Auf und ab in Le Vernet

Mit nur einem winzigen Einkaufs-Stopp in Digne-les-Bains zogen wir Richtung Norden weiter und legten den nächsten Zwischenstopp in Le Vernet kurz vor Seyne-les-Alpes ein – hier führen das liebenswürdige niederländische Paar Astrid und Ed seit 15 Jahren den Campingplatz Lou Passavous, der jetzt zum Ende der Saison fast unbesetzt war. Ein perfekter Platz für Familien, würde ich sagen: sechs Ferienhütten, drei davon mit einer Balken-Zelt-Konstruktion („Safarizelte“), was eine ganz eigene Atmosphäre schafft. Spielplatz und andere Angebote für Kinder, ein kleiner Pool, ein Kaninchenstall, nebenan die Pferdeweide und die Wanderwege starten direkt vom Platz aus. Das Gelände hat darüber hinaus großzügige halbschattige Parzellen mit Bäumen für die „normalen“ Camper zu bieten. Mitten durch das Gelände läuft ein Bachbett. Jetzt in der Nachsaison war das sehr ruhig und gemütlich, im Sommer ist sicher eine Menge los. Dann hört man vermutlich auch von der Straße mehr von jenen Mopedfahrern, für die die normale Lautstärke ihrer Fahrzeuge noch nicht laut genug ist … kennt man ja leider zur Genüge aus der Eifel.

Camping Lou Passavous in Le Vernet
Camping Lou Passavous in Le Vernet
In Le Vernet
In Le Vernet

Le Vernet ist ein winziges Dörfchen, hier gibt es minimale (aber nette) Gastronomie, einen Dorf-Swimming-Pool (direkt vor dem Campingplatz) und Anglerteich, einen idyllischen, schon recht alpinen Ortskern mit Kirche und Friedhof. Ansonsten „nur“ die traumhafte Bergumgebung. Unvergessen ist hier allerdings auch der Alptraum von 2015, als der Eurowings-Flug 4U9525 oben in den Bergen ein brutales Ende fand. In Laufweite des Campingplatzes liegt eine Gedenkstele, der örtliche Friedhof beherbergt ein Gemeinschaftsgrab mit den sterblichen Überresten, die nicht zugeordnet werden konnten. Die Gedenk- und Grabstätten sind perfekt gepflegt, und als ich mich kurz auf dem Friedhof aufhielt, nahm neben mir eine Dame mit Rosenkranz zum Gebet Platz. Alles noch sehr präsent. Neuerdings kann man von dem Hausberg des Ortes, dem Col de Mariaud, durch ein „Sonnenportal“ auf eine „Sonnenkugel“ direkt an der Absturzstelle schauen.

Gedenkstele an 4U9525
Gedenkstele für 4U9525

Aber zurück zur Berglandschaft – wir blieben drei Nächte und erkundeten unter anderem einen der empfohlenen Wanderwege, der etwa auf halber Höhe einen Teil des Tals umrundet – nicht allzu anstrengend, aber dafür extrem abwechslungsreich. Teilweise auf Kuhweiden, entlang halbschattiger Waldpfade, mit Blicken auf Schieferformationen, die offenbar der Erosion am längsten standhalten und senkrecht und steil aus den Hängen ragen. Die ganz großen Aufstiege z.B. auf den Col de Mariaud, (er)sparen wir uns, dazu reicht die Fitness noch nicht so ganz.

Interessanterweise gibt es hier oben wieder erheblich mehr Insekten – mehr Feuchtigkeit, mehr Grün, und hier blühen noch mal ganz andere Pflanzen als unten in der Provence. Deshalb hier eine kleine Viechergalerie:

Die regelmäßigen Regenfälle werden hier oben stärker und kühlen die Nächte deutlich herunter – der September naht. Am dritten Tag kracht es ganz schön und wir schauen ein paar Stunden auf den Regen. Auch mal schön, wann hat man das heutzutage schon noch? Außerdem kommen dann noch mal ganz andere Viecher zum Vorschein (und nein, das war nicht unser Abendessen, es gab aber tatsächlich Pizza d’Escargot auf der Speisekarte):

 

 

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