Für heute haben wir uns einen rund 13 Kilometer langen Rundweg zum Wandern ausgesucht, der in Fontaine-de-Vaucluse startet, grob an Saumane vorbeiführt wieder in Fontaine endet. Der Vorschlag bei Wikiloc, an dem wir uns ganz grob orientieren, ist nach Jean Jeaume benannt – ich vermute, die Person auf dem Wegstein ist der Botaniker, der immerhin in Grasse geboren ist, vielleicht ist es aber auch nur der Bauernhof um die Ecke.
Natürlich sind wir wie immer nicht wirklich in der morgendlichen Kühle aufgebrochen, was sich bei dem kleinen Aufstieg, der sich hier bei keiner Wanderung ganz vermeiden läßt, schon bemerkbar macht. Aber wir haben uns gut mit Getränken ausgestattet und können schon bald die Tiere und Pflanzen am Wegrand genießen. Die Strecke geht zunächst einen breiten Schotterweg auf 290 Meter Höhe, wo wir einen kleinen Abzweig Richtung Valescure nehmen, wo in einem weiten Tal ein alter Bauernhof, der in meiner alten Karte noch als „Ruine“ eingezeichnet ist, von der Kommune als archetypische Kulturlandschaft erhalten wird. Wiesen, Lavendelfeld, Obstbäume, Krabbeltiere …
Aber wir klettern nicht weiter in die umliegenden Gipfel, sondern kehren zu unserem Rundweg zurück, der bald auch deutlich schmaler wird, bis hin zu fast unsichtbaren Jägerpfaden. Ausgerechnet auf einem dieser Pfade kommt uns eine Dreiertruppe Mountainbiker bergauf entgegen. Ansonsten sehen wir kaum Menschen hier oben, nur Krabbeltiere.
Die typischen Bruchsteinmauern – uralt bis recht neu – begleiten uns den ganzen Tag. Was für eine Arbeit, sie aufzuschichten und zu erhalten! Auch hier natürlich allerlei Krabbeltiere …
Bei der Weißen Heideschnecke, die hier massenhaft an den Grashalmen abhängt, haben wir uns lange gefragt, was sie so den ganzen Tag macht: per Anhalter in den Mägen vorbeifliegender Vögel mitreisen? Morgendliche Tautropfen auffangen? Nein, ganz anders, sagt uns Wikipedia:
Die Tiere legen im Sommer häufig eine Trockenruhe ein und verschließen ihr Gehäuse mit einem kalkigen Diaphragma. In diesem Zustand können sie Monate ohne Feuchtigkeit und Nahrung überstehen. Sie suchen keine Verstecke auf, sondern heften sich an Pflanzen und Steinen an. Sie können in solchen Habitaten in riesigen Massen auftreten.
Wieder was gelernt. Und sie haben mit ihrer rätselhaften Lebensweise zur Unterhaltung unterwegs beigetragen.