Caravan Salon 2018: Interieur-Design

Ja, ich meckere immer über diese typischen Wohnmobil-Interieurs, die für mich durchgängig den Eindruck machen, dass jemand Mittelstands-Schrankwände in Womos presst. Mir fehlt jedes Jahr die Abwechslung, der Knüller, die Originalität, die das Camping-Lebensgefühl, das „Leben-draußen“-Gefühl – wenigstens beim Kastenwagen – irgendwie auch in Interieur-Design umsetzt. Aber nein, im Gegenteil: es wird eher weiß hochglänzend (weil man ja auf Reisen so gerne wischt und poliert), die Holzoptik bleibt, nur hier und da knallt mal eine kräftige Farbe durch … ich hab sie ja auch nicht, die zündende Idee, und ja, Reisemobile sind, realistisch betrachtet, inzwischen Massenprodukte, die den Massengeschmack treffen müssen und natürlich am besten in Serienproduktion funktionieren. Aber selbst die Modelle, die von außen hochindividuell und besonders sind, langweilen mich aus Designsicht, sobald ich einsteige.

Wie war das eigentlich früher? Die Halle 18 – gemeinhin „StarterWelt“ genannt –, mitten im Freigelände des Caravan Salons gelegen, lässt dieses Jahr die Hälfte der Fläche vom Camping-Oldie-Club e.V. bespielen, die dieser Aufgabe unfassbar liebevoll nachgekommen sind. Ich lasse einmal die Interieurs der alten Wohnwagen für sich sprechen:

Nein, früher war natürlich nicht alles besser, ich plädiere auch nicht für Nussbaumholz im Kastenwagen, und diese Interieurs strahlen vor allem Nostalgie aus und leben von ihren süß arrangierten Accessoires, die Kindheitserinnerungen wecken. Wunderschön … Kann sich jemand vorstellen, dass die Millenial- oder Generation-X-Reisemobilisten in 30-40 Jahren vor einem Kastenwagen von [hier beliebige Marke einsetzen], Baujahr 2018, stehen, und so seufzen? Ich weiß es nicht.

 

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