Lange Anreise in den Süden

Endlich angekommen. So fühlen wir uns nach vier Tagen – mehr oder weniger – anstrengender Anreise am „Tor zur Provence“ in Sisteron. Samstag waren wir ganz gemütlich gestartet und hatten auf dem Stellplatz in Idstein übernachtet, eine Familienfeier in Frankfurt am Sonntag, und abends eigentlich nur noch kurz aus der Stadt raus und am Langener Waldsee übernachten. Statt der schnellen Strecke über Lyon sollte es von dort aus diesmal die „schöne“ Strecke über die Schweiz, Grènoble und die Route National 85 in die Haute-Provence sein.

Einige Unwetterwarnungen hatten wir von Frankfurt aus beobachtet, und darauf geachtet, nicht direkt hineinzufahren. Kurz vor dem Stellplatz – aber hinter unserer Zufahrt – ist schon die Feuerwehr mit der ersten Absperrung wegen umgestürzter Bäume zugange. Prima, wir kommen noch rein. Am Tor dann: „das Bad wurde geschlossen, wir ham Kassenschluss“ – „aber wo sollen wir denn hin?“ – „wir ham Kassenschluss“  – „wir ham Kassenschluss“ (das ging dann noch eine Weile so weiter, zwecklos: ein sicherer Platz für die Nacht in einer Unwetterzone wurde uns verweigert aus etwas, das wir nur als unfreundliche Sturheit wahrnehmen konnten, danke, wir kommen so schnell nicht wieder). Wir überlegen, Richtung Darmstadt weiterzufahren und stehen erst mal mit all den anderen, die nicht auf der vollen, einspurigen A5 und auch nicht auf der gesperrten Landstraße fahren dürfen, im Stau mitten in den Speckgürtel-Gemeinden des Rhein-Main-Gebiets. Schnell merken wir, dass wir es bis Darmstadt sicher nicht schaffen würden. Also Parkplatz Messel – die Fossiliengrube des Ölschieferskeletts wollte ich immer schon mal sehen! Die Entscheidung wird uns abgenommen: die nächste Straßensperrung. Praktischerweise direkt an einer Sportanlage mit schönem, geschützten (baumfreien) Parkplatz am Ortsrand. Uns reichte es: von hier bewegten wir uns nicht mehr weg. Wenn das jetzt nicht „Parken zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ war, dann weiß ich es auch nicht. Am nächsten Morgen wurde uns das ganze Ausmaß erst klar – es war gut, dass wir uns mit der Abfahrtszeit auf das Unwetter eingestellt hatten, so waren wir nicht mitten drin, sondern nur von den Auswirkungen betroffen. Nachts war es dann ja ruhig.

Die Staus und Sperrungen hatten natürlich morgens noch kein Ende gefunden. Bis wir auf der A5 waren, zogen zwei Stunden Stop-and-Go ins Land. Auf der Autobahn dann ging es zwar zügig voran, aber es dafür bildete sich noch eine schöne Regenfront, die uns bis lange durch die Schweiz begleitete. Die schöne Strecke an den Seen entlang und das Wunsch-Tagesziel Annecy konnten wir knicken. Ein Platz am Lac Neuchâtel (Neuenburger See) in Saint-Aubin-Sauges bot, nachdem die Maschinen der benachbarten Baustelle schwiegen, einen ruhigen Abend am Yachthafen und mit zutraulichen Bootskatzen.

(Das ist übrigens natürlich nicht unsere Katze, die Womo-Katers sind diesmal zuhause geblieben und gut versorgt.)

Was die Landwirtschaft freuen dürfte, machte uns die Fahrt echt lang: eine fette Regenfront, die sich durch die ganzen französischen Alpen über Genf, Grènobles bis runter nach Gap zog … puh. In Gap wurde es langsam heller und wärmer, wir zogen noch die letzten 50 Kilometer weiter ins beschaulichere Sisteron – ein guter Ruhepunkt nach zweieinhalb echt anstrengenden Fahrtagen. Jetzt erst mal entspannen auf dem Camping Municipal, der etwas außerhalb liegt und einen sehr gemütlichen Eindruck macht.

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