch eine wunderbare Berglandschaft bis ins Skigebiet hoch, wo einiges los ist. Und vor allem: praktisch keine freien Parkplätze, alles von Wintersportlern besetzt. Der einzige Parkplatz war meilenweit von irgendeiner Bahnstation entfernt, Pech gehabt. Also nur ein kleiner Spaziergang mit Blick auf das Bergpanorama und ein Mittagsimbiss  mit Aussicht, dann zurück via Interlaken weiter nach Hasliberg. Das liegt kurz vor dem Pass Richtung Luzern in ebenso grandioser Landschaft, ist aber nicht ganz so überlaufen. Gute Wahl.

Der Ausblick auf dem Campingplatz Goldern/Hasliberg war noch um einiges grandioser als gestern, denn auch der Stellplatz als solcher war schon mit privilegierter Aussicht. Südseite, Sonne bis zum Abwinken und rundum Bergpanorama. Auch nicht wirklich ein reiner Womo-Stellplatz, aber seinen Preis wert (wir haben es inzwischen aufgegeben, uns über die Preise in diesem Land zu wundern).

Camping Hasliberg-Goldern

Statt zu fotografieren, haben wir heute mal unser neuestes Spielzeug ausprobiert und die Anfahrt mit dem Pössl Vario nach Hasliberg-Goldern im Video festgehalten:

Wer sich wundert, daß das so ruckelfrei vonstatten geht, kann ja mal einen Blick auf unser Luxus-Nerdstativ werfen (Gaffer Tape rulez):

Nach ein wenig Bewegung am Berghang gab es noch ein blutiges Gemetzel in der Womo-Küche. Wir hatten uns in Interlaken auf dem Markt von frischen „Orangen-Ravioli” verführen lassen und uns von der charmanten Verkäuferin gleich einen leckeren Rezepttipp mitgenommen: Die Ravioli mit ein paar Orangenschnitzen in ein bißl Butter schwenken und dann mit Salat anrichten. Naja, es wurden Blutorangen …

Blutorangengemetzel

Es kommt mir vor, als wäre es Tage her, daß wir über dem Thuner See die Aussicht genossen. So langsam setzt Erholung ein.

Mehr Bilder in der Flickr-Galerie: Mit dem Womo in die Schweiz.

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