In Heerlen, um Heerlen und um Heerlen herum.

Langes Wochenende! Und endlich Zeit genug gehabt, unseren Pössl ein wenig auszustatten. Die letzten Wochen haben wir unseren Kleinen glücklich vor der Haustür geparkt, und sind immer mal runtergegangen, um was nachzumessen, nachzuschauen, reinzutragen und so weiter. Ganz geschafft haben wir es nicht: Zusätzliche Steckdosen müssen noch warten (diese ganze Wechselrichter-Klamotte ist doch komplexer als gedacht) und ein paar Anti-Klapper-Extras für die Geschirrschränke sowie eine Lösung für die Mülltüten sind auch noch offen. Aber die guten Antirutschfolien (von IKEA, übrigens deutlich günstiger als im Campingbedarf) in Schubladen und Schränke und ein Grundsortiment aus Gläsern, Tellern und Töpfen sowie Basisgewürzen, Kaffee und Nutella einsortiert. Eine neue Wok-Pfanne von IKEA war dann auch dabei, sie harrt noch der Einweihung. Sobald wir die Schubladen und Schränke so haben, wie wir uns das vorstellen, gibt’s eine Fotoserie dazu, bis jetzt ist es noch etwas improvisiert.

Ist er nicht süß, unser Pösslchen?
Ist er nicht süß, unser Pösslchen?

Ein paar Tage nach Limburg in den Niederlanden, das sind nur gut 100 Kilometer von Köln. Aber jetzt „müssen“ wir ja nicht mehr bei jeder Tour eine Riesenreise draus machen, „damit es sich lohnt“. Also auf nach Heerlen/Brunssum; als erste Station hatte Ray Kastel Amstenrade ausgemacht, an das er ein paar familiäre Erinnerungen knüpft. In Heerlen überrascht uns erst einmal der Flohmarkt auf der Durchgangsstraße, den wir natürlich nicht einfach umfahren können. Der übliche Neuwaren-Schnickschnack und ein paar Freßbuden reißen uns nicht vom Hocker, allerdings kommen wir nicht an den fangfrischen Erdbeeren und den hausgemachten Stroopwaffeln vorbei!

Erdbeere an Stroopwaffel
Erdbeere an Stroopwaffel

Das Kastel selbst ist ein kurzes Vergnügen, da wir vom Privatgelände des Grafen ziemlich freundlich, aber zügig wieder herauskomplimentiert werden („are you invited?“) … Also weiter nach Heerlen, wo es einen verkaufsoffenen „Sonntag“ gibt, und für uns ein mobiles Internet SIM-Kartje.

Inzwischen reichlich hungrig und müde, überlegen wir uns als idyllischen Mittagspausenort die Ruine Valkenburg gleich in der Nähe von Heerlen. In meinem Kopf eine grüne Wiese, ein Blick auf eine Burg und Erdbeeren in der Sonne genießen. Die Einfahrt nach Valkenburg läßt andere Extreme ahnen: wir stehen schon am Dorfeingang im Stau wie vor dem Müngersdorfer Stadion, wenn Tina Turner spielt (jüngere Leser bitte Lady Gaga einsetzen). Als wir die Ortsmitte erreichen, fühlen wir uns irgendwie nach Neuschwanstein versetzt – eine Attraktion neben der anderen und vollgestopft mit Souvenirläden und Cafés. Die Ruine wirkt sehr bescheiden in dem ganzen Rummel. Bloß weiterfahren, nächsten Parkplatz irgendwo im Grünen aufsuchen, Pause. Überraschenderweise entpuppt sich der nächste Parkplatz, der weit durch die Felder führt, als netter Aussichtspunkt mit „Wilhelmatoren“ (Wilhelma-Turm), mit Blick auf Ruine, Campingplatz und Ort Valkenburg. Auch nicht grade ausgestorben, aber friedlich genug zum pausieren. Espressokanne raus, alten Holländer auf die Rosinenbrötchen und Erdbeeren dazu, da geht es gleich besser! Die Kraft reicht dann auch wieder für eine kurze Turmbesteigung.

Wilhelminatoren bei Valkenburg
Wilhelminatoren bei Valkenburg

Der Campingplatz sah von oben ganz nett aus, aber wir wollten nicht zurück in den Kirmesrummel und machten uns auf Richtung Maas … im Kopf wieder einen traditionellen Stellplatz am Wasser. Maastricht liegt auch um die Ecke, wie so fast alles hier, also Campingplatz rausgesucht und nix wie hin. Pustekuchen! Es war 16 Uhr, und der Platz war rappelvoll („Himmelfahrt!“ – „Ach …“). Also einen anderen suchen, ganz in der Nähe gab’s laut Karte noch einen Platz. Wir sehen ihn von der Straße auch, aber wo ist die Zufahrt? Nach einigem peinlichen Gekurve stehen wir vor einem Tor, das nicht so richtig offiziell aussieht. Ich gehe erstmal zu Fuß rein, um zu schauen, wo das Büro ist. Auf meine Frage kommt „Punkt 1: wir sind kein Campingplatz – wir sind ein privater Yachtclub“ Ups. War von einem Campingplatz nicht zu unterscheiden. Ich erspare mir Punkt 2-10 sowie die Frage im Büro, ob ich „hinter dem Container“ übernachten dürfte, und wir zogen von dannen. Maastricht war dann erst einmal erschöpft, wir langsam auch, und ich suchte die nächsten Camping-Symbole auf der OSM-Karte. Nummer 1 existierte nicht in der realen Welt, also weiter zu Nummer 2, etwas weiter draußen in der Pampa. Aber abgelegen war ja genau das, was wir suchen. Wir landen in Gasthuis, auf dem Camping „mooi bemelen“, ein Riesending für so ein kleines Kaff … mit Schwimmbad, Wasserrutsche, Spielplatz, Feriendauercampinghütten und echter kuhhaltiger Landluft. Und mit 30 Euro extrem teuer! Aber wir sind müde und genervt, also beißen wir in den sauren Apfel, zumal es wirklich nett ist. Außer Feldern, Wäldern und idyllischen Höfen und Anwesen gibt es direkt nebenan einen wirklich tief ausgeschachteten Steinbruch, in dem sich Ziegen (!) tummeln.

Ziegen im Steinbruch
Ziegen im Steinbruch

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Abenteuerlich unsere Wassertankaktion, sind wir doch nach der Übernahme des Pössl noch nicht zum Befüllen gekommen, der Frischwassertank ist knochentrocken.  Als uns das wieder einfällt, stehen wir grade gut auf unserem Stellplatz, Strom angeschlossen … und zu faul zum Wegfahren. Aber direkt nebenan das Sanitärhäuschen! Wozu haben wir den 20-Meter-Billigschlauch gekauft? Ich messe die Entfernung schrittweise ab, ca. 19 Meter, paßt so grade, wenn man an beiden Seiten steht und den Schlauch vom Abknicken abhält. Der Wasserdruck ließ zu Wünschen übrig, bei 25 Prozent Füllung ging uns die Geduld aus. Ray fummelte etwas am Internet, ich zog die Markise und die Klappstühle raus und es wurde gemütlich. Aber das Zeug von heute mittag könnte ich grade noch spülen. Warmwasser ein, warten, Spülwasserhebel auf „warm“ – SPROTZ. Nix. Niente. Nada.  Ratlos. Rays trockener (sic!) Kommentar aus der Internetfummelecke: „wird doch nicht wieder mal das Boilerventil auf sein?“ Nun denn. Pfütze unter Womo, Ventil zuschrauben, sauber aufgewickelten Schlauch wieder raus und von vorne.

Leckerer Abschluß des Tages unser Gnocchi-Tomatensalat, ein Weightwatchers-Rezept, das es vor lauter Leckerheit in unser Standardsortiment geschafft hat – und als Dessert die restlichen Erdbeeren. Internet kommt noch über WLAN, die UMTS-Karte will unsere Kreditkarte zum Auffüllen nicht so richtig annehmen.

Gnocchi-Tomatensalat an Womo
Gnocchi-Tomatensalat an Womo

Hier zieht so langsam der Frieden ein, die Kinder rundum sind müdegespielt, die Lichter der Womos gehen an, die Heizung bollert vor sich hin der Wagen steht nur GANZ LEICHT schief … und morgen gibt’s den berühmten Limburger Spargel! (ich verrat jetzt mal nix von dem Spargeltopf im Womo)

Mehr Fotos gibt’s in unserem Flickr-Album „Mit dem Womo nach  Limburg Niederlande

Weiter geht’s mit Reisebericht Tag 2

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