Winter in Champagne und Picardie mit dem Wohnmobil

Zusammenfassung von acht Tagen Nordwesten Frankreichs

Frankreich läßt uns nicht los. Jo mit seiner geliebten Bretagne: wenn wir in dem Tempo weitermachen, wird es 2020, bis wir die Bretagne auch mal erreichen, aber macht nichts. Es hat eine solche Qualität, sich einem Land Schritt für Schritt, kleinflächig und in Details zu nähern statt durchzubrettern (und trotzdem können wir noch nicht alles mitnehmen).

OK, genug geschwurbelt. Auf dem Plan standen diesmal vier gotische Kathedralen. Von Köln sind wir nach Charleville-Mézières gestartet (ca. 300 km), von dort nach Reims weiter, dann in die ländliche Champagne nahe Châtillon-sur-Marne, hoch nach Soissons, Noyon, Compiègne und schließlich Laon.

Begrenzender Faktor war diesmal vor allem der Strom; mehr als eine Nacht freistehen tut im Winter den beiden Batterien nicht gut, und die Strecken zwischendurch waren etwas kurz fürs normale Nachladen. Die zweite Gasflasche war wieder pünktlich in der achten Nacht zu Ende, obwohl es deutlich wärmer war als letztes Jahr, also an der Front alles OK (bis auf den fehlenden Kaffee am Morgen).

Die Plätze und Orte im einzelnen:

Womo-Stellplatz am Bootshafen in Charleville-Mézières
Womo-Stellplatz am Bootshafen in Charleville-Mézières

  • Charleville-Mézières: Ein Wohnmobilstellplatz vor einem Campingplatz am Bootshafen, Blick aufs Wasser. Man steht eng, im Winter und für die Stadt ist es OK. Fußläufig zum Zentrum, im Sommer anscheinend auch Toiletten am Platz. Nachts war am zweiten Weihnachtstag noch etwas Party nebenan, aber ansonsten ruhig.
    • VE OK, Strom wieder diese zentrale Säule mit 2 Euro für 2 Stunden
    • kostenlos
    • GPS: 49.778868, 4.719958

Wohnmobil-Stellplatz Reims
Wohnmobil-Stellplatz Reims: kuschelig und voll über die Feiertage. Der hier links vorne stand schon außerhalb der „offiziellen“ Plätze, wenn ich mich recht entsinne.
  • Reims: Hier standen wir zwei Nächte auf dem offiziellen städtischen Platz.  Normalerweise Schranke mit Code, der im Zentrum nebenan oder im Tourist Office zu holen ist, für uns war Tag und Nacht offen. Auch hier recht enges Parken, aber sehr zentrumsnah.
    • Eine schöne VE-Station ohne Strom etwas abseits des Platzes
    • Womo-Stellplatz selbst kostenlos
    • keinesfalls für große Dickschiffe geeignet, alles ziemlich eng.
    • GPS: 49.250054, 4.021687
  • Vandières / Châtillon-sur-Marne: Champagne Nowack – der Edel-Stellplatz. Diesem schon nicht mehr ganz so geheimen Geheimtipp, wo wir ebenfalls zwei Nächte blieben, habe ich schon separat einen Beitrag gewidmet: Womostellplatz Champagne Nowack
Gemütlicher Stellplatz am Fluß, aber nur vier Plätze.
Gemütlicher Stellplatz am Fluß in Soissons, aber nur vier Plätze.
  • Soissons, der zweite Kathedralen-Ort auf der Strecke. Ein schöner, kostenloser Platz direkt hinter dem riesigen Rathaus, am Ufer der Aisne an der Bootsanlegestelle.
    • Altes Kopfsteinpflaster, etwas sehr abschüssig
    • Zentrale Stromsäule, die man aber für die Nacht im Voraus befüllen kann, und natürlich VE (Grauwassergulli nur seitlich zu erreichen)
    • GPS: 49.383171, 3.330088
  • Noyon: dritte Kathedralenstadt – hier haben wir nicht übernachtet, der VE-Platz mit ein paar Parkplätzen nahebei liegt abseits und irgendwie unattraktiv, da sind wir lieber nach Compiègnes weitergefahren.
    • GPS: ungefähr 49.577085, 2.994283
Pösslchen platzierte sich auf dem großen Parkplatz am Fluß.
Pösslchen platzierte sich auf dem großen Parkplatz am Fluß.
  • Compiègne: dafür gab’s in dem schönen Compiègne einen großen Parkplatz am Fluß, wo man problemlos frei stehen konnte.
Ein Platz ohne alles, aber mit großartigem Blick.
Ein Platz ohne alles, aber mit großartigem Blick.
  • Laon, der Abschluß unserer Reise und die vierte Kathedrale: eine mittelalterliche Stadt auf einem Tafelberg, großartig und anders als alle anderen. Der Stellplatz ist etwas abseits an der Universität, hat dafür aber einen Superblick auf die Kathedrale (Morgenlicht, für uns leider hinter Wolken).
    • keine Infrastruktur
    • etwas abschüssig
    • kostenlos

Fazit: bis auf den Platz bei Champagne Nowack waren die Plätze durchgängig kostenlos, bis auf etwas Strom in Soisson. Das meiste Geld auf dieser Tour ist wieder mal in Kirchenführer und Käse gegangen ;-) –  widerwillig rollte Pösslchen am Sonntag über die Autobahn zurück in die Heimat.

7 Kommentare

  1. hi Elke!
    Hab eben ein Pösselchen gekauft;-)
    Dein Bericht ist so unterhaltsam, dass ich wohl die erste Tour in Frankreich machen werde. Besten Dank, freu mich auf den nächsten
    Gruss Sandy

  2. Hi Sandy,
    das kann ich nur empfehlen. Ich fahre seit ca. 20 Jahren nach Frankreich in die Bretagne. Wunderschön dort und es wird nie langweilig weil man ja alles irgendwie schon mal gesehen hat. Im Gegenteil: man sieht immer etwas Neues.
    Viel Spaß mit DEINEM Pösslchen und allzeit gute Fahrt.
    Laß hier im Blog was von dir hören und sehen.

    LG Jo

  3. Hallo zusammen,
    seit mehreren Jahren schon möchte ich mein altes Leben aufgeben und
    in ein neues schlüpfen. Bisher war mein
    Leben ausgefüllt. Bis 70 habe ich eigenständig gearbeitet, es hat mir Spass gemacht und mich auch ausgefüllt. Aber seit ein paar Jahren bemerke ich eine größer werdende Unzufriedenheit mit meiner Situation; ich möchte ausbrechen.
    Nun bin ich 78 Jahre, mein Leben war Arbeit und viel Verantwortung.
    Gottseidank bin ich fit und kann mir ein Leben im WoMo gut vorstellen.
    Eure Berichte haben mir Mut gemacht, es doch zu versuchen.
    Wenn nicht jetzt – wann dann?
    Gern würde ich Eure Gedanken hierzu hören.

  4. hallo zusammen,
    was meint Ihr, ist man mit 78 Jahren zu alt um mit einem WoMo
    durch die Welt zu fahren?
    Eure Reiseberichte lassen mich schon mit in die Ferne ziehen und
    mein Wunsch, auszubrechen, wird immer größer.
    Gern möchte ich Eure Gedanken hören.
    LG Hanne

  5. Hallo Hanne, vielen Dank für Deinen Beitrag! Also ich hoffe doch sehr, daß wir mit 78 noch so fit sind wie Du – und das schöne am Womo-Reisen ist ja, daß man selbst bestimmt, wieviel, wie lange, wie weit, wohin (und mit wem…) – Das kann die Tour durch Europa sein, das Überwintern in Marokko oder das Wochenende in der Eifel. Was man braucht, ist halt eine gewisse Flexibilität im Kopf – es läuft halt nicht alles immer nach Plan, das ist nicht jedermanns Sache. Mein Tipp: Womo mieten und die Sache einfach mal ausprobieren.

    Wenn Du alleine reisen willst, schau doch mal bei Isas Gastbeitrag rein, sie ist komplett allein (mit Hund) unterwegs und findet es großartig. Und dann gibt es noch die Wohnmobil-Solisten, ich weiß aber nicht, wie aktiv die ingesamt sind, hatte vor Jahren mal von ihnen gehört.

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