Langsam runterkommen und die Landschaft genießen

Der gestrige Tag mit der langen Anfahrt aus Köln nach Lörrach und eine etwas unruhige Nacht (die erste Nacht im Womo ist immer etwas gewöhnungsbedürftig) hatte ich keinen so guten Start heute morgen. Anette hatte uns zwar frische Brötchen gebacken und es gab leckere Aufstriche und süßes Babygeschmuse dazu, aber irgendwie kam ich nicht so richtig in die Gänge. Der Tiefpunkt war der Anschiß aus der Nachbarschaft, warum ich auf dem Gehsteig übernachte … (Ja, er hatte natürlich recht, aber ich dachte hier auf dem Dorf sieht man das nicht so eng) Im Autopilot durch den Kaufland in Lörrach und noch ein paar bezahlbare Lebensmittel gekauft, an der Zollgrenze die Vignette zu 35 Euro erworben (nur für ein ganzes Jahr erhältlich, und man muß sie aufkleben …) und dann weiter Richtung Fribourg, wo Ray auf mich wartete.

Fribourg hat eine wunderschöne, in Ober- und Unterstadt gegliederte historische Altstadt und die Menschen sprechen eher französisch als deutsch, aber es zog uns Richtung Berge. Ein andermal! Ray übernahm jetzt zum Glück das Steuer und ich suchte uns einen Campingplatz beim Thuner See raus. Eine uns zugeflogene Swisscom-UMTS-Karte tut perfekt ihren Dienst.

Essen und Ausruhen haben wir im Zentrum Paul Klee geplant, ein architektonisch spannendes Kulturinstitut direkt neben der Autobahn in Bern. Nachdem wir uns in einem Coop noch mit Emmentaler und ein paar weiteren Lebensmitteln eingedeckt hatten (puh …), pausierten wir also sehr standesgemäß und nicht wirklich offiziell vor dem Zentrum. Ein Espresso weckte auch die Lebensgeister wieder. Für die Ausstellung selbst fehlte uns dann doch etwas die Ruhe, für die 4000 Werke des Malers sollte man doch wohl ein paar Stunden einplanen.

Bern Zentrum Paul Klee
Bern Zentrum Paul Klee

 

Aber dann endlich weiter Richtung Thuner See, das ist von Bern aus noch eine gute halbe Stunde. Ein großes Hallo, als durch den Dunst endlich die ersten richtig hohen Berge zu sehen waren. Ich war noch nie in der Schweiz und entsprechend beeindruckt. Die Strecke entlang dem Seeufer, umgeben direkt daran anschließenden Bergen – ich muß aufpassen, sonst werde ich kitschig. Der Campingplatz Stuhlegg liegt hundert Meter über dem Seeufer im Dorf Krattigen: Berge im Rücken, Blick auf See und gegenüberliegende – man errät es – Berge!

Superfreundliche Verwaltung sauberer und großzügiger Sanitärbereich. Aber beim Kassieren haben wir doch etwas geschluckt. Mit Müllbeutel, Kurtaxe, Strom und Duschmarken alles zusammen 27 Euro. Dafür ist das WLAN kostenlos und hat ein sehr fantasievolles Passwort ;-)  Und erwähnte ich eigentlich die Aussicht? Ein kleiner Spaziergang im Dorf, wo grade alles auf die kommende Saison hochgehübscht wird, hochentspannte Schweizer Soldatentrüppchen bei der Brotzeit (einer mit einem Fleshtunnel im Ohr, sowas gäb’s bei uns nicht!!!) und ansonsten: Idylle und Aussicht.

 

Himmlische Ruhe. Und der Dunst verzog sich auch so langsam, mal sehen ob es morgen klarer wird. Heizung läuft prima, nach einem kurzen Schock heute mittag, als es aussah, als ob die Gasflasche nach einer durchgeheizten Nacht schon leer war, die zickte aber anscheinend nur rum.

 

Jetzt ein leckeres Salätchen, ein Blick auf die Karte für morgen, und ab in die Heia. Und damit uns morgen nicht wieder ein Luxuscampingplatz mit seinen Tarifen überrascht, haben wir uns den liebevoll zusammengestellten Womo-Stellplatzführer für die Schweiz schicken lassen, wo man zahlreiche private Stellplätze für Reisemobilisten finden kann, mit GPS-Daten und allem drum und dran. Das sind mit Sicherheit 9 gut angelegte Euro. Soo verbreitet sind die einfachen Womo-Stellplätze hierzulande nämlich dann doch noch nicht, als daß sie einem überall begegnen.

Mehr Bilder dieser Tour wie immer hier: Karnevalsflucht mit dem Reisemobil in die Schweiz

Ein Kommentar

  1. Ach ja…
    Ich (der den Ray in Fribourg aufgesucht hat) werde richtig neidisch! Habt Ihr ein Glück mit dem Wetter und ich freu mich, dass dort seid, wo auch ich hingefahren wäre an Eurer Stelle. Mal sehn, ob Ihr Grindelwald geschafft habt und den Brünigpass zum „Ausfliegen“ über Obwalden und Niwalden nehmt – das Reisemobil sieht so aus, dass es das schaffen sollte ;-) Vorsicht, das endet in der Karnevalsregion Luzern!!! Man kann aber in Stans auch rechts abbiegen und über Altdorf, Schwyz (die Urschweiz!) und Zug ins Zürcher Land noch fahren. Das ist die sogenannte Bilderbuchschweiz!
    Viel Spass noch wünscht Klaus

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