Die andere Seite der Somme-Bucht

St. Valery sur Somme, Le Hourdel und die Maison de la Baie de Somme mit dem Wohnmobil

Nach zwei Tagen Düneneinsamkeit darf es dann auch etwas mehr Leben sein – gegenüber in der Bucht liegt Valery-sur-Somme, das es zu einem veritablen Stellplatz mit 100 Plätzen gebracht hat – etwa 1 km Laufweite den „Berg“ runter von Ortsmitte und dem Hafen entfernt. Es ist hier allerdings hügeliger, als man denken könnte. Es gibt die in Frankreich noch seltenen Stromsäulen am Platz, etwa 10 Stück zu vier Dosen. Parken kann man auch stundenweise, 24 Stunden kosten 12 Euro mit Strom flat – ob man noch an eine Dose kommt oder nicht. Allerdings habe ich heute morgen wieder die aus Dieppe bekannten „Triplettes“ gesehen, für die Spätanreisenden. Wir beschließen, zwei Nächte hier zu  bleiben, allerdings einen Ausflug nach Le Hourdel und in die Umgebung zu machen.

Wohnmobilstellplatz St. Valery sur Somme
Wohnmobilstellplatz St. Valery sur Somme
Wohnmobilstellplatz St. Valery sur Somme
Ein sauberer, moderner Stellplatz mit VE und was man so braucht – die Lage eher langweilig, aber nicht weit zur Ortsmitte. Für Strom Flat ist 12 Euro in Frankreich wohl als OK anzusehen.

Leider hat sich das sonnige Wetter ein wenig verabschiedet, es ist nicht kalt und regnet nicht, aber ziemlich trist und grau von oben. Da sind die bunten Fensterläden von St. Valery genau das richtige zur Stimmungsaufhellung (und eine schöne Galette mit Cidre in einem Café mit Blick aufs Wasser natürlich). Der Ort liegt am Hang, mit teils steilen und engen Gässchen und winzigen Häuschen, und hat dazu noch eine mittelalterliche „Oberstadt“ und natürlich einen Hafen. Im Sommer fährt hier auch die Kleinbahn, die einen einmal um die ganze Bucht bringt. Und Jeanne d’Arc ist auch durchgekommen während ihrer Gefangenschaft. Also alles in allem ein typisch sympathisches französisches Städtchen ;-)

Der nächste Tag wird für die Katers etwas anstrengender: wir fahren in kurzen Abständen quer durch die Gegend und halten hier und da immer wieder an. Le Hourdel ist zwar auch grau und Ebbe, was aber dazu führt, dass wir bei unserem Strandspaziergang rund 100 Robben zu sehen bekommen – kein Vergleich zu den paar Exemplaren, die wir beim letzten Mal von weitem entdeckten. Man steht schon recht andächtig da, wenn man die großen Tiere da so in freier Wildbahn liegen sieht … 2018 wurden in dieser Gegend ca. 400 Hundsrobben, also gemeine Seehunde, und 150 Kegelrobben gezählt, und es werden inzwischen hier auch welche geboren. Die Population hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen.

Roben in Le Hourdel Somme Bucht
Andächtiges Staunen
Robben in Le Hourdel
Ob die uns von der anderen Seite auch so beobachten? „was eine Ansammlung von Zweibeinern, ganz schön beeindruckend, wie sie da rumstehen“

Ein weiterer Anlaufpunkt ist die Maison de la Baie de Somme, ein kleines Naturkundemuseum, das sich mit der Sommebucht und generell mit der Vogelwelt beschäftigt, inkl. eigenen kleinen Beobachtungsposten im Außenbereich. Das Museum ist eher so klassisch aufgebaut, mit Dioramen und ausgestopften Tieren, gibt allerdings einen guten Überblick über die Tierwelt der Bucht und das Ökosystem über die Jahrtausende.

Dioramen der verschiedenen Biotope
Dioramen der verschiedenen Biotope
Nein. Die sehen zwar so aus, und vertrackterweise heißen sie auf französisch auch noch „Petit Pingouin“ – aber nein. Wirklich nicht. Ein Tordalk.
Nein. Die sehen zwar so aus, und vertrackterweise heißen sie auf französisch auch noch „Petit Pingouin“ – aber nein. Wirklich nicht. Ein Tordalk. Und sie können fliegen.

Die Rückkehr auf den Stellplatz in Valery ist spannend, wir kriegen gerade so die letzte Steckdose, der Platz ist fast voll. Aber einen katzenfreundlichen Platz am Rand, so dass unser Abenteuerkater noch einen kleinen Abendspaziergang an der Leine machen kann. Er zerrt mich fast unter die Büsche, so aufregend findet er das hier. Wir beschließen, Sonntagmorgen noch den beliebten Markt unten im Ort mitzunehmen und dann so langsam wieder die Küste raufzufahren – denn an Neujahr müssen wir schon zuhause sein, Silvester soll aber noch Frankreich sein, denn es gibt hier praktischerweise keinerlei Böllerei, und das mögen wir alle vier.

Katzen im Womo
Wie zuhause, da liegen sie auch am liebsten auf der Fototasche herum.

 

PS: der anstrengende Tag brachte eine ruhige Nacht: die Katers schliefen doch echt bis 7 Uhr durch …

2 Kommentare

  1. schön, dass ihr wieder über eure touren berichtet.
    nicht nur in die dieppe teilt man sich auf vielen anderen stellplätzen in frankreich die oftmals zu gering bemessenen stromanschlüsse.
    um flexibler zu sein, haben wir uns auch vor einigen jahren einen cee stecker mit dreifach verteiler besorgt. die sind ganz normal in deutschland erhältlich.
    lg

  2. Liebes trudchen, ja, es wurde wieder mal Zeit, der Herbst war in vielerlei Hinsicht anstrengend und wir konnten nicht so viel weg wie wir vielleicht gewollt hätten. Aber es geht gefühlt wieder aufwärts.

    So einen CEE-Stecker werden wir uns dann wohl auch mal gelegentlich zulegen – bisher sind wir mit einem normalen wassergeschützten Dreierstecker unterwegs.

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