Cotentin: Küstenparadies im Winter

Ja, der Weg ist das Ziel, aber dennoch: Endlich nähern wir uns einem der „Wunschziele“, und es enttäuscht uns nicht.

Noch ein kleiner Zwischenstopp in Barfleur, wo es wie überall hier um Wilhelm den Eroberer geht, der von erstaunlich vielen verschiedenen Orten aus in See gestochen sein soll, so auch hier. Aber eigentlich ist es einfach nur ein zauberhaftes kleines Fischerdörfchen. Und das Nachmittagslicht … magnifique. 

Etwas erschrocken waren wir allerdings, als bei unserer Rückkehr vom kleinen Spaziergang knapp neben/hinter Pösslchen sich plötzlich diese Situation materialisierte: Unfall: Kleinwagen über Kaimauer in Fischerboot. Menschen stehen drumherum, Loch im Boot, Auto hängt über Kaimauer

Volle Kanne Frontalcrash, Airbags alle geöffnet, Boot hat Loch. Fahrer offenbar unversehrt, Bootskäptn nervlich wohl auch. Und ich sach noch: lieber nicht direkt an der Hafenkante parken …

Aber dann endlich nach Gatteville-le-Phare, oder eher: den Phare de Gatteville. Zweithöchster Leuchtturm Frankreichs, und – im Winter – perfekter Ort für eine Übernachtung mit Blick aufs Wasser und den Turm. Hier stört man niemanden, allerdings sind eine kleine Handvoll Womos dann auch genug, um die Stimmung nicht zu verderben (einen Fallback gäbe es noch in Barfleur). Tagsüber noch viele Menschen, der Turm kann sogar bestiegen werden, was wir uns allerdings sparen. Enge, Menschen … lieber nicht (kennt ihr diesen Corona-Tick, dass im Freien vorübergehende Menschen neuerdings alle irgendwie unangenehm parfümiert riechen? Ich gebe ständig diesen Gollum-artigen Spruch „ich rieche Menschen“ von mir …)

Zunächst jedoch amüsierten wir uns köstlich, als kurz vor uns ein zweiter Kastenwagen mit deutschem Kennzeichen hielt, und das junge Pärchen mit zwei riesigen Maine-Coon-Katzen an der Leine am Strand entlang spaziert kamen. Der Abenteuerkater saß grade noch auf der Spüle und schaute sich das Meer an …

Kater schaut aus Womo aufs Meer, im Hintergrund Leuchtturm

… aber das war ihm dann doch nicht ganz geheuer, vor allem die fremden Menschen. Der langhaarige Besucher wiederum sprang ins Pösslchen und naschte vom Trockenfutter, während sich der „Abenteuerkater“ unter der Bettdecke verkroch. Interessanterweise beobachtete der Indoor-Kater das ganze von hinten aus interessiert, wenn auch aus sicherer Entfernung. So richtig gesellige Strandläufer wie die Coonies werden unsere beiden nicht mehr, schätze ich.

Maine-Coon-Katze an der Leine schaut in den kastenwagen

Dennoch für alle ein Genuss: das Meer kommen und gehen sehen, bei Ebbe über die Felsen kraxeln, und einfach mit dem Leuchtturm zur Ruhe kommen. Zur Nacht dann beinahe allein mit den Sternen.

 

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